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Pleiten, Pech und Pannen

Intels X299-Mainboards taugen aktuell nicht zum Übertakten, Vega bleibt hinter den Erwartungen

Prozessoren | HT4U.net
Teilweise ist das Marketing an Pleiten, Pech und Pannen nicht unschuldig. Im Falle von AMD vermutlich komplett. AMDs Radeon Vega Frontier Edition, eigentlich für den Profibereich gedacht, wurde nebenbei auch als spieletauglich deklariert. Die harten Fakten holen den Hersteller ein. Dagegen steht Intel plötzlich mit einer High-End-Desktop-Plattform auf X299-Chipsatz da, welche sich nicht für Übertakter eignet – so zumindest ein Urteil eines Profi-Übertakters mit Blick auf High-End-Mainboards von ASUS, Gigabyte und MSI.

Was genau bei Intel schiefgelaufen ist, lässt sich derzeit nicht darstellen. Fakt ist in jedem Fall, dass es seitens Roman Hartung (der8auer) eine vernichtende Wertung für aktuelle Top-Platinen von ASUS, Gigabyte und MSI mit X299-Chipsatz gibt. Die Umsetzungen sind offenbar nicht gut für die anliegende hohe Leistungsaufnahme der Top-Prozessoren gewählt. Durch schlechte Stromversorgung werden Netzteile überlastet oder aber die Bauteile der Spannungsversorgung dermaßen überhitzt, dass die Prozessoren bei Übertaktungsversuchen massiv heruntertakten.

Frühstart oder Fehlinformationen?

Der Tester kam zu dem Resultat, dass sich aktuell keine der vorliegenden Platinen wirklich zum Übertakten eignet. Für diese Zielgruppe geht "der8auer" in seinen Empfehlungen gar so weit, dass OC nur mit Full-Cover-Wasserkühlungen umzusetzen seien. Ob Intels Vorgaben an die Mainboard-Hersteller hier nur halbherzig umgesetzt wurden oder ob Intel manche Dinge überhaupt nicht kommunizierte, bleibt derzeit ungeklärt. Darüber hinaus hatten die ersten Tests der X299-Prozessoren gezeigt, dass es große Performance-Schwankungen geben kann, zurückzuführen auf die frühen, wenig ausgereiften BIOS-Versionen.

Intel hatte den Launch der neuen CPUs und des passenden Chipsatzes forciert, vermutlich als schnelle Antwort auf AMDs Ryzen-Modelle. Es gab zum Pressestart kaum Testmuster, und Berichte trudeln erst nach und nach ein. Derzeit sollte man sich vielleicht wirklich noch gedulden, denn bei einer High-End-Desktop-Plattform von Intel geht es nie wirklich günstig zu, auch wenn man die Preise im Portfolio gesenkt hat.

AMDs Marketing trübt Aussichten auf RX Vega

AMDs Radeon Vega Frontier Edition ist vorgestellt und käuflich zu erwerben, zielt aber prinzipiell nicht auf den Spiele- und damit Desktop-Bereich, sondern den Profibereich ab. Optimierte Treiber für Spiele gibt es überhaupt nicht, aber dennoch hatte sich AMD zu einer Aussage hinreißen lassen, welche den Hersteller gerade über die Foren weltweit einholt: spieletauglich wäre die Frontier Edition auch.

Nun hat das Marketing zwar gewusst, dass man die Presse nicht mit entsprechenden Mustern ausrüstet und vielleicht darauf gehofft, dass es darum keine Rückmeldung geben wird. Dummerweise haben aber eben manche Redaktionen und auch Anwender den Geldbeutel geöffnet und ein solches Produkt erworben. Die Resultate sind im Spielesektor dabei ernüchternd. Denn die Profi-Grafikkarte erreicht dabei gerade einmal Leistungen im Bereich zwischen NVIDIA GeForce GTX 1070 und GeForce GTX 1080. Eine NVIDIA GeForce GTX 1080 Ti erreicht man in keinem Fall, und eben das soll der eigentliche Gegner der Radeon RX Vega für den Desktop werden.

Dass es keine Spiele-optimierten Treiber gibt, bleibt in Forendiskussionen inzwischen außen vor. Viele haben bereits damit abgeschlossen, dass AMD nicht in der Lage sei, mit NVIDIA im Grafikkarten-Bereich auf Augenhöhe zu balgen. Dazu gesellten sich Aussagen in Foren, welche Grafikkarten-Herstellern zugeordnet wurden, die davon sprechen, dass Vega sehr heiß würde, sprich mit einer hohen Leistungsaufnahme an den Start gehe.

All das ist derzeit natürlich höchst kontraproduktiv für das noch nicht vorgestellte AMD-Produkt.
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