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Der Aktienkurs weiter auf gutem Niveau

Quartalszahlen: AMD verringert seine Verluste und die neuen Produkte sind im Zeitplan

Wirtschaft | HT4U.net
Minimalziel erreicht: Laut Firmenchefin Dr. Lisa Su liegt AMD wieder auf Kurs und die neuen Produkte für 2017 im Fahrplan. Doch wie so oft, wenn große Neuerungen vor ihrer Markteinführung stehen, schwächelt die Nachfrage für die aktuellen Produktreihen. Und so ist AMDs Umsatz im Abschlussquartal zumindest sequenziell gesunken.

Mit 1,106 Milliarden US-Dollar lag der Umsatz im vierten Quartal 2016 zwar um 15,45 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums, blieb zugleich aber auch um 15,38 Prozent unter der Vorgabe des dritten Quartals. Der operative Verlust (GAAP) ist im Jahresvergleich von 49 Millionen auf 3 Millionen US-Dollar geschrumpft, im dritten Quartal 2016 hatte AMD einen deutlich höheren Fehlbetrag von 293 Millionen US-Dollar ausweisen müssen. Auch der Nettoverlust (GAAP) ist von 102 Millionen auf 51 Millionen gesunken, während das dritte Quartal 2016 noch ein Minus von 406 Millionen US-Dollar eingefahren hatte. Je Aktie ergab sich ein Verlust (GAAP) von 6 Cent (Q4/2015: 13 Cent; Q3/2016: 50 Cent).

Mit 4,272 Milliarden US-Dollar übertraf 2016 den Umsatz des Vorjahres um 7,04 Prozent. Der operative Verlust (GAAP) konnte von 481 Millionen auf 372 Millionen US-Dollar verringert werden, und auch der Nettoverlust (GAAP) ist von 660 Millionen auf 497 Millionen US-Dollar gesunken. Der Verlust je Aktie belief sich 2016 auf 60 Cent nach 84 Cent im Jahr 2015.

AMDs traditionelles Kerngeschäft mit Prozessoren und Grafiklösungen generierte 2016 einen Jahresumsatz von 1,967 Milliarden US-Dollar (+8,98 %), fuhr aber auch einen operativen Verlust in Höhe von 238 Millionen US-Dollar ein. Die Sparte "Enterprise, Embedded and Semi-Custom" erreichte mit 2,305 Milliarden US-Dollar (+5,44 %) den höheren Umsatz und konnte zudem einen operativen Gewinn von 283 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Aber es gibt auch Lichtblicke für AMDs PC-Geschäft: Mit 600 Millionen US-Dollar erreichte es im Schlussquartal den höheren Umsatz, während "Enterprise, Embedded and Semi-Custom" lediglich auf 506 Millionen US-Dollar kam.

Bild: Quartalszahlen: AMD verringert seine Verluste und die neuen Produkte sind im Zeitplan
Aber AMDs Fahrplan über das letzte Jahr wurde dem Unternehmen mit Vertrauen gedankt. Die neuen Grafikkartenprodukte von Radeon RX 460 bis Radeon RX 480, das geänderte Auftreten in der Öffentlichkeit und die immer wieder auftauchenden Ausblicke auf neue Produkte wie die Ryzen-Prozessoren oder die High-End-GPU Vega – all das hat dazu beigetragen, dass AMDs Aktienkurs wieder auf knapp 12 US-Dollar geklettert ist. Im gleichen Vorjahreszeitraum bewegte man sich gerade einmal auf einem Niveau um 2,50 US-Dollar, und vielfältige Übernahmegerüchte waren unterwegs. All das scheint aktuell Schnee von gestern zu sein.

Sollte Ryzen gut einschlagen und auch die neuen Grafikchips zünden, könnte AMD in diesem Jahr endlich auf die Erfolgsspur zurückfinden. Für den PC-Markt und uns Käufer wäre dies ein Segen, denn Intels in Stein gemeißelten Preise würden dann endlich wieder bröckeln.

Autor: mid
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