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Hardware-Schäden und Datenverlust sinnvoll vorbeugen

Tipps zum Überhitzungsschutz für Computer

| HT4U.net
In den vergangenen Tagen kletterte das Thermometer vielerorts auf die 35-Grad-Marke. Besonders heiß wurde es am vergangenen Wochenende in Trier. Laut Deutschem Wetterdienst wurden am Petrisberg 34,3 Grad gemessen. Das hochsommerliche Wetter macht dabei nicht nur der Gesellschaft zu schaffen. Auch Computer leiden unter den Temperaturen, und die Hitze im Gehäuse ist nicht zu unterschätzen. Mit geeigneten Maßnahmen und passenden Kontrollen wird der Rechner vor drohenden Hardware-Schäden geschützt.

Wenn Computer überhitzen, können die Geräte nicht nur abstürzen, sondern im Extremfall auch wertvolle Daten verloren gehen und kostenintensive Hardware-Schäden zustande kommen. Um das zu vermeiden, sollten die größten Wärmequellen überprüft und gegebenenfalls zusätzlich gekühlt werden, beispielsweise über zusätzliche Gehäuselüfter. Insbesondere Grafikkarte und Prozessoren tragen einen Großteil zur Wärmeentwicklung im System bei. Das rührt bei leistungsstarken Modellen eben von der recht hohen Leistungsaufnahme her, welche die Geräte für sich beanspruchen und dadurch entsprechende Abwärme produzieren.

Gehäuselüfter sind unerlässlich

In aller Regel sollten CPU- und Grafikkarten-Kühler von Hause aus hinreichend dimensioniert sein, um die Komponente auch im Extemefall ausreichend kühlen zu können. Aber Achtung: Die Hersteller der Produkte setzen dabei voraus, dass hinreichend Gehäusebelüftung vorhanden ist und diese auch funktioniert. Ist dies nicht der Fall, können die Komponenten dennoch an die Grenzen ihrer maximalen Temperatur gelangen.

Aber auch Mainboard und Netzteil können sehr heiß werden. Während bei Netzteilen meist Lüfter integriert sind, gibt es beim Mainboard in der Regel keine aktiven Kühlungen mehr. Bei dem Gros der Ausführungen sind Kühlkörper auf den Chipsätzen vorhanden, doch auch diese setzen einen passiven Luftstrom der Gehäuselüfter voraus. Insbesondere auch die Bauteilkomponenten der Spannungsversorgung des Mainboards erwarten diesen Luftstrom, denn ansonsten können sie durch zu hohe Hitze schneller altern, als vorgesehen, wodurch es zu Defekten kommen könnte.

Erste Kontrollmaßnahmen

Bevor Maßnehmen zur zusätzlichen oder verbesserten Kühlung der CPU und anderer Bauteile vorgenommen werden, ist es ratsam, Temperaturen zu überprüfen. Hierfür stehen praktische Tools zur Verfügung. Beispiele: "Core Temp" und "HWInfo". Die Tools messen die Temperatur der CPU und werden kostenlos zum Download bereitgestellt. Mehr als 50 bis 60 °C sollte der Prozessor im lastfreien Zustand nicht aufweisen, und bei Lasttemperaturen sollte man 80 °C bestenfalls nicht überschreiten.

Das gilt ebenfalls für Komponenten wie SSDs. Diese unterliegen unterschiedlichen Temperaturlimits, und hier gibt es – je nach Hersteller – Temperaturvorgaben von bis zu 70 °C. Im Regelfall gilt: 60 °C sollte man nicht überschreiten, optimale Betriebstemperaturen liegen häufig im Bereich von 40 °C. Sind Temperatursensoren vorhanden, können Tools wie "HWInfo" oder "AIDA64" diese ebenfalls auslesen und Hinweise geben, ob Handlungsbedarf besteht.

Externe Wärmequellen eliminieren, und Reinigung

Liegt die allgemeine Temperatur im Gehäuse des Computers deutlich über der empfohlenen Marke, gilt es umgehend zu reagieren, um Schäden an der Hardware vorzubeugen. Zunächst sind zusätzliche Wärmequellen vom PC fernzuhalten. Neben direkter Sonneneinstrahlung, die über die Anpassung des Standorts vermieden wird, sind andere wärmeerzeugende Geräte mit ausreichend Abstand zum Rechner aufzustellen.

Zudem lohnt sich ein Blick in das Gehäuse. Befindet sich hier viel Staub, trägt das zur Überhitzung bei. Insbesondere zugedreckte und verstaubte Gehäuselüfter bringen nicht mehr die gewünschte Kühlleistung. Gerade im Zeitalter von Laminat- und Parkettböden gibt es keine Staubschlucker wie Teppiche mehr, und somit wird deutlich mehr Staub durch die Gehäuselüfter ins Gehäuse gezogen. Dieses Umstands sind sich auch die Gehäusebauer bewusst, weshalb bei hochwertigeren Gehäusen Staubfilter verbaut werden. Doch auch diese müssen von Zeit zu Zeit gereinigt werden. Die regelmäßige Reinigung sollte daher selbstverständlich sein. Sie begünstigt gleichzeitig die einwandfreie Funktionsfähigkeit des Lüfters. Auch er kann durch Schmutz und Staub eben überlasten und im schlimmsten Fall vollständig ausfallen.

Lüfter und Zirkulation

Lüfter haben die Aufgabe, warme Luft aus dem PC-Gehäuse zu befördern und so Prozessor, Hauptplatine, Grafikkarte und alle anderen Hardware-Elemente vor einem Hitzestau zu bewahren. Je mehr Wärme der Computer erzeugt, desto größer sollte der Lüfter dimensioniert sein, nicht zuletzt wegen der Geräuschentwicklung. Das Spektrum reicht von Lüftern mit 40 Zentimetern bis hin zu Modellen mit 200 Millimetern – wir sprechen von Gehäuselüftern. Sollte der Kühler deutlich lauter werden, ist dies ein erstes Anzeichen für eine potenzielle Überlastung.

Prinzipiell sieht der eigentliche Luftfluss im Gehäuse nach ATX-Spezifikation einen Lüfter in der Gehäusefront vor. Das Netzteil, am oberen linken Ende des Gehäuses verbaut, sieht den Gegenpart vor, da der dortige Lüfter saugt. Die Frischluft kommt also über den unteren, rechten Gehäuselüfter ins Gehäuse und wird über den Netzteillüfter im oberen linken Bereich angesaugt und nach außen transportiert. Dumm ist nur der Umstand, dass zwischenzeitlich moderne Gehäuse einen Netzteilplatz am unteren linken Bodenende im Gehäuse vorsehen. Das ist dem Umstand geschuldet, dass das Netzteil dadurch immer mit Frischluft versorgt werden kann, weniger Temperatur erdulden muss und damit auch leiser von den aktiven Lüftern im Netzteil gekühlt werden kann. Daraus erschließt sich, dass in solch modernen Gehäusen ein passender Gehäuselüfter ins obere linke Heck gehört, um wiederum die ATX-Spezifikation und die Anforderungen der Komponentenhersteller (Grafikkarte, Prozessor, Festplatten) zu erfüllen.

Entgegen vergangenen Zeiten sind diese Lüfter heute zumeist mit Vier-Pin-Anschlüssen ausgestattet, so dass eine direkte Verbindung mit dem Mainboard erfolgen und das Mainboard wiederum eine Regelung der Lüfterdrehzahl vornehmen kann. Dies in Verbindung mit einem großen Lüfter sorgt in aller Regel für hohen Luftdurchsatz bei gleichzeitig geringer Geräuschkulisse.

Was noch?

Selbstverständlich, je nach eigenem Bedarf an Kühlung und Lautstärke, gibt es die Mögichkeit, auf bessere Kühllösungen zu setzen. Bleiben wir bei CPU und Grafikkarte, bleiben kaum Wünsche offen, welche der Fachhandel nicht erfüllen könnte. Zubehörspezialisten entwickeln alternative Kühllösungen für Grafikkarten und CPU-Kühler jenseits der von AMD und Intel gelieferten Modelle wie Sand am Meer. Insbesondere bei CPU-Kühlern sollte man nicht auf "Boxed-Modelle" des Herstellers setzen, da diese eben sehr günstig produziert werden, damit sie in Kombination mit der CPU geliefert werden können. Sie leisten ihren Dienst, gehen leider aber deutlich zulasten der Geräuschfrequenz.

Gewitter als Risikofaktor: Überspannungsschutz in Steckdosenleisten

Nicht nur an übermäßige Hitze ist zu denken. Die letzten Jahre haben unter Beweis gestellt, dass drei Tage hohe Wärme gerne in Unwettern enden. Im Sommer sind auch Gewitter ein potenzielles Risiko für die Hardware – wir sprechen von Überspannungen. Eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz zählt zu den wirklich wichtigen Vorsichtsmaßnahmen. Computer reagieren teilweise sehr empfindlich auf kleinste Schwankungen in der Stromleitung. "Auch ein Kurzschluss wird mittels dieser Geräte verhindert, indem der Widerstand im Inneren so geregelt wird, dass im Notfall keine Geräte beschädigt werden", erklärt der Ratgeber unter steckdosenleiste.org zu Recht. Wer einmal seine Fotos, Musik und sonstige Datensammlungen verloren hat, der weiß, wovon wir sprechen.

Weiterführende Links
Nachfolgend haben wir ein paar Tools ausgewählt, welche durchaus hilfreich sein können. Natürlich erheben wir hier keine Anspruch auf Vollständigkeit, denn die Vielfalt im Markt ist ebenfalls unendlich. Unsere bevorzugten Tools lauten wie folgt:
  • Core Temp
  • GPU-Z
  • HWInfo
  • MSI Afterburner
  • Speed Fan

Zahlreiche Informationen und Artikel zum Thema hatten wir in den vergangenen Jahren bereits publiziert, zu finden meist in dieser Rubrik.
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