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Frühjahrsputz für weniger versierte Anwender

Digitale Entrümpelung für den PC: Tipps, um einen langsamen Computer zu beschleunigen

Computer | HT4U.net
PC zu langsam? Das kann viele Ursachen haben. Ein Frühjahrsputz kann dabei auch den PC entschlacken. Ob es dabei um eine neue Version wie das vor der Tür stehende "Windows 10 Creators Update", welches Speicherplatz benötigt, oder ob es nur um allgemeine Entrümplungen geht. Oftmals helfen auch kleinere Updates bei der Hardware immens, um die Performance des PCs zu steigern. Für weniger versierte Anwender haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Software-Upgrade

Durch regelmäßige Updates kitten Softwarehersteller Sicherheitslücken und verbessern ihre Produkte. Auch wenn ein Programm schon auf dem Markt ist, tauchen immer wieder kleinere Probleme auf. Wer seine Software also durch ein Update auf den neuesten Stand bringt, bekommt stets die bestmögliche Performance und schützt sich gegen aktuelle Viren und Cyberattacken.

Cookies und Cache regelmäßig löschen

Im Browser wird generell alles gespeichert, was man online so gemacht hat – angefangen beim E-Mail-Check über das Surfen im Internet bis hin zum Online-Banking. Cookies sind hilfreich, denn sie speichern Benutzernamen und Passwörter zu bestimmten Webseiten, aber sie können auch Probleme bereiten. Der Cache wird in der Regel vom Internetbrowser genutzt, um das Laden von bekannten Seiten zu beschleunigen – grundsätzlich eine feine Sache, aber der Prozess selbst wird als Datei auf dem Computer gesichert. Dieser Ordner bläht sich im Laufe der Zeit auf und verlangsamt schließlich den Computer. Um das zu vermeiden, sollten alle Browser-Daten, der Cache und die Cookies regelmäßig gelöscht werden. Praktisch alle gängigen Browser haben in den Einstellungen einen Menüpunkt, um Cookies und Cache zu leeren.

Bloatware und ungewünschte Programme loswerden

Wenn man einen neuen PC kauft, erwartet man, dass er mit einer "reinen Weste" daherkommt. Allerdings statten viele PC-Hersteller ihre Geräte mit Software aus, deren verschiedenste Tools am Ende den Computer verstopfen. Wer Programme auf seinem Rechner findet, die er nie zuvor benutzt hat, der könnte auf Bloatware gestoßen sein. Bloatware kann den Computer signifikant verlangsamen und außerdem Speicherplatz belegen. In den meisten Fällen lassen sich unerwünschte Programme einfach über die Systemsteuerung (Programme hinzufügen oder entfernen) deinstallieren und so der Rechner von der Bloatware befreien.

Virenscanner

Bild: Digitale Entrümpelung für den PC: Tipps, um einen langsamen Computer zu beschleunigen
Es empfiehlt sich, regelmäßige Checks auf Viren und Schad-Software durchzuführen, denn diese können das System ebenfalls erheblich verlangsamen oder gar zu Sicherheitsmängeln führen. Es ist wichtig, dass die Antivirus-Software immer auf dem neuesten Stand ist und die Scans in regelmäßigem Turnus durchgeführt werden. Vor allem sollte man darauf achten, nur eine Version installiert zu haben, denn schon zwei können das System verlangsamen. Und letzterer Umstand kann sich in der Regel schnell einstellen, denn nicht wenige Software-Updates installieren aktuell schlicht einen Virenscanner mit, wenn man bei der Installation nicht ganz genau darauf achtet, was an- und abgehakt ist. Bei der Installation von namhaften Virenscannern wird in aller Regel der Windows-eigene Virenscanner Windows Defender deaktiviert. Zur Sicherheit sollte man hier aber noch einmal ein Auge drauf werfen. (Cortana-Suchfenster: "Windows Defender Einstellungen" aufrufen)

Start-Applikationen limitieren

Bild: Digitale Entrümpelung für den PC: Tipps, um einen langsamen Computer zu beschleunigen
Einer der Gründe, warum manche Computer so lange benötigen, ehe sie hochgefahren sind, ist die Anzahl der Applikationen, die beim Start automatisch mit geöffnet werden. Viele dieser Programme laufen im Hintergrund, aber sie beeinflussen die Arbeitsgeschwindigkeit des Rechners. Unter Windows 8 und Windows 10 kann man die Startprogramme einfach über den Task-Manager bestimmen – und auch deaktivieren. Bei älteren Versionen von Windows muss man die Funktion msconfig (Start -> msconfig -> Enter) suchen und die Änderungen über die Systemkonfiguration vornehmen.

Das Angenehme bei Windows 10 und der Ansicht über den Gerätemanager: In aller Regel gibt Windows dort auch Informationen über die Startauswirkungen und stuft diese in "Niedrig", "Mittel" und "Hoch" ein, in manchen Fällen steht dort auch "nicht gemessen". Ein Rechtsklick auf den Status erlaubt "Option deaktivieren" auszuwählen. Weiß man nicht genau, mit welcher Applikation man es hier zu tun hat, sollte man danach googeln und herausfinden, um was es sich handelt. Möglicherweise stellt sich heraus, dass man es mit Bloatware (siehe oben) zu tun hat. In dem Fall sollte man das Programm dann zuerst deinstallieren.

Festplatte defragmentieren

Bild: Digitale Entrümpelung für den PC: Tipps, um einen langsamen Computer zu beschleunigen
"Defragmentieren", was bedeutet das eigentlich? Festplatten verfügen über sich drehende Speicherscheiben, auf denen die Daten gespeichert werden. Die Daten werden dabei an unterschiedlichen Stellen gespeichert, je nachdem, wo sich Platz findet. Es können dabei Dateifragmente entstehen, welche zwar zusammengehören, aber an unterschiedlichen Stellen der Scheiben eingetragen wurden. Wenn die Datenmenge anwächst, kann die Festplatte überladen werden; sie wird langsamer und die Performance des Systems nimmt ab.

Die meisten Betriebssysteme verfügen über ein Defragmentierungsprogramm für die Festplatte. Damit werden die Daten reorganisiert, und der Computer arbeitet unter besseren Bedingungen. Wenn eine SSD installiert ist, sollte keine Defragmentierung erfolgen, da sich diese negativ auf die Lebensdauer der Flash-Zellen auswirken würde. Moderne Betriebssysteme sorgen stattdessen mit einem automatischen TRIM-Befehl für eine gleichbleibende SSD-Performance.

Hauptspeicher erweitern

Fast alles, was mit dem Computer getan wird (einschalten, die Maus bewegen, Word öffnen und damit arbeiten, tippen und vieles mehr) erfordert den Einsatz des internen Speichers. Ältere Modelle haben Schwierigkeiten, mit der Fülle der Aufgaben mitzuhalten. Ein simples Speicher-Upgrade kann Abhilfe schaffen. Die Windows-Betriebssysteme, Applikationen allerdings auch, sind über die Jahre hinweg speicherhungriger geworden. Ein Speicher-Upgrade zeigt sich aber nur dann interessant, wenn das System noch mit halbwegs aktuellen Speicherstandards arbeitet. Unter DDR2-Speicher haben Upgrades keinen Sinn mehr, da die Anschaffungskosten für den ausgelaufenen Speicher schlicht zu hoch sind.

Bild: Digitale Entrümpelung für den PC: Tipps, um einen langsamen Computer zu beschleunigen
Bei DDR3- oder DDR4-Systemen kann ein Speicher-Upgrade hingegen relativ günstig sein und Vorteile bringen. Speicher selbst einzubauen, erscheint vielen auf den ersten Blick abschreckend, aber tatsächlich sind keinerlei Computerkenntnisse dazu notwendig – es ist so einfach, wie die Batterien in einer TV-Fernbedienung auszuwechseln. Und: Hersteller wie Crucial bieten auf ihrer Webseite sogar Tools, um das richtige Modell zu finden.

Je nach Betriebssystem und Anwendungsbedarf kann man mit 4 GByte Hauptspeicher schon hinreichend schnell aufgestellt sein. Seit Windows 7 sollte man sich grundsätzlich über 8 GByte Hauptspeicher Gedanken machen, insbesondere wenn man mit vielen offenen Applikationen gleichzeitig arbeitet. 16 GByte oder mehr nützen den wenigsten Anwendern. Hauptspeicher ist über die Jahre sehr günstig geworden, weshalb viele versierte Anwender aufgerüstet haben – es stellt meist aber nur ein Sicherheitspolster dar. Profit schöpfen kann man beispielsweise, wenn man mit Programmen wie Adobe Photoshop und vielen großen Dateien arbeitet.

Speicherplatz sparen und nicht benötigte Dateien löschen

Windows unterhält einen sogenannten Temp-Ordner, in dem temporäre Dateien abgespeichert werden. Dieser kann im Laufe der Jahre auf zig Gigabyte Größe anwachsen. Das Löschen dieser Dateien trägt zwar der allgemeinen System-Performance nicht bei, befreit aber massiv von Ballast und ist die Grundvoraussetzung für den nächsten Tipp und die Wahl der Speichergröße.

Der temporäre Speicherordner findet sich unter "Laufwerk C -> Windows -> Temp". Die darin befindlichen Dateien können problemlos gelöscht werden. Dateien, wenn sie denn noch benötigt werden, lassen sich nicht löschen, und den entsprechenden Hinweis von Windows kann man mit "Überspringen" bestätigen.

Eine SSD installieren

Langsame, veraltete Technologie ist frustrierend: Sie verschluckt unnötig Zeit und Geld. Anders als reguläre Festplatten verfügen Solid State Drives (SSDs) nicht über bewegliche Teile. So kann man eine antiquierte Festplatte einfach durch eine SSD austauschen und damit nahezu sofortige Lade- und Boot-Zeiten erreichen – und man kann sofort mit der Arbeit, oder was auch immer man tun will, loslegen.

Bild: Digitale Entrümpelung für den PC: Tipps, um einen langsamen Computer zu beschleunigen
Im heutigen Zeitalter ist eine SSD praktisch Pflicht im System, denn selbst die Einsteigermodelle zu günstigen Preispunkten beschleunigen nicht nur den Windows-Start immens, sondern eben auch den Start von allen Applikationen. Hat man diese Performance-Erfahrung einmal gemacht, möchte man sie nicht mehr missen. Allerdings gibt es auch Haken und Ösen. Die SSDs bieten sich eigentlich nur für aktuellere Betriebssysteme (ab Windows 7) und aktuellere Hardware-Plattformen an.

Die Versuchung, den Computer zu einem IT-Experten zu bringen, damit er die SSD installiert, mag groß sein, aber eigentlich gibt man damit nur unnötig Geld aus. Die Installation einer SSD ist wirklich so leicht, dass es jeder selbst versuchen kann.

Um herauszufinden, welche Speicherkapazität man benötigt, genügt in aller Regel ein Doppelklick auf das Icon "Computer" und Windows zeigt einem die belegte Festplattenkapazität beim Laufwerk C an. Dort wird der belegte Speicher angezeigt. Wenn dieser, wie in unserem Falle, 235 GByte betragen sollte, dann kommt man mit einer 250-GByte-SSD nicht mehr zurecht und sollte schon nach der nächsthöheren Kapazität von 500 GByte Ausschau halten. Diese Auswahl sollte man aber erst treffen, wenn man den vorangegangenen Schritt ausgeführt hat. Eine Crucial-MX300-SSD gibt es beispielsweise mit 275 GByte Kapazität schon ab 92 Euro.

Die SSD auf Seiten der Hardware zu installieren, ist das eine, die Software auf der anderen Seite 1:1 wiederzuhaben, ist das andere. Das kann man mittels Klonprogrammen wie dem Seagate-Disk-Wizzard (kostenlos, funktioniert aber nur, wenn ein Seagate-Laufwerk im System ist) oder dem Hauptprogramm Acronis True Image (kostenpflichtig), auf welchem der Disk-Wizzard aufsetzt, erreichen. Damit ist es möglich, ein Abbild der Festplatte 1:1 mit wenigen Schritten auf die SSD zu kopieren. Danach kann man die Festplatte aus dem System nehmen und die SSD an deren Stelle an den Start bringen. Das Programm ist sehr simpel und selbsterklärend, aber natürlich gibt es auch noch hinreichend andere geeignete Programme, welche ähnliche Funktionen bieten.

Optimierungs-Tools

Weniger versierten Anwendern raten wir prinzipiell davon ab, solche Applikationen zu verwenden. Sollte etwas schieflaufen, weiß man sich in diesem Fall nicht mehr zu helfen. Versierte Anwender verwenden diese Tools ohnehin nicht, da sie wissen, was sie tun.

Einen kompletten Artikel zum PC-System im Eigenbau bieten wir ausführlich hier.
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