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Keks lässt grüßen

Android-Betriebssystem in Version 8 hört auf den Namen Oreo

Mobile | HT4U.net
Google hat sein neues Android mit der Versionsnummer 8 nach dem dunklen Doppelkeks von Oreo benannt. Das ist keine große Überraschung, denn es gibt nur wenige Leckereien, die mit dem Buchstaben "O" beginnen. Und für Otternasen oder Ozelotzungen reicht der Humor des Internetriesen nicht aus. Wie üblich werden zunächst nur die Besitzer von Google-Geräten sowie die Käufer neuer Modelle offiziell in den Genuss von Oreo kommen.

Gut, einige Hersteller werden irgendwann auch Upgrades für ihre aktuelle Oberklasse bereitstellen, doch das ist bei Android immer ein Glücksspiel. Die bisher aktuelle Version 7.1 (Nougat) läuft laut Google nur auf 1,2 Prozent aller Android-Geräte weltweit, obwohl es sie schon seit dem 4. Oktober 2016 gibt. Das am 22. August 2016 veröffentlichte Android 7.0 (Nougat) kommt immerhin auf 12,3 Prozent, bleibt damit aber hinter Android 6.0 mit 32,3 Prozent (Marshmallow, 5. Oktober 2015), 5.1 mit 21,8 Prozent (Lollipop, 9. März 2015) und 4.4 mit 16,0 Prozent (KitKat, 31. Oktober 2013). Rund ein Viertel der aktiven Android-Geräte nutzt ein mindestens dreieinhalb Jahre altes Betriebssystem, und auf mehr als der Hälfte ist die installierte Android-Version zweieinhalb Jahre und älter.

Wege aus der Update-Misere

Google ist sich des Update-Problems durchaus bewusst, will aber auch in Zukunft weder Druck auf seine Partner ausüben noch die Update-Verteilung in die eigene Hand nehmen. Stattdessen soll eine neue Abstraktionsschicht namens "Project Tango", welche bei Android 8 zwischen den Treibern und dem Betriebssystem liegt, den Herstellern das Erstellen neuer Android-Images erleichtern. So erstellt der Hersteller einmalig ein Treiberpaket für jedes seiner Geräte und kann das eigentliche Android-Update dann unverändert übernehmen. Dass die Hersteller dieses Angebot annehmen werden, erscheint allerdings zweifelhaft, denn selbst wenn der Aufwand sinkt, bleiben Updates ein Kostenfaktor. Eine weitere Änderung betrifft die monatlichen Sicherheits-Updates: Diese werden von Oreo direkt auf eine der beiden Systempartitionen installiert, statt diese erst in eine Datei herunterzuladen. Das spart wertvollen Speicherplatz.

Weitere Sicherheitsmaßnahmen

Mit "Play Protect" wurde eine App integriert, welche Schad-Software erkennt. Anders als ihr Name vermuten lässt, ist sie nicht auf Googles Play Store beschränkt, sondern kann Apps aus allen Quellen überprüfen. Zudem lassen sich die lokal installierten Apps nachträglich scannen. Sideloading, also die Installation aus Google-fremden Quellen, muss nicht mehr generell erlaubt oder verboten werden, sondern lässt sich auf bestimmte Apps beschränken. Per Safe-Browsing-API können Apps URLs vor dem Laden auf potenzielle Risiken abklopfen, und WebView wurde in einen eigenen Prozess ausgelagert, um die Sicherheit und Stabilität zu verbessern. Apps, die im Hintergrund laufen, bekommen standardmäßig weniger Ressourcen zugesprochen. Nach einiger Zeit werden sie komplett angehalten, wobei es natürlich Ausnahmen gibt. Diese Maßnahme soll die Leistung und Sicherheit verbessern.

Optische und funktionale Neuerungen

Icons können jetzt auch quadratisch mit spitzen oder abgerundeten Ecken sein. Oreo kann Icons animieren und versieht sie mit einem runden Punkt ("Notification Badges"), wenn die App eine Benachrichtigung loswerden möchte. Neu sortiert wurden die Einstellungen, welche die verfügbaren Optionen in weniger Oberkategorien zusammenfassen. Zugleich wurde das Angebot bei den Schnelleinstellungen erweitert. Google hat die Benachrichtigungen in unterschiedliche Kanäle (Channels) unterteilt, was erst einmal sinnvoll erscheint. Aber warum entscheidet der App-Entwickler darüber, auf welchem Kanal seine App landet? Android 8 unterstützt größere Farbtiefen sowie einen Bild-in-Bild-Modus für Videoinhalte (siehe Bildschirmfoto). Eine bessere Erkennung von Textinhalten wie Anschriften oder Termine soll beim Kopieren in die Zwischenablage helfen, und die automatische Vervollständigung von Eingaben kann nun auch von Apps genutzt werden.

Das Wichtigste zum Schluss

Doch wen interessieren schon Sicherheit, Stabilität und Funktionalität, wenn es 60 neue Emojis gibt? Besser noch: Alle Emojis wurden überarbeitet und optisch aufgewertet – vom Pudel bis zum Speckstreifen. Unser Ernst? Nein, aber ein Großteil der Android-Benutzer wird ausschließlich die neuen Emojis bemerken. Oreo bringt zwar einige Verbesserungen, aber keine grundlegenden Neuerungen. Lediglich "Project Tango" weckt ein wenig Hoffnung auf ein Ende des Update-Elends, doch wir halten es mit Johann Wolfgang von Goethe: "Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube."

Autor: mid
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