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Schwache Produktion und Mining verantwortlich

Grafikkartenpreise steigen und steigen: Vorerst keine Entspannung in Sicht

Grafik | HT4U.net
Wer hoffte, dass im Nach-Weihnachtsgeschäft die Preise für aktuelle Grafikkarten vielleicht günstiger werden, der hat auf das falsche Pferd gesetzt. Genau das Gegenteil ist eingetreten – in den USA gar in absolute Extrembereiche. Dort werden aktuell für eine GeForce GTX 1080 Ti Preise von über 1.200 US-Dollar verlangt. In Europa soll sich die Lage über die kommenden Wochen und Monate ebenfalls verschärfen.

Wer dringend eine neue Grafikkarte benötigt, welche aus aktuellen Reihen stammt und leistungsfähig sein soll, der steht momentan vor einem deutlichen Problem. Die Preise ziehen stetig weiter an. So sind die Kosten für eine Radeon RX 580 mit 8 GByte Speicher inzwischen in Richtung 400 Euro angestiegen – ein Segment, in welchem eigentlich eine RX Vega 56 spielen sollte. Im NVIDIA-Lager sieht dies nicht besser aus, denn eine GTX 1070 marschiert stramm auf die 500-Euro-Marke zu. In den USA zeigt sich die Preissituation gar noch absurder. Dort blickt man bei einer GeForce GTX 1070 oder GeForce GTX 1080 auf Preise ab 850 US-Dollar.

Nach Rückmeldungen aus den Händlerlagern soll sich die Preissituation in den kommenden Wochen und Monaten auch bei uns verschärfen, wenngleich man nicht mit Zuständen wie in den USA rechnet. Schuld daran ist vorrangig der Boom im Mining-Segment, verschärft durch schlechte Verfügbarkeiten bei der Chip-Produktion. So bereite sich NVIDIA prinzipiell schon auf die folgende Grafikkarten-Generation vor, weshalb Abverkäufe gern gesehen sind. Bei AMD sieht es en gros kaum anders aus, mit Ausnahme des Umstandes, dass RX-Vega-Grafikkarten, welche ohnehin schlecht verfügbar waren, nun als Referenzdesign ausgelaufen sind und über Partnerdesigns angeboten werden sollen. Dieser Wechsel läuft aktuell aber ebenfalls sehr schleppend an, was laut den Partnern an der Verfügbarkeit von Chips liegen soll.

Wer bislang also keine Not sieht und nicht unbedingt eine neue Grafikkarte benötigt, der ist gut bedient, indem er sich in Geduld übt, sei es gar einige Monate, bis der Spuk vorbei ist. Wer jetzt unbedingt eine neue Grafikkarte benötigt, der sollte nicht weiter abwarten, denn es hat den Anschein, dass die Preise eher steigen als sinken werden.
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