Nachrichten

Intel Coffee Lake im Handel praktisch nicht zu erwerben

Neue Intel-Prozessoren: Schnell, effizient, nicht verfügbar

Prozessoren | HT4U.net
Da hat Intel seit langer Zeit einmal wieder eine tolle Neuvorstellung einer neuen CPU-Familie in Form der Coffee-Lake-Prozessoren (Core i7-8700K, i5-8600K usw.) gezeigt und erhielt auch überwiegend Top-Kritiken im Hinblick auf Performance, Effizienz und teils auch Preisgestaltung. Doch die schon im Vorfeld aufgetauchten Gerüchte haben sich bewahrheitet. Kaufen kann man die neue Ware kaum.

Ein wenig unter Druck erscheinen Intels Handlungen der letzten sechs Monate, schlicht ausgerichtet als Antwort des Marktführers auf AMDs höchst konkurrenzfähige Ryzen-Prozessoren. Doch erhielt man im ersten Anlauf bei den High-End-Plattformen noch Schelte, zeigte sich dies beim Launch der neuen Core-ix-8000-Familie aka Coffee Lake komplett konträr. Hinreichend Werbung für die neuen CPU-Modelle, in welcher beispielsweise der Core i7-8700K oder der Core i5-8600K als Sechskerner im Consumer-Segment spielt, erhielt man über Presse-Artikel. Und das Lob war durchaus groß. Nun stellen sich aber die befürchteten Verfügbarkeiten im Vorfeld als wahr heraus. Kaum eine CPU der neuen Serie ist am Markt verfügbar.

Schlimmer noch: Die erste Auslieferung der Prozessoren weltweit war wohl auf kleine Stückzahlen begrenzt, und die Listenpreise werden in Ermangelung der Lieferbarkeit und der Nachfrage durch die Straßenpreise nun deutlich überboten. Angeblich haben die Händler keine konkreten Informationen, wann sich dieser Umstand ändert – Lieferungen weiterer Kleinmengen seien angekündigt, was die Preise dadurch hochhält, denn die Kundschaft ist offenbar bereit, durch die positive Berichterstattung zu kaufen.

Wann sich die Lage ändert, ist unklar. Von Intel gibt es kein offizielles Statement zu diesem Umstand. Manche Webseiten berichten darüber, dass die Verfügbarkeit sich erst im Dezember klar verbessern soll, andere sprechen über nicht genannte Quellen erst von Januar 2018. Das alles wiederum sollte Intel überhaupt nicht schmecken, denn dann sollen ja eigentlich schon wieder die neuen Modelle in 10-nm-Fertigung an den Start gehen und die neuen Chipsätze mit neuen Feature-Sets folgen. Bis dahin bleibt AMD mit seinem Preisgefüge beispielsweise bei Ryzen 7 1700X oder Ryzen 5 1600 die attraktivere Wahl. Die Preise sind günstiger, die Plattformen in der Gesamtkonstellation ebenfalls. Die Performance liegt bei durchschnittlichen Anwendungen ähnlich und bei Applikationen, welche deutlich von vielen Kernen profitieren, darüber.

Dass Intel nach der Einführung einer neuen CPU-Familie mit schlechter Verfügbarkeit glänzt, ist eher ungewöhnlich. Was genau der Hintergrund ist, ist unklar und lässt Raum für Spekulationen. Die eine Richtung spricht davon, dass Intel seine Planungen im Hinblick auf die Ryzen-Konkurrenz überstürzt ändern musste. Die andere Variante wäre natürlich, dass sich die Lagerbestände an Core-ix-7000-Prozessoren, inklusive der neuen High-End-Modelle auf X299-Plattformen, erst einmal verkaufen müssen.
[]