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AMD zurück auf dem Thron

Ryzen Threadripper zeigt sich als schnellster Desktop-Prozessor

Prozessoren | HT4U.net
Nach einer jahrelangen Durststrecke hat es AMD endlich wieder geschafft, am Marktführer Intel vorbeizuziehen: Die beiden neuen Schlachtschiffe Ryzen Threadripper 1950X und Ryzen Threadripper 1920X sind die derzeit schnellsten Desktop-CPUs und setzen mit 16 bzw. 12 Kernen sowie 32 bzw. 24 Threads neue Maßstäbe in diesem Marktsegment. Dabei bleiben die Preise im Rahmen.

AMD stattet alle Ryzen Threadripper mit vier DDR4-Speicherkanälen (damit sind aktuell 128 GiB RAM möglich) und 64 PCIe-Lanes der dritten Generation aus. Intels Core i9 besitzt ebenfalls vier Speicherkanäle, kann aber nur 44 PCIe-Lanes vorweisen. Zudem ruft Intel wesentlich höhere Preise auf: Während AMD für 16 Kerne (Ryzen Threadripper 1950X) 999 US-Dollar in Rechnung stellt, wird man für Intels Core i9-7960X, dessen Verkauf noch nicht angelaufen ist, 700 US-Dollar mehr auf den Tisch legen müssen. AMDs Zwölfkerner Ryzen Threadripper 1920X geht für 799 US-Dollar über die Ladentheke, Intels Alternative ist 400 US-Dollar teurer. Zudem kann man Intels Preisliste entnehmen, dass der Basistakt der 12-Kern-CPU um 600 MHz niedriger liegen wird, als bei AMD. Die Kehrseite dieser Medaille ist eine TDP von 180 Watt.
    AMD Ryzen Threadripper: Die Modelle für August 2017
  • AMD Ryzen Threadripper 1950X: 999 US-Dollar (im Preisvergleich ab 1.030 Euro)
    16 Kerne/32 Threads @ 3,4-4,0/4,2 GHz; 180 Watt; Quad-Channel-DDR4-2666; 64 PCIe-3.0-Lanes
  • AMD Ryzen Threadripper 1920X: 799 US-Dollar (im Preisvergleich ab 830 Euro)
    12 Kerne/24 Threads @ 3,5-4,0/4,2 GHz; 180 Watt; Quad-Channel-DDR4-2666; 64 PCIe-3.0-Lanes
  • AMD Ryzen Threadripper 1900X: 549 US-Dollar (noch kein Eintrag im Preisvergleich)
    8 Kerne/16 Threads @ 3,8-4,0/4,2 GHz; 180 Watt; Quad-Channel-DDR4-2666; 64 PCIe-3.0-Lanes

Weil der Ryzen Threadripper die Maße des Sockel AM4 sprengt, sind neue Hauptplatinen erforderlich. Der neue Sockel TR4 hat 4.094 Kontakte, der dazugehörige Chipsatz nennt sich AMD X399. Erstmals verzichtet AMD auf die typischen Beinchen (Pins) auf der Unterseite der Prozessoren und verwendet stattdessen einen LGA-Sockel mit federnden Kontakten, wie man ihn von Intel kennt. Bisher sind die passenden Mainboards noch dünn gesät und kostspielig. AMD selbst nennt die Modelle ASRock X399 Taichi, ASUS ROG Zenith Extreme, GIGABYTE X399 AORUS Gaming 7 und MSI X399 Gaming Pro Carbon AC (7B09-010R), in Preisvergleichen findet sich zudem ein ASRock Fatal1ty X399 Professional Gaming. Die Preise starten bei 365 Euro. Als Komplett-PC gibt es derzeit nur den Alienware Area-51 in einer "Threadripper Edition".

In drei Wochen, am 31. August 2017, soll der günstigere Ryzen Threadripper 1900X für 549 US-Dollar folgen. Allerdings hat dieser nur 8 Kerne und 16 Threads zu bieten. Damit ähnelt er dem Ryzen 7 1800X (Sockel AM4), doch es gibt wesentliche Unterschiede: Während beide CPUs einen Turbotakt von 4,0 GHz erreichen, weist der Ryzen Threadripper 1900X mit 3,8 GHz einen um 200 MHz höheren Basistakt auf. Die "Extended Frequency Range" (XFR) endet beim Ryzen Threadripper 1900X bei 4,2 GHz und ist damit um 100 MHz höher. Während beide Prozessoren DDR4-2666 unterstützen, kann der Ryzen Threadripper 1900X auf vier Speicherkanäle zurückgreifen, der Ryzen 7 1800X hingegen nur auf zwei. Zudem besitzt der Ryzen 7 1800X lediglich 24 PCIe-3.0-Lanes, während der Ryzen Threadripper 1900X mit vollen 64 Lanes antreten wird.

Testberichte zum neuen Ryzen Threadripper 1920X und 1950X finden sich unter anderem bei ComputerBase, Golem oder PC Games Hardware.

Autor: mid
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