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Doppelter Ryzen 7 in anderem Sockel

AMD plant angeblich eine Enthusiastenplattform mit X399-Chipsatz und 16-Kern-Ryzen-CPU

Prozessoren | HT4U.net
AMD lehnt sich angeblich an Intels Vorgehen an und wird ebenfalls einen Server-Ableger ins High-End-Desktop-Segment schicken. Ein neuer Sockel, ein neuer Chipsatz und ein Ryzen-Prozessor mit 16 Kernen samt SMT und einem Quad-Channel-Speicher-Interface. Ein solches Vorgehen hatte AMD eigentlich verneint, die Gerüchte vermehren sich allerdings.

Ryzen stellt AMDs Antwort für das Desktop-Segment dar, Naples wird sich an das Server-Segment richten. Eine Mixtur aus beiden liefert Intel bereits seit Jahren mit dem Sockel 2011 als Enthusiasten-Plattform für den Desktop und verkauft die Topmodelle als Core i7 Extreme. Vor Wochen sprach sich AMD noch gegen eine solche Lösung im eigenen Haus aus. Die Nachfrage nach so vielen CPU-Kernen und PCI-Express-Leitungen sei gering, nicht einmal zwei Prozent der Anwender würden sich für solche Modelle interessieren.

Nischenprodukt für Enthusiasten

Auf der Gegenseite hat AMD aktuell für viele Enthusiasten zwar hinreichend CPU-Kerne mit Ryzen 7 im Angebot (8 Kerne/16 Threads), die Plattformen stellen von den Merkmalen her aber eher die Mittelklasse dar. Crossfire oder SLI beispielsweise mit je 16 PCI-Express-Leitungen ist mit der Kombination aus CPU und Chipsatz nicht möglich. Aus Asien zeigten sich erste Gerüchte, dass AMD doch Planungen für eine hochpreisige Serverlösung für das Desktop-Segment habe, und Canard PC spricht nun ebenfalls einen 16-Kern-Prozessor an. Demzufolge würde AMD beabsichtigen, den kleinen Naples-Bruder mit Codenamen Snowy Owl mit 16 Kernen auch für den Desktop-Bereich auszurichten.

Neuer Sockel, neuer Chipsatz und Quad-Channel-Speicher

Allerdings benötigt die Serverplattform einen anderen Sockel und einen anderen Chipsatz, und so wird über einen X399-Chipsatz als High-End-Lösung gesprochen, welcher mit einem LGA-Sockel (SP3) diesen Ryzen-Prozessor stützen wird. Bis zu 64 PCI-Express-Leitungen wären so möglich, ein Quad-Channel-Speicher-Iterface wäre ebenfalls mit an Bord. Diese CPU bestünde dann praktisch aus zwei Ryzen-7-CPUs, welche über ein Multi-Chip-Modul (MCM) realisiert wird. Die elektrische Verlustleistung soll um 150 Watt liegen – wobei wir bei dieser Nennung eher an AMDs neue Blickrichtung zur TDP denken.

Da AMD im April 2017 mit Sechs- und Vierkern-Prozessoren (Ryzen 5) den Massenmarkt erobern möchte, ist es nicht undenkbar, dass man sich tatsächlich nach der Abdeckung des Server-Segmentes durch Naples und Co. auch in Richtung des lukrativen Enthusiasten-Bereichs im Desktop-Bereich ausrichten könnte. Alles in allem hat AMD aktuell aber einige Baustellen zu bewältigen, denn Ryzen hat noch Optimierungsbedarf auf Seiten der Software, und zudem plant der Hersteller die Einführung der Radeon-RX-500-Grafikkarten, in welche sich auch die neuen Vega-GPUs einreihen werden.
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