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Ab 15. Juni 2017 im EU-Ausland ohne zusätzliche Gebühren

Offiziell besiegelt: EU schafft die Roaming-Gebühren ab

Mobile | HT4U.net
Die Europäische Kommission hat heute den letzten Nagel in den Sarg der Roaming-Gebühren geschlagen, indem auch die Großhandelspreise, welche die lokalen Netzbetreiber ihren ausländischen Mitbewerbern berechnen dürfen, gedeckelt wurden. Nach Zustimmung durch die EU-Mitgliedstaaten und das Parlament werden die Roaming-Gebühren ab dem 15. Juni 2017 zumindest den Endkunden keine Kopfschmerzen mehr bereiten.

Während die Endkunden keine Roaming-Gebühren mehr bezahlen müssen, können sich die Telekommunikationsanbieter die Bewirtung von Fremdkunden auch zukünftig in Rechnung stellen. Die Kosten wurden allerdings neu gedeckelt: So dürfen für eine Gesprächsminute maximal 3,2, statt 5,0 Cent und je SMS nur noch 1, statt 2 Cent berechnet werden. Die Datenkosten liegen derzeit bei 5 Cent pro MB, was 50 Euro pro GB entspricht. Ab dem 15. Juni 2017 gelten 7,70 Euro pro GB, und das ist eine Reduzierung um 84,6 Prozent! Doch auch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, denn bis zum 1. Januar 2022 soll das GB in fünf Schritten (2018: 6,00 Euro; 2019: 4,50 Euro; 2020: 3,50 Euro; 2021: 3,00 Euro) auf 2,50 Euro fallen. Diese Obergrenzen sollen alle zwei Jahre überprüft und im Bedarfsfall angepasst werden.

Für die Endkunden fällt mit den Roaming-Gebühren ein großes Ärgernis weg, denn die großen Telekommunikationsanbieter sind europaweit tätig und stellten sich somit auch Zuschläge für die Nutzung ihrer eigenen Infrastruktur durch die eigenen Kunden in Rechnung. Auch im Hinblick auf den gemeinsamen Binnenmarkt war diese nationale Kostenmauer ein Absurdum, das sich die Unternehmen vor Beginn der Regulierung zudem fürstlich bezahlen ließen. Diese lukrative Einkommensquelle hat die EU-Kommission langsam, aber konsequent ausgetrocknet und somit Kostensicherheit für die Verbraucher geschaffen. Den Telekommunikationsanbietern schmeckt es natürlich nicht, dass sie die Roaming-Rechnungen ihrer Mitbewerber ab dem 15. Juni 2017 nicht mehr an ihre Kunden weiterreichen können. Hier drohen möglicherweise Preiserhöhungen und neue Tricks.

Autor: mid
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