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High-End-Gaming-Motherboards

MSI stellt vier neue Top-Platinen mit Intel-X299-Chipsatz vor

Mainboards | HT4U.net
Wie viele Gerüchte vorausgesagt haben, gab es auf der Computex viel Neues zu Intels neuer High-End-Plattform "Basin Falls" zu sehen. Passend hierzu hat MSI vier neue Gaming-Motherboards mit dem zugehörigen X299-Chipsatz vorgestellt. Hierbei bleibt MSI seinen Produktnamen treu, und es ändert sich wieder nur die Chipsatzbezeichnung. Simpel, aber auch innovativ?

Es sind wieder die alten Produktnamen, mittlerweile kann man fast von "Produktreihen" sprechen, gab es vor dem X299 Gaming Pro Carbon AC doch auch das X99/Z270/Z170 Gaming Pro Carbon. Gleiches Spiel ebenso mit dem X299 Gaming M7 ACK, dem X299 Tomahawk und dem X299 SLI Plus. Anwendern dürfte dies die Entscheidung vereinfachen, da beispielsweise die SLI-Plus-Reihe beim X299 gegenüber dem X99 fast dasselbe Layout mit fast denselben Anschlüssen aufweist. Dies gilt auch für das X299 Gaming Pro Carbon AC, wegen fehlender Layout-Abbildungen lässt es sich aber leider noch nicht für das X299 Gaming M7/Tomahawk sagen.

Wie sein Vorgänger macht das X299 Gaming Pro Carbon AC einen soliden ersten Eindruck. Da sich beim Layout fast nichts getan hat, gibt es immer noch acht DDR4-DIMM-Steckplätze, eine 7-Segment-Anzeige, vier PCI-E-x16- sowie zwei PCI-E-x1-Slots. Letztere haben beim neuen X299 Produkt ihren Platz mit dem darunterliegenden x16 zugunsten eines zweiten M.2-Slots mit voller Länge getauscht. Also: x16/x1/x16/x16/x1/x16, anstatt x16/x1/x16/x1/x16/x16 wie beim X99er. Wirklich neu sind ein USB-3.1-Frontpanel-Header, nun drei M.2-Slots, wobei der dritte ein Key-E mit bereits verbautem WLAN-Modul ist, sowie ein U.2-Anschluss anstelle jeweils eines SATA- sowie eines SATA/SATA-Express-Kombi-Anschlusses. Ob es aktuell sinnvoll ist, SATA Express gegen U.2 zu tauschen, ist wohl fragwürdig, da sich beide Anschlüsse bisher zwar nicht richtig durchsetzen konnten, es aber für SATA Express aktuell noch mehr Verwendung gibt, darunter ein USB-3.1-Frontpanel.

Bild: MSI stellt vier neue Top-Platinen mit Intel-X299-Chipsatz vor
Neben einem deformierten, aber interessant aussehenden Chipsatzkühlkörper wird nun DDR4 bis 4.266 MHz offiziell (OC-Modus) unterstützt, es gibt wie gehabt 3-Wege-SLI/-Crossfire, und die CPU-Spannungsversorgung hat nun 8+4 anstatt 8 Pins. Zudem gibt es nun ein 10-Phasen-PWM-Design, was darauf hindeutet, dass es vor allem an Extreme-Übertakter und das High-End-Segment gerichtet ist, welche die Stromreserven auch ausreizen werden. Der I/O-Hub bleibt außer zwei Anschlüssen für die mitgelieferten WLAN-Antennen und einem BIOS-Wechsel-Knopf gleich: Ein CMOS-Reset-Knopf, ein PS/2-Anschluss, dreimal USB 2.0, viermal USB 3.0, jeweils einmal USB 3.1 Typ A und C, Gigabit-LAN und fünf Klinkenausgänge sowie ein optischer Audio-Ausgang, welche sich zu einem Realtek-ALC1220-Onboard-Soundchip gesellen.

Ansonsten gibt es acht SATA-3-Anschlüsse, zwei USB-2.0-Header, zwei USB-3.0-Header, jeweils einen CPU-Lüfter-/Wasserpumpen-4-pin-Anschluss, vier 4-pin-Gehäuselüfter-Anschlüsse, einen RGB-LED-Anschluss und einen TPM-Steckplatz. Softwareseitig gibt es nun offizielle Intel-Optane-Memory-Unterstützung sowie MSIs hauseigene Entwicklungen: System Saver und Audio Boost 4.

Bisher kann man für das X299 Gaming Pro Carbon AC also nicht von Innovation, sondern wohl eher von Aktualität reden. Eine Innovation ist wohl eher, dass man nun die schwarzen Kühlerabdeckungen, zum Beispiel die der Spannungswandler, gegen mitgelieferte goldene oder silberne tauschen kann. Leute mit 3D-Drucker dürften sich außerdem darüber freuen, dass sie selbst Abdeckungen nach Belieben drucken können – hierfür wird MSI die 3D-Daten bereitstellen.

Bild: MSI stellt vier neue Top-Platinen mit Intel-X299-Chipsatz vor
Etwas mehr verändert wurde hingegen beim X299 SLI Plus gegenüber seinem X99-Vorgänger. Es gibt immer noch acht DDR4-DIMM-Slots, nun auch mit bis zu 4.266 MHz, zudem wurde das PCI-E-Layout ebenfalls von x16/x1/x16/x1/x16/x16 zu x16/x1/x16/x16/x1/x16 verändert, eine 7-Segment-Anzeige ergänzt und RGB-Beleuchtung eingebaut. Das Layout wurde wohl wieder zugunsten eines zweiten M.2-Slots mit voller Länge geändert. Anders als beim X299 Gaming Pro Carbon AC jedoch blieb die CPU-Spannungsversorgung bei acht Pins, und es gibt keinen dritten M.2-Key-E-Slot.

Die restliche Ausstattung ist nahezu identisch, aber etwas puristischer. Es gibt keine wechselbaren Abdeckungen für die Chipsatz- und Spannungswandlerkühler, unterstützt wird nur 2-Wege-SLI/-Crossfire, und es fehlen die internen Power- und Resetbuttons sowie der Gehäuse-Eindringungs-Verbinder, der BIOS-Wechsel-Schalter und der CMOS-Reset-Jumper. Dafür gibt es nun zwei LAN-Ports und vier statt drei USB-2.0-Anschlüsse am I/O Panel. Alles in allem steht das X299 SLI Plus dem X299 Gaming Pro Carbon AC wohl in keiner grundlegenden Funktion nach, außer man möchte 3-Wege-SLI/-Crossfire nutzen, sodass es wohl eher an die breite Masse gerichtet sein wird als das – vermutlich wie der Vorgänger – hochpreisigere X299 Gaming Pro Carbon AC.

Zuletzt wurden noch das X299 Gaming M7 ACK und das X299 Tomahawk angekündigt. Zu beiden ist noch nicht wirklich viel bekannt, Ersteres besitzt laut MSI ebenfalls ein 10-Phasen-PWM-Design und Audio Boost 4 Pro, bei dem zwei dedizierte Audioprozessoren eine gleichzeitige Verwendung zweier Wiedergabegeräte ermöglichen, und es gibt ebenfalls wechselbare Kühlerabdeckungen und zugehörige 3D-Dateien. Außerdem ist der Killer Double Shot PRO mit 1535-WiFi-Adapter verbaut, sodass auch hier WiFi onboard ist.

Das X299 Tomahawk kommt in einem an Kampfpanzer angelehnten, materialistischen Look mit Kühlkörpern aus Edelstahl. Zudem ist auch hier Audio Boost 4 verbaut.

Bei allen Mainboards als Standard inklusive ist auch MSIs M.2 Shield FROZR, welcher für eine bessere Kühlung und damit weniger Thermal-Throttling bei M.2-SSDs sorgt. Beim Gaming Pro Carbon AC und Gaming M7 ACK werden jeweils zwei und beim SLI Plus sowie Tomahawk jeweils eins mitgeliefert.

Alle vier dürften interessante Motherboards werden, jedoch muss MSI bei Release auch zeigen, dass seine Motherboards die beste Ausstattung mit dem sinnvollsten Layout haben. Außerdem wird sich zeigen, ob sich die High-End-Motherboards von den anderen so absetzen können, dass sich ein Aufpreis rechnet.

Autor: Dennis
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