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Raven-Ridge-Modelle in UEFI-Versionen gefunden

Neue AMD-APUs auf Zen-Basis in Kürze?

Prozessoren | HT4U.net
ASUS hat vor ein paar Tagen damit begonnen, die UEFI-Versionen seiner AM4-Mainboards für "zukünftige Prozessoren" ("new upcoming processors") zu aktualisieren. Laut ASUS enthalten diese UEFIs den AGESA-Code 1071, wobei "AGESA" für "AMD Generic Encapsulated System Architecture" steht. Dieser Code stellt die korrekte Erkennung der Prozessoren sicher und ist sozusagen der gemeinsame Kern für die unterschiedlichen UEFI-Versionen.

Zuletzt hatte AMD die Version 1.0.0.6b veröffentlicht, welche die Motherboard-Hersteller im Laufe des Septembers in ihre UEFIs eingebaut hatten. Auf dem Sockel AM4 unterstützt diese die APUs der Baureihe "Bristol Ridge", welche noch die veralteten Excavator-Kerne einsetzen, sowie die CPUs der Generation "Summit Ridge" (Ryzen), welche bereits mit den modernen Zen-Kernen ausgestattet sind. Während die APUs einen vergleichsweise flotten Grafikkern beinhalten, bieten die CPUs gar keine integrierte Grafik. Wer viel Rechenleistung benötigt, aber keinen großen Wert auf die Grafikleistung legt, muss bisher einen Ryzen-Prozessor mit einer Grafikkarte kombinieren – oder sich bei Intel umsehen.

Das soll sich mit den Raven-Ridge-APUs ändern, welche AMD bisher nur für Notebooks angekündigt hat. In "Raven Ridge" kombiniert AMD seine leistungsstarken Zen-Rechenkerne mit einer Grafiklösung auf Basis der aktuellen Vega-10-Generation (GCN 5). Bis zu vier Rechen- und zehn Grafikkerne (CUs) soll eine solche APU aufweisen, wobei CPU und GPU, wie bei der Zen-Architektur üblich, über AMDs "Infinity Fabric" verbunden sind. Bisher wurde eine interne PCIe-Anbindung genutzt. Jeder Rechenkern besitzt 64+32 KiB L1-Cache (Befehle + Daten) und 512 KiB L2-Cache, dazu kommen 4 MiB gemeinsamer L3-Cache. Dank Simultaneous Multithreading (SMT) werden pro CPU-Kern zwei Threads parallel abgearbeitet. Aus zehn Vega-CUs ergeben sich indes 640 Stream-Prozessoren, 40 TMUs und 16 ROPs. Zur Ausgabe der integrierten Grafik kommen DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0b zum Einsatz, womit 4K-Auflösungen mit 60 Hertz möglich sind. Als Gesamtpaket mit schnellem DDR4-Speicher verspricht "Raven Ridge" einen bedeutenden Leistungssprung im Bereich der APUs.

Bereits im Oktober wurde über AGESA 1.0.0.7 und der darin enthaltenen Raven-Ridge-Unterstützung spekuliert. Damals hieß es, AMD habe die komplette Struktur seines Codes überarbeitet, um Anpassungen für zukünftige Prozessoren leichter einpflegen zu können. Diese umfangreichen Änderungen deuteten zugleich auf eine längere Testphase bei den Mainboard-Herstellern hin. Sollte AMD seine bisherige Nummerierung beibehalten, dürfte AGESA 1071 für die Version 1.0.0.7.1 stehen. Da ASUS diesen Code in offizielle UEFI-Versionen einbaut (z. B. beim ASUS Prime B350M-A), muss er final sein, und somit dürften die Raven-Ridge-APUs nicht mehr allzu lang auf sich warten lassen.

Autor: mid
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