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CPU- und Grafikkarten-Gerüchte scheinen sich zu bewahrheiten

AMD bestätigt Threadripper und Vega 10 mit 16 GByte HBM2-Speicher (Update)

Prozessoren | HT4U.net
Die letzten Tage gab es einige Meldungen aus der Gerüchteküche rund um AMDs kommenden High-End-CPUs und High-End-Grafikkarten. Auf dem diesjährigen AMD Financial Analyst Day hat der Hersteller einige der bisher kursierenden Gerüchte bestätigt. So auch den Umstand, dass die kommende APU Raven Ridge mit einer Vega-Grafikeinheit ausgestattet sein wird.

AMD bestätigte heute offiziell, dass die neuen APUs auf Basis von Raven Ridge im zweiten Halbjahr 2017 starten werden – das Notebook-Segment scheint in erster Linie angezielt zu sein. Raven Ridge wird dabei auf der ZEN-CPU-Architektur von Ryzen aufsetzen und eine Grafikeinheit auf Basis der kommenden Vega-Grafikchips einsetzen. Dadurch verspricht AMD eine 50 Prozent höhere CPU-Leistung und eine 40 Prozent höhere Grafikleistung gegenüber den bisherigen APUs bei gleichzeitig gesunkenem Strombedarf (50 % weniger). Mit keinem Wort hat AMD erwähnt, wann man die APUs für den Desktop-Bereich präsentieren will, laut Gerüchten könnte dies erst 2018 der Fall sein. Wann genau Ryzen als Mobile-Variante für Notebooks erscheint, ist auch noch nicht gewiss. Möglicherweise könnte dies erst im vierten Quartal 2017 erfolgen.

Vega 10 als Flaggschiff kommt mit 16 GByte HBM2-Speicher

Fest steht bislang, dass AMD seine Profi-Grafikkarte auf Vega-Basis Ende Juni 2017 in den Markt entlässt. Spieler müssen sich allerdings noch länger gedulden. Die Radeon Vega Frontier Edition soll sich mit NVIDIAs Profimodellen im Deep-Learning-Bereich messen. Dazu stehen 16 GByte HBM2-Speicher zur Verfügung, eine Single-Precision-Leistung von etwa 12 TFLOPS und eine Half-Precision-Performance von etwa 25 TFLOPS. Die Pixel-Füllrate nennt AMD mit etwa 90 Gpixel pro Sekunde und die Speicherbandbreite mit ungefähr 480 GByte pro Sekunde. Die Shader-Einheiten bei Vega 10 im Vollausbau betragen 4.096 Rechen-Einheiten.

Es dürfte auf der Hand liegen, dass AMD ausgehend von dieser Profilösung auch eine Desktop-Variante umsetzen wird. Wie genau diese dann aber aussehen wird und wann sie erscheint, bleibt aktuell noch offen.

Codename Threadripper für High-End-CPUs mit X399-Chipsatz

Ein neuer Codename ist im Umlauf, und das schon seit Tagen. Auch nach AMDs offiziell erfolgter Bestätigung bleibt nun unklar, ob Threadripper als CPU-Name in Verbindung mit Ryzen agieren wird, oder aber, ob es sich um die Bezeichnung für die High-End-Desktop-Plattform handelt. Offiziell bestätigt ist nun aber ein kommender Ryzen-Prozessor für einen X399-Chipsatz mit bis zu 16 Kernen und 32 Threads, welcher im Sockel SP3r2 arbeiten wird, eben jenem, welchen AMD auch für das Serversegment vorsieht.

Erwartet wird Threadripper im "Sommer 2017", was einen dehnbaren Zeitraum darstellt. Die Gerüchte sprechen aktuell aber bereits von Juni.

Die Zukunft bis 2020 ...

... kann AMD aktuell in Zahlen natürlich noch nicht belegen, aber zumindest zeigen die Roadmaps, dass es bis 2020 noch einige Änderungen geben wird. Auf die Grafikkarten Vega in 14-nm-Fertigung soll Navi bereits in 7-nm-Fertigung folgen, und bis 2020 dann noch die nächste Generation, auch in 7-nm-Technik.

Auch bei Prozessoren liegt das Augenmerk auf der Fertigungstechnik. ZEN, welcher aktuell in 14 nm das Jahr 2017 bestimmt, erhält eine Ablösung von ZEN 2 in 7-nm-Fertigung und bis 2020 von ZEN 3, ebenfalls in 7-nm-Fertigung.

Update 21.05.17:

Zu unserer Originalmeldung vom 17. Mai 2017 gibt es einen kleinen Nachtrag. Inzwischen hat AMD anscheinend bestätigt, dass es sich bei dem Begriff Threadripper nicht um einen Code-, sondern einen Markennamen handele, unter dem die neuen Prozessoren in den Handel kommen werden. Wahrscheinlich ist demnach "Ryzen Threadripper" mit gefolgter Zahlenkombination. Die bisherigen Spekulationen um Ryzen 9 scheinen damit wohl eher vom Tisch zu sein.
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