Nachrichten

Mining-Boom am Ende und volle Lager bei den Herstellern

Grafikkarten stehen angeblich vor deutlichem Preisrutsch

Grafik | HT4U.net
Die vergangenen Jahre waren für Computerspieler hart: Leistungsstarke Grafikkarten waren Mangelware und wurden deutlich über den Preisempfehlungen der Hersteller verkauft, da moderne Goldsucher sie zum Schürfen von Kryptowährungen brauchten. Doch nun bieten erste Hersteller spezialisierte ASICs an, die wesentlich effizienter arbeiten als die Grafikchips. Schon jetzt schwächelt die Nachfrage nach klassischen Grafikkarten, und die Lager sind voll.

Laut DigiTimes hatten bereits die extremen Kursschwankungen bei den Kryptowährungen für eine merkliche Abkühlung des Goldrauschs gesorgt. Seit Jahresanfang gleichen die Kurse von Bitcoin und Ether einer Achterbahnfahrt, vor deren Hintergrund die Anschaffung teurer Grafikkarten kaum noch zu rechtfertigen war. Mit der Ankündigung neuer ASICs wurde der Enthusiasmus weiter gedrückt, und mit deren Verfügbarkeit stehen die GPUs nun endgültig auf dem Abstellgleis. Vermutlich werden die ersten Goldgräber schon bald damit beginnen, ihre gebrauchten Grafikkarten zu verkaufen, um ihre Verluste zu minimieren.

Für die Hersteller von Grafikkarten ist das ein Problem, denn die Lager sind voll und die Sommermonate auf der Nordhalbkugel stellen für Grafikkarten traditionell den Tiefpunkt im Jahresumsatz dar. Da zum Jahresende neue Modelle in den Handel kommen, muss das Inventar zügig geräumt werden, und das geht nur über Preissenkungen. DigiTimes erwartet für diesen Monat einen Preisrutsch um durchschnittlich 20 Prozent und beruft sich dabei auf Quellen aus der Lieferkette. Zudem soll NVIDIA die Einführung neuer Grafikkarten auf das Jahresende verschoben haben, um seinen Grafikkartenpartnern die nötigte Zeit zum Ausdünnen ihrer Lagerbestände zu verschaffen.

Autor: mid
[]