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Konkurrenz für Chrome OS

Microsoft zielt auf den Bildungssektor ab - Windows 10 S kommt

Software | HT4U.net
In New York hat Microsoft heute sein neuestes Betriebssystem "Windows 10 S" präsentiert. Laut Windows-Chef Terry Myerson spiegelt es die "Seele von Windows" wider, tatsächlich handelt es sich um ein schnelles und sicheres Produkt für den Bildungssektor, das geringe Anforderungen an die Hardware stellt. Hierfür setzt Microsoft auf ein geschlossenes Ökosystem und erlaubt nur Apps aus seinem eigenen Store.

Der Kampf um den Bildungssektor

Damit verschafft sich Microsoft eine ähnlich große Kontrolle über die verfügbaren Anwendungen, wie man es von den mobilen Betriebssystemen von Apple und Google bereits gewohnt ist. Der eigentliche Gegner ist indes Googles Chrome OS, das sich aufgrund kostengünstiger Computer und geringer Wartungskosten insbesondere in den Bildungseinrichtungen der USA wie ein Lauffeuer verbreiten konnte – auf Kosten von Microsoft und Apple. Chrome OS konnte seinen Marktanteil in diesem Segment laut Futuresource binnen zwei Jahren um 20 Punkte auf 58 Prozent steigern, während Windows auf 22 und iOS auf 14 Prozent abgerutscht ist.

Das kann Windows 10 S

15 Sekunden nach dem Einschalten soll Windows 10 S einsatzbereit sein, und mit Hilfe individueller Setup-Sticks lässt sich das System in 30 Sekunden vorkonfigurieren. Store-Apps laufen in abgesicherten Containern, während das Ausführen normaler Windows-Programme unterbunden wird. Wer diese benötigt, kann Windows 10 S über den Store zu Windows 10 Pro aufwerten – bis Dezember 2017 wird dies kostenlos möglich sein. Schulen, die bereits mit einer Pro-Version von Windows arbeiten, können ihre PCs kostenlos auf Windows 10 S umstellen. Im Lieferumfang von Windows 10 S befinden sich "Office 365 Education" inklusive "Microsoft Teams" sowie Minecraft als Education Edition nebst einer passenden Jahreslizenz. "Intune for Education", eine Software für die Systemverwaltung, liegt als Testversion bei.

Surface Laptop mit Windows 10 S

Komplette Rechner mit vorinstalliertem Windows 10 S werden zu Preisen ab 189 US-Dollar in den Handel kommen, das hauseigene "Surface Laptop" kostet mit 999 US-Dollar allerdings deutlich mehr. Das "Surface Laptop" nutzt einen Intel Core i7 (mit Intel Iris Plus Graphics 640) oder i5 (mit Intel HD 620) der siebten Generation in Kombination mit 4, 8 oder 16 GiB RAM und 128, 256 oder 512 GB SSD-Speicher. Das 13,5 Zoll große Touchdisplay bietet eine Auflösung von 2.256 x 1.504 Bildpunkten bei 201 ppi, einen Mini-DisplayPort, WLAN gemäß IEEE 802.11ac sowie Bluetooth 4.0. Eine Akkuladung soll bei dem 1,25 kg leichten Rechner für 14,5 Stunden Videowiedergabe reichen. Die Vorbestellung der Geräte ist heute angelaufen, verschickt werden sie aber erst ab dem 15. Juni 2017.

Die Rechner der anderen

Es ist erstaunlich, dass Microsoft Googles Chrome OS herausfordert, ohne ein eigenes Gerät in der passenden Preisklasse zu platzieren. Stattdessen konzentriert sich Microsoft auf die gehobene Klasse und überlässt die Entwicklung günstiger Schul-PCs lieber seinen Partnern. Computer mit Windows 10 S sind ab sofort von Acer, ASUS, Dell, Fujitsu, HP, Samsung und Toshiba zu haben, wobei einige dieser Hersteller auch Chrome-PCs in ihrem Sortiment führen. Man darf gespannt sein, ob sich Windows 10 S im Bildungssektor durchsetzen wird und verlorene Marktanteile zurückgewinnen kann. Vieles wird davon abhängen, wie gut und ausgereift die Partner-PCs bereits sind.

Autor: mid
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