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Dark Web zu großen Teilen massiv gestört

Hacker-Angriff auf das Darknet wegen Kinderpornos

Internet | HT4U.net
Am vergangenen Freitag hatten Hacker den Hoster "Freedom Hosting II" mitsamt mehr als 10.000 Diensten aus dem Dark Web gekegelt und damit schätzungsweise 20 Prozent des Untergrundnetzes lahmgelegt. Gegenüber Motherboard hat der verantwortliche Hacker Stellung bezogen und seine Tat erklärt: "Freedom Hosting II" soll Kinderpornos geduldet haben.

Der Aktivist gehört eigenen Angaben nach zum Hacker-Kollektiv Anonymous. Er hatte ein Benutzerkonto bei "Freedom Hosting II" angelegt, sich per sftp angemeldet, einen Symlink auf "/" gesetzt und die Zugriffs- und Verarbeitungsregeln in der Konfigurationsdatei .htaccess derart geändert, dass Scripte nicht mehr ausgeführt, sondern als Textdatei im Browser angezeigt wurden. So ließen sich aus den php-Dateien die Zugriffsdaten für die Datenbank auslesen. Dann musste er nur noch Ausschau nach aktiven Datenbanknutzern mit Shell-Zugriff halten, für diese ein Zurücksetzen des Passworts veranlassen und deren Konto übernehmen.

Zu Anfang war es eine Erkundungsmission gewesen, bei der der Hacker einen Blick auf die bei "Freedom Hosting II" gespeicherten Daten werfen wollte. Doch schnell wurde klar, dass die Hälfte der dortigen Inhalte aus Kinderpornos bestand. Dabei behauptet der Hoster selbst, er praktiziere eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kinderpornografie. 30 GiB an Daten sollen sich auf zehn Kinderporno-Dienste verteilt haben, obwohl jede gehostete Seite maximal 256 MiB belegen darf. Dies legt die Vermutung nahe, dass "Freedom Hosting II" von den Kinderpornos gewusst hat und die Anbieter möglicherweise gegen Bezahlung gewähren ließ.

Der Hacker fasste daraufhin den Entschluss, "Freedom Hosting II" aus dem Dark Web zu nehmen und die Machenschaften des Hosters öffentlich anzuprangern. Zuvor wurden aber noch 74 GiB an Dateien sowie die 2,3 GiB große Datenbank kopiert. Ein Dump der Systemdateien wurde bereits veröffentlicht, die Kundendaten bleiben aufgrund der brisanten Inhalte aber unter Verschluss. Eine Übergabe an die Ermittlungsbehörden sei denkbar, sofern ein Sicherheitsforscher als Mittler auftrete.

Autor: mid
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