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Preise von 169 bis 249 US-Dollar

AMD kündigt vier Ryzen-5-Prozessoren mit vier und sechs Kernen für April an (Update)

Prozessoren | HT4U.net
Bei AMD geht es weiter mit der Vervollständigung des Ryzen-Produktportfolios. Nach Ryzen 7 folgt, wie angekündigt, nun Ryzen 5. Diese Prozessorreihe richtet sich an das Performance-Segment im Preisbereich bis 250 US-Dollar und wird vorerst aus vier neuen Modellen mit vier und sechs Kernen bestehen. SMT ist ebenfalls mit an Bord, und die TDP-Angaben reichen von 65 bis 95 Watt. Im kommenden April sollen die Prozessoren auf dem Markt erhältlich sein.

Von zwei Ryzen-5-Modellen hatte AMD bereits gesprochen: dem R5-1600X und dem R5-1500X. Diese werden mit zwei weiteren Ryzen-5-Ablegern am 11. April 2017 in den Markt entlassen, wobei es sich bei den beiden bislang unbekannten CPUs um den Ryzen 5 1600 und den Ryzen 5 1400X handeln wird. Alle Details wollte AMD in der Pressekonferenz noch nicht verraten, doch die wesentlichen Eckdaten wurden genannt. Vollständig wird nun auch der Umstand, dass AMD überhaupt nicht beabsichtigt, mit Vierkern-Modellen gegen Vierkern-Prozessoren des Mitbewerbers Intel anzutreten. Der für den Ryzen 5 1600X herausgepickte Gegenspieler hört auf den Namen Intel Core i5-7600K. Damit wird klar, dass sich AMD mit der Namensgebung Ryzen 5 an Intels Core-i5-Reihe anlehnt.

Die kommenden vier neuen Prozessoren werden alle über SMT verfügen und damit in Applikationen, welche von vielen CPU-Kernen profitieren, Intels Core-i5-Reihe klar überlegen sein – dort gibt es bislang kein SMT bzw. Hyper-Threading. Der Ryzen 5 1600X ist der einzige 95-Watt-TDP-Prozessor in der Reihe. Er taktet, wie bereits angekündigt, mit 3,6 GHz Basis- und 4,0 GHz Turbotakt – damit auf dem gleichen Niveau wie Ryzen 7 1800X. Der Preis wird bei 249 US-Dollar liegen. Damit wird man sich in etwa auf dem Preisniveau von Intels i5-7600K bewegen, den man nach unseren Vorab-Benchmarks aber um etwa sieben Prozent schlägt, gleich der aktuell noch vorherrschenden Schwäche bei manchen Spielen.

Bild: AMD kündigt vier Ryzen-5-Prozessoren mit vier und sechs Kernen für April an (Update)
Als zweite Variante wird es den Ryzen 5 1600 geben, welcher mit 3,2 GHz Basis- und 3,6 GHz Turbotakt arbeiten wird und bereits als 65-Watt-TDP-CPU eingestuft ist. Sein Preis wird bei 219 US-Dollar liegen. Einen unmittelbaren Kontrahenten im Lager Intel nannte man nicht. Es darf unterstellt werden, dass man sich hier mit Intel Core i5-7600 und i5-7500 messen möchte. Der Core i5-7600 startet in etwa im gleichen Preissegment.

Im Vierkern-Bereich bietet AMD ab dem 11. April 2017 dann den Ryzen 5 1500X mit SMT-Support und 3,5 GHz Basis- sowie 3,7 GHz Turbotakt. Auch hier gibt es keine Nennung eines Gegenspielers bei Intel, und wir wollen an dieser Stelle auch nicht weiter spekulieren. Ebenso wenig wie beim vierten Modell, dem AMD Ryzen 5 1400X. Diese CPU wird mit 3,2 GHz Basis- und 3,4 GHz Turbotakt agieren. Allen CPUs gemein ist der Umstand – AMD legt Wert darauf –, dass diese komplett ohne Multiplikator-Schutz daherkommen und sich damit natürlich für Übertakter anbieten.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit Ryzen dürften bis zu 4 GHz Takt auf allen CPU-Kernen zu erreichen sein, so dass versierte Tweaker für kleines Geld wohl an große Leistung gelangen können.

Wie es sich mit den Cache-Größen verhält oder wie XFR auf diesen Prozessoren agieren wird, dazu hielt sich AMD bislang noch bedeckt und will nähere Informationen erst zur Markteinführung preisgeben. Spannend bleibt ebenfalls, ob es sich hierbei um native Vierkerner handeln wird oder ob AMD Achtkern-Modelle genommen hat, um Sechs- und Vierkern-Modelle bieten zu können. Von Letzterem ist aktuell eher auszugehen. Spannend wird es dabei auch, ob findige Entwickler Wege finden, deaktivierte Kerne zu reaktivieren.

Bild: AMD kündigt vier Ryzen-5-Prozessoren mit vier und sechs Kernen für April an (Update)
Nach aktuellem Empfinden zur AMD-Ankündigung wird man sich mit den ausgerufenen Preisen offenbar eher an Intels Modellen orientiern, man legt eben nur "mehr Hardware obendrauf", braucht diese aber, um den Leistungsunterschied zu erzielen.

Spannend wird es auch im Bereich Leistungsaufnahme, denn wie wir klar herausgestellt haben, entspricht ein 95- oder 65-Watt-Ryzen-Prozessor nicht mehr dem, was man bislang mit Leistungsaufnahme verbunden hat. So könnten die Ryzen-5-Modelle, welche mit 65 Watt TDP genannt werden, durchaus im Bereich von bis zu 95 Watt elektrischer Leistungsaufname liegen – das bleibt aber bis zu finalen Tests offen.

Bleibt abschließend noch der Hinweis auf die Boxed-Kühler. Ryzen 5 1400 wird mit dem AMD-Wraith-Stealth-Kühler ausgeliefert werden, Ryzen 5 1600 und 1500 mit dem AMD Wraith-Spire-Kühler – das zumindest nach den Folien des Herstellers. Es gibt aber auch den Wraith-Max-Kühler, welcher eigentlich für die 95-Watt-Varianten ausgelegt ist. AMD hat in der Pressekonferenz nicht darüber informiert, ob dieses Modell mit dem Ryzen 5 1600X geliefert wird. Vorgesehen ist es eigentlich für die Ryzen-7-Modelle.

Update 17. März 2017

Zu unserer gestrigen Meldung gibt es Neuikeiten. Hatten wir bislang noch um die Cache-Größen rätseln müssen, hat die ComputerBase nun angeblich eine offizielle Bestätigung seitens AMD hierzu. Lediglich der Ryzen 5 1400X wird mit 8 GByte L3-Cache antreten, die drei anderen Prozessoren Ryzen 5 1600X, Ryzen 5 1600 und Ryzen 5 1500X werden mit vollen 16 GByte L3-Cache aufwarten. Die Basis sollen die Achtkern-Modelle darstellen, wie wir bereits vermutet hatten. Es werden offenbar nur Einheiten deaktiviert.

Von daher passen unsere simulierten Ryzen-5-1600X-Benchmarks eigentlich sehr gut und sollten die Performance der kommenden CPU korrekt darstellen.
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