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Core-ix-8000-Familie ist da

Intel stellt Coffee-Lake-Prozessoren vor: Zum dritten Mal 14-nm-Fertigung

Prozessoren | HT4U.net
Der Termin aus den Gerüchten hat sich heute bestätigt – Intel hat am 5. Oktober 2017 seine neue Prozessorgeneration der Coffee-Lake-Reihe vorgestellt. Zunächst handelt es sich zum dritten Mal um CPUs, welche in 14-nm-Technik gefertigt werden, dafür soll es die beste 14-nm-Fertigung bislang sein. Erstmals schickt Intel aber mit dem Core i7-8700K, dem Core i5-8600K und dem Core i5-8400 Prozessoren mit sechs Kernen ins Consumer-Segment – die Antwort auf AMDs Ryzen-Prozessoren ist also da.

Die neue Modellpalette

Die neuen Prozessoren hinterlassen in ersten Testartikeln einen guten Eindruck: Klar gestiegene Performance bei nur mäßiger Zunahme der Leistungsaufnahme, zusätzlich gesunkenen Temperaturen und durchaus vernünftigen Übertaktungserfolgen. Es hat also den Anschein, dass Intels dritter Aufguss der 14-nm-Fertigung nach der 6000er- und 7000er-Prozessorreihe tatsächlich die am besten gelungene Umsetzung ist. Erstmals gibt es auch Sechskern-Prozessoren im Consumer-Segment bei Intel-CPUs. Dieser Schritt ist mit Sicherheit aber auch die Folge von AMDs Konkurrenzdruck über die Ryzen-Prozessoren. In der i7-Reihe finden sich aktuell die Modelle i7-8700K und i7-8700, welche über sechs Kerne und zwölf Threads verfügen, aber auch in der i5-Reihe gibt es mit dem i5-8600K und dem i5-8400 Modelle mit sechs CPU-Kernen, wenngleich dort dann aber auf Hyper-Threading verzichtet wird und maximal nur sechs Threads gehandhabt werden können.

Aktuell rundet Intel das Produktportfolio mit der i3-Reihe und dort dem i3-8350K und dem i3-8100 nach unten ab. Diese verfügen über jeweils vier CPU-Kerne, allerdings über kein Hyper-Threading.

Kaby Lake -> Coffee Lake CPU-Kerne CPU-Threads Taktraten Listenpreis
Core i7-7700K -> Core i7-8700K 4 -> 6 8 -> 12 4.2/4.5 GHz -> 3.7/4.7 GHz 339 $ -> 359 $ (+8,5 %)
Core i7-7700 -> Core i7-8700 4 -> 6 8 -> 12 3.6/4.2 GHz -> 3.2/4.6 GHz 303 $ -> 303 $
Core i5-7600K -> Core i5-8600K 4 -> 6 4 -> 6 3.8/4.2 GHz -> 3.6/4.3 GHz 242 $ -> 257 $ (+6,2 %)
Core i5-7400 -> Core i5-8400 4 -> 6 4 -> 6 3.0/3.5 GHz -> 2.8/4.0 GHz 182 $ -> 182 $
Core i3-7350K -> Core i3-8350K 2 -> 4 4 -> 4 4.2 GHz -> 4.0 GHz 168 $ -> 168 $
Core i3-7100 -> Core i3-8100 2 -> 4 4 -> 4 3.9 GHz -> 3.6 GHz 117 $ -> 117 $
Quelle: 3DCenter


Die Performance und die Preise

Die Preise hat Intel lediglich beim i7-8700K und beim i5-8500K moderat zu den Vorgängern erhöht. Dafür erhält der Käufer allerdings nun mehr Hardware im Vergleich zu den Vorgängern und eine höhere Performance, was Intel mitunter über die Taktraten und nun auch offiziell schnelleren Speicher ermöglicht. Wurde bei Kaby Lake maximal DDR4-2400-Speicher laut Spezifikation unterstützt, sind es nun DDR4-2666-Speichermodule. Im Performance-Vergleich legen die neuen Modelle gegenüber den Vorgängern klar zu. 13 Prozent unter Anwendungen sind es beim Core i7-8700K im Vergleich zum Core i7-7700K. AMDs Ryzen-Prozessoren* bleiben dennoch nicht unattraktiv, bietet die R7-Reihe doch mehr CPU-Kerne und sich damit eben für Anwendungen an, welche von vielen CPU-Kernen profitieren – eben dort unterliegt Intel weiterhin.

Nachteile sind aber auch vorhanden

Abermals braucht es für eine neue Intel-CPU-Familie neue Hauptplatinen, mehr oder minder hier ohne Not geboren, zumindest auf den ersten Blick. Der für diese CPUs vorgestellte Chipsatz Z370 ist absolut Pin-kompatibel zu den bisherigen Z270-Platinen, aber Intel verhindert es über BIOS-Updates, dass die neuen Modelle in den älteren Hauptplatinen lauffähig sind. Das soll mit begründet sein in späteren Planungen für die ix-8000-Reihe, welche auch Achtkern-Prozessoren vorsehen, aber auch Modelle in 10-nm-Fertigungstechnik. Das erhöht die Anschaffungskosten nicht unerheblich. Zudem bietet der neue Chipsatz kaum Neuerungen zum bisherigen Z270-Chipsatz, scheint also mehr oder minder nur unter neuem Label in den Markt entlassen zu sein. Zudem soll es aktuell eine relativ schlechte Verfügbarkeit der Prozessoren geben, was sich durchaus auf die Preisgestaltung auswirken könnte und letztlich Anschaffungen entweder verteuert oder klar verzögert, schließlich sind wir schon im dritten Quartal 2017.

Nicht genug, dass Intel nunmehr mit Kaby Lake und Coffee Lake im Jahr 2017 zwei CPU-Generationen vorgestellt hat, soll Ende des Jahres auch noch Cannon Lake in 10-nm-Fertigungstechnik starten. Diese wird aber auch in der Core-ix-8000-Familie angesiedelt sein und soll Anfang 2018 dann mit neuen Chipsätzen mit mehr Features antreten. Bei dieser Schlagzahl stellt sich dann wirklich die Frage, ob man nicht besser aufgehoben ist, wenn man die neuen Produkte Ende 2017/Anfang 2018 abwartet, welche dann in 10-nm-Fertigung antreten.
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