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GeForce Partner Program mit Haken für die Partner

NVIDIA gerät abermals in die Kritik: Neues Partnerprogramm kommt mit Zwängen

Grafik | HT4U.net
Es ist nicht selten, dass Hardware-Hersteller negative Schlagzeilen erhalten; bei NVIDIA kommt dies allerdings häufiger vor. Zum neuen GPP – GeForce Partner Program –, welches NVIDIA lediglich mittels Blog-Eintrag angekündigt hat, gibt es nun heftige Kritiken zu Details, welche das Unternehmen nicht offiziell veröffentlichte. Von wettbewerbswidrigem Verhalten und Zwängen für die Partner ist Rede. Und ungleicher Behandlung für jene, die nicht teilnehmen. Alles nur Gerüchte?

Das sieht HardOCP allerdings anders. Kyle Bennet, seit Jahrzehnten Chef des Magazins, erhielt einen dezenten Hinweis auf Haken und Ösen bei NVIDIAs neuem GPP und ging dem nach. In seinem Bericht führt er aus, dass er sich im Klaren darüber sei, mit dieser Berichterstattung nun mit NVIDIA gebrochen zu haben, sich rechtlich aber abgesichert zu haben. Die ihm vorliegenden Dokumente fielen in den Bereich Geschäftgeheimnisse, sodass er nicht in der Lage sei, diese zur Untermauerung seiner Anschuldigungen zu veröffentlichen.

Kurzum soll NVIDIAs GPP Partnern Vorteile und Teilnehmern auch gewisse Vorzüge wie Rabatte auf GPU-Käufe und zur Verfügung gestellte Mengen bieten. Die Teilnahme ist allerdings freiwillig, jeder Partner kann entscheiden, ob er einsteigt oder außen vor bleibt. Hier zeigt sich der erste Haken, denn nur jenen, die teilnehmen, offenbaren sich die genannten Vorzüge. Eine Gegenleistung erwartet NVIDIA in diesem Zuge allerdings auch, denn die Gaming-Brands der Hersteller im Grafikkarten-Bereich müssen dann exklusiv auf NVIDIA-Produkten basieren!

Übersetzt würde das bedeuten, dass ASUS bei Teilnahme in seinem ROG-Programm nur noch NVIDIA-Grafikkarten führen dürfte. Genauso sähe es bei Gigabyte mit seinem Aorus-Programm und MSI mit seinem Gaming-Brand aus. Fremd-Grafikkarten – sprich AMD-Produkte – dürfen selbstverständlich weitervertrieben werden, jedoch nicht mehr in den entsprechenden Brand-Reihen.

NVIDIA hat angeblich den Anfragen von HardOCP weder widersprochen noch zugestimmt. Anfrangen anderer Websites wurden lediglich mit einem Link zum NVIDIA-Blog-Post zu GPP beantwortet. Es dürfte klar sein, dass diese Berichterstattung nun gewisse Auswirkungen mit sich bringt, und zwar in der Form, dass die Wettbewerbshüter in allen Ländern hellhörig für ein solches Vorgehen werden. Als möglichen Grund für die NVIDIA-Vorgehensweise sieht HardOCP die jüngste Entwicklung bei AMD und Intel. Da gibt es auf der einen Seite die schnelle Ryzen-integrierte Grafikeinheit, zudem den Zugang von Intel zu diesen Möglichkeiten wie auch den Umstand, dass AMDs ehemaliger Chefarchitekt der Grafikreihe nun zu Intel gewechselt ist. An diesem Punkt bleibt es jedoch bei Spekulation, welche die bisherigen Recherchen von HardOCP als Fakt akzeptiert.
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