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Nicht ganz freiwillig

NVIDIAs GPP-Druck geht auf: ASUS präsentiert die Marke Arez für AMD-Grafikkarten

Grafik | HT4U.net
Ein Aufschrei ging durch die Online-Welt, als HardOCP mit seinen Informationen zum GeForce-Partner-Program (GPP) an die Öffentlichkeit ging. Kontroverse Diskussionen über die Zwänge, welche den Partnern auferlegt werden, fanden aber nur in Foren statt. NVIDIA schwieg sich unterdessen aus, die Partner sprachen nicht in der Öffentlichkeit. Aber nach rund vier Wochen steht endgültig fest, dass HardOCP wohl richtig lag, denn ASUS stellt einen neuen Markennamen vor: Arez. Darunter werden künftig Grafikkarten aus dem Hause AMD verkauft; von den anderen Board-Partnern werden ähnliche Schritte erwartet.

In einer Pressemitteilung unterrichtet ASUS am heutigen Tag über die Einführung eines neuen Markennamens. Grafikkarten mit AMD-Chips werden künftig nicht mehr als ASUS-, sondern als Arez-Modelle verkauft. Unausgesprochen sind dies wohl klar die Folgen der Zwänge des NVIDIA-GPPs. Das GeForce-Partner-Program soll den Partnern nur noch dann "volle Unterstützung und alle bisherigen Vorteile" bieten, wenn unter den bisherigen Gaming-Brands der Hersteller ausschließlich NVIDIA-Grafikkarten angeboten werden. So wäre das bei ASUS die RoG- (Republic of Gamer), bei Gigabyte die Aorus- und bei MSI allgemein die Gaming-Reihe.

ASUS hat nun als erster Hersteller reagiert und offiziell einen neuen Markennamen angekündigt und eine entsprechende Website online gebracht. Offenbar dürfen aber die bisherigen Namenszusätze wie beispielsweise Strix weiterverwendet werden. Eine bisherige ASUS RoG Radeon 580 Strix würde dann zur Arez Radeon 580 Strix. Ein gewisses Verbiegen ist durchaus erkennbar, hat sicherlich bei der Umstellung nicht wenig Kosten verursacht und wird auch noch weitere Kosten mit sich bringen, um diese neuen Strukturen umzusetzen und zu etablieren. Im Arez-Lineup soll es künftig Arez Phoenix, Arez Expedition, Arez Dual und Arez Strix als Gruppen für die AMD-Grafikkarten geben. Support erhält man natürlich unterdessen aus dem Hause AMD, welches am selben Tag eine Pressemitteilung zu der neuen ASUS-Marke Arez verschickt hat und den Schritt begrüßt.

Doch Papier ist geduldig, und wie man hinter verschlossener Tür mit diesen Dingen umgeht, steht schlicht auf einem anderen Blatt. Da die ganze Geschichte mehr als anrüchig im Hinblick auf faires Geschäftsverhalten und legalen Handel ist, sollen manche Hersteller sich bereits auf Konfrontationskurs befinden. Hier ist die Rede von OEMs wie Dell und HP, welche angeblich nicht diesem Programm zugestimmt haben sollen, auch weil man mögliche Strafen von Wettbewerbshütern fürchte. Hier sollen vereinzelt Anwender auch entsprechende Anlaufstellen bezüglich NVIDIAs GPP angesprochen haben. Wann die Wettbewerbshüter aber letzten Endes an die Türen von NVIDIA klopfen werden, ist unklar, denn NVIDIA bezeichnet die Teilnahme am GPP ja eben als freiwillige Basis.

AMD hat unterdessen wohl angedeutet, dass vermutlich in Kürze mit weiteren neuen Markennamen anderer Grafikkarten-Partner zu rechnen sein werde.


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