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Erste Modelle kommen Ende des Jahres, die Masse Anfang 2018

AMD steuert nun das Notebook-Segment mit Ryzen 5 2500U und Ryzen 7 2700U an

Mobile | HT4U.net
Im Konkurrenzkampf zwischen AMD und Intel bleibt es weiterhin spannend. AMD hat sich im Prozessorgeschäft für Desktop, High-End-Plattformen und Server zurückgemeldet. Im nächsten Schritt visiert man Ryzen 5 2500U und Ryzen 7 2700U fürs Notebook-Geschäft an und will mit den Raven-Ridge-Modellen Intel mächtig Paroli bieten. Die Eckdaten sprechen dafür, dass auch dies gelingen könnte.

Premium-CPU-Kerne und Premium-Grafik im Notebook-Segment: Das ist es, was AMD mit den kommenden Ryzen-Mobile-Prozessoren mit "Vega Graphics" verspricht, und es liegt schon auf der Hand, dass AMD weiterhin seine Stärken bei integrierten Grafiklösungen ausspielen wird. Aber Raven Ridge – so der Codename der neuen Mobile-GPU-Generation (und kommenden APU-Generation) – will gegenüber Bristol Ridge nicht nur 130 Prozent mehr Grafik-Performance bieten, sondern kann laut AMD auch bis zu 200 Prozent mehr GPU-Performance liefern und will es so auch mit der Kaby-Lake-Refresh-Generation von Intel aufnehmen – selbstverständlich bei besserem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zwei Modelle zum Start mit lediglich 15 Watt TDP

Den Start sollen zwei Modelle der neuen Reihe vollziehen: Ryzen 5 2500U und Ryzen 7 2700U. Gegenüber den Desktop-Versionen wird hierbei der L3-Cache von 8 auf 4 MByte gekürzt. Das könnte physikalische Hintergründe haben, denn es gesellt sich eben nun auch noch eine integrierte Grafikeinheit auf dem CPU-Die hinzu. Beide neuen Modelle verfügen lediglich über vier Kerne (acht Threads) bei Taktraten von 2,0 bzw. 2,2 GHz im Basis- und 3,6 bzw. 3,8 GHz im Turbotakt. Beide Modelle spielen – wie die gehobene Intel-Konkurrenz – lediglich im 15-Watt-TDP-Bereich, und der Unterschied zwischen Ryzen 5 und Ryzen 7 ist die zum Einsatz kommende integrierte Grafiklösung.

Ryzen 5 und 7 unterscheiden sich vorrangig über die Vega-Grafik

Im Falle von Ryzen 7 ist hier die Rede von Vega 10 Mobile mit 640 Shader-Einheiten und einem maximalen GPU-Takt von 1.300 MHz, im Falle von Ryzen 5 2500U ist es Vega 8 Mobile mit 512 Shader-Einheiten und maximalem Takt von 1.100 MHz. Gegenüber den bisherigen APUs von AMD für das mobile Segment erblickt man deutliche Steigerungen bei Shader-Einheiten und noch mehr beim GPU-Takt. Dazu gesellt sich, dass nun schnellerer DDR4-2400-Speicher unterstützt wird, statt bisher DDR4-1866, was zu einer klar höheren Speicherbandbreite auf der Seite der Grafikleistung führen wird.

Performance scheint auf hohem Niveau

Was die CPU-Performance betrifft, so liefert AMD aktuell nur eigene Messwerte und beruft auf eigene Vorauswahlen im Vergleich zum Intel Core i7-8550U oder i7-7500U. Bei der Ein-Thread-Performance unter Cinebench liegt der Ryzen 7 2700U bei 144 Punkten in etwa gleichauf zum i7-7500U, der i7-8500 überbietet das Resultat mit 159 Punkten. Im Multi-Thread-Benchmark von Cinebench liegt der Ryzen 7 2700U dann aber mit 719 Punkten unangefochten an der Spitze (498 Punkte i7-8500U / 325 Punkte i7-7500U). Das sollte klar daraus resultieren, dass die Intel-Varianten über lediglich zwei Kerne mit vier Threads verfügen, AMD eben über vier Kerne mit acht Threads.

Die Grafikleistung hebt AMD keinesfalls über die Maßen hervor. Sicherlich liegt auf der Hand, dass man die Intel-Pendants problemlos schlagen kann. Gaming-Performance mit der integrierten Grafikeinheit liegt allerdings schwerpunktmäßig im Bereich von Titeln wie Dota 2, League of Legends oder Overwatch. Für einen wirklichen Gaming-Laptop reichen integrierte Lösungen wie Vega 10 Mobile oder Vega 8 Mobile nicht aus.

Alle Möglichkeiten offen – Akzeptanz bleibt abzuwarten

Grundsätzlich heißt dies aber nicht, dass es nicht High-End-Gaming-Lösungen mit zusätzlichen Grafikchips geben kann. Bislang wurden lediglich keine angekündigt. Zum Ende des Jahres 2017 stehen mit Acer (Swift3), HP (Envy-360-Ableger) und Lenovo (IdeaPad-Ableger) drei Hersteller auf dem Tapet, welche passende Produkte anbieten wollen. Acer hat sein Modell für Ende Dezember 2017 mit 15,6-Zoll-IPS-Display und SSD für 799 Euro angekündigt. Angebote im Massenmarkt erwartet AMD aber erst im ersten Quartal 2017, und es hat den Eindruck, dass die Hersteller hier nun erst einmal die Akzeptanz abwarten möchten – vielleicht auch mehr Vielfalt im Angebot seitens AMD. Lange hatte man sich vorrangig auf die Angebote von Intel konzentriert und eben auch nur dort dann hochpreisige Produkte konzipiert.

AMD kann mit den bislang gelieferten Daten aber definitiv ebenfalls Ultra-Thin-Notebooks im Top-Performance-Segment bieten, und das bei klar performanterer Grafiklösung. AMD könnte – spielen die Hersteller mit – auch Top-Performance-Produkte im Mobile-Gaming-Segment bieten. Es bleibt also weiter spannend und dürfte AMD noch viel Überzeugungsarbeit kosten, die bislang Intel-versierte Hersteller-Kundschaft auf die eigenen Produkte einzuschwören.
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