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Raven Ridge als erste Modelle mit dem hohen Speichertakt

Kommende Ryzen-APUs unterstützen DDR4-2933

Prozessoren | HT4U.net
Mit "Raven Ridge" wird AMDs APU-Konzept wieder interessanter, denn diese Chips vereinen die schnellen Zen-Kerne des Ryzen mit einer modernen Vega-GPU. Für den 12. Februar 2018 hat AMD die ersten beiden Desktop-Versionen von "Raven Ridge" angekündigt, welche 99 bzw. 169 US-Dollar kosten werden. Und für diesen Preis bieten die APUs sehr viel – auch DDR4-2933.

Kürzlich hatte AMD eine neue Preisliste veröffentlicht und darin die beiden CPU-Modelle Ryzen 5 1400 und Ryzen 3 1200 gestrichen. Ihren Platz übernehmen die neuen APUs Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G, die zum gleichen bzw. sogar günstigeren Preis weit mehr zu bieten haben. Zusätzlich zum Grafikkern, dessen Leistung laut AMD für Full-HD-Gaming ausreicht, trumpfen die APUs nämlich mit einem Mehrtakt zwischen 300 und 500 MHz auf. Zudem kann der Benutzer die TDP der APUs von 65 auf 45 Watt reduzieren.

Beide APUs werden, wie die Prozessoren der ersten Ryzen-Generation, im 14-nm-Prozess gefertigt, entstammen allerdings dem neuen Stepping ZP-B2h (bisher ZP-B1). Sie finden im Sockel AM4 Platz und sind kompatibel zu den Chipsätzen A320, B350, B450, X370 und X470. Jeder der vier CPU-Kerne verfügt über 512 KiB L2-Cache, dazu gesellt sich ein 4 MiB großer gemeinsamer L3-Cache. Hier sind die CPUs im Vorteil, die grundsätzlich auf einem Achtkern-Design basieren – selbst wenn nur vier oder sechs Kerne aktiviert sind, gibt es dennoch 8 MiB L3-Cache. APUs und CPUs gemein sind 24 PCIe-Lanes der dritten Generation, sodass dem Einsatz einer schnellen Grafikkarte nichts im Wege steht.
  • Ryzen 5 2400G (CPU: 4 Kerne/8 Threads @ 3,6 bis 3,9 GHz, 2+4 MiB Cache; GPU: 11 Compute-Einheiten @ 1,25 GHz; 45 bis 65 Watt): 169 US-Dollar (neu)
  • Ryzen 5 1400 (CPU: 4 Kerne/8 Threads @ 3,2 bis 3,4 GHz, 2+8 MiB Cache; keine GPU; 65 Watt): 169 US-Dollar (alt)
  • Ryzen 3 2200G (CPU: 4 Kerne/4 Threads @ 3,5 bis 3,7 GHz, 2+4 MiB Cache; GPU: 8 Compute-Einheiten @ 1,10 GHz; 45 bis 65 Watt): 99 US-Dollar (neu)
  • Ryzen 3 1200 (CPU: 4 Kerne/4 Threads @ 3,1 bis 3,4 GHz, 2+8 MiB Cache; keine GPU; 65 Watt): 109 US-Dollar (alt)

Auch die APUs unterstützen bis zu 128 GiB Arbeitsspeicher, dessen Anbindung über zwei Speicherkanäle stattfindet. Doch während die CPUs – zumindest offiziell – auf PC4-21300U (DDR4-2666) beschränkt sind, erlauben die APUs auch PC4-23466U (DDR4-2933). Damit steigt die maximale Speicherbandbreite von 42,7 auf 46,9 GB/s. Das ist für die Grafikleistung der APUs wichtig, denn deren integrierte Grafikeinheit besitzt keinen dedizierten Grafikspeicher. Stattdessen teilen sich CPU- und Grafikkerne den Arbeitsspeicher, der somit möglichst groß und schnell sein sollte.

Die integrierten GPUs der Raven-Ridge-APUs beherrschen DirectX 12.1, OpenGL 4.5 und Vulkan 1.0 sowie FreeSync 2, Radeon Chill, Enhanced Sync, Radeon ReLive und TrueAudio. Ihre Video-Engine beschleunigt die Formate H.265 und VP9 sowohl bei der Wiedergabe als auch beim Erstellen von Inhalten. Die Bildausgabe erfolgt über HDMI 2.0b oder DisplayPort 1.4, maximal werden in beiden Fällen 3.840 x 2.160 Pixel bei 60 Hz geboten. Der für 4K-Inhalte wichtige Kopierschutz HDCP 2.2 ist ebenfalls mit an Bord.

Im Ryzen 5 2400G steckt die iGPU Vega11 mit elf Compute-Units und 704 Shadern. Sie taktet mit bis zu 1,25 GHz und erreicht eine Rechenleistung von 1.760 GFLOPS. Die Vega8 im Ryzen 3 2200G besitzt acht Compute-Units und 512 Shader. Mit einem Takt von 1,126 GHz bringt sie es auf maximal 1.126 GFLOPS. Mit 11 Prozent mehr Takt, 37,5 Prozent mehr Recheneinheiten und einer um 56,31 Prozent höheren Rechenleistung wirkt die iGPU Vega11 deutlich attraktiver, doch der Preis des Ryzen 5 2400G liegt auch um mehr als 70 Prozent über dem des Ryzen 3 1200. Dennoch: Wer damit liebäugelt, auf "Raven Ridge" zu spielen, sollte zur teureren Variante greifen, denn für 70 US-Dollar bekommt man keine gescheite Grafikkarte.

Wir hätten an dieser Stelle gern erste Straßenpreise genannt, doch bisher hält AMD recht erfolgreich den Deckel auf seine neuen APUs. Obwohl der Verkauf in gut zwei Wochen anlaufen soll, führt noch kein Händler diese Chips in seinem Sortiment.

Autor: mid
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