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Alternativen zu Photoshop: Welche Möglichkeiten haben Hobbydesigner?

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Der eine möchte einen eigenen Kalender basteln, der andere schöne Einladungskarten, eine Homepage oder ein Cover gestalten. Manche würden gern ihre eigenen Designideen verwirklichen und vielleicht selbst geschossene Fotos optisch aufwerten. Jetzt könnte durchaus gesagt werden, dass für die einfachsten Belange die computereigenen Bildbearbeitungen ausreichen. Wer aber mehr und nicht nur ein wenig am Kontrast oder der Helligkeit eines Fotos verändern möchte, der braucht ein richtiges Bildbearbeitungsprogramm. Eines davon kennt jeder: Photoshop. Allerdings ist das Programm gerade für Einsteiger und Hobbybastler überteuert und nicht wirklich notwendig, denn es gibt wunderbare Alternativen, die der Profi-Software in nichts nachstehen.

GIMP: Die kostenlose Alternative

Wer sich mit Software zur Bildbearbeitung und für Designs auseinandersetzt, stößt früher oder später unweigerlich auf GIMP. Kein Wunder, denn die Software kann vieles, was auch Photoshop bietet, mit dem Unterschied, dass GIMP kostenlos ist. Aber was kann das Programm? Ein Überblick:
  • Fotos/Bilder nachbearbeiten – das ist die Grundfunktion, die jede Bildbearbeitung beherrscht. Auch mit GIMP lassen sich Schärfe, Kontrast, Helligkeit und Farben nachbearbeiten. Wer nicht viel klicken und probieren möchte, kann für die ins Programm geladenen Bilder mühelos Filter nutzen und ihnen beispielsweise einen altertümlich anmutenden Touch verleihen.

  • Entwerfen – hier kann mit Vorlagegrößen oder aber mit selbst festgelegten Formaten gearbeitet werden. Wer beispielsweise für sein Buch ein Cover kreieren möchte, wählt das passende Format und kann schon loslegen. Der Hintergrund des Covers kann weiß, transparent oder farbig gestaltet werden, je nachdem, welche Symbole oder Bilder in den nächsten Schritten eingefügt werden.

  • Werkzeuge – auch GIMP hat von Haus aus schon diverse Werkzeuge, mit denen Bildbereiche freigestellt, ausgeschnitten, geglättet oder auch radiert werden können. Online lassen sich zudem weitere Werkzeuge finden und herunterladen, die das Angebot vervollständigen. Gerade die weiteren Werkzeuge im Radierer-Bereich sind nützlich, da hier wunderbare Schatten eingefügt werden können.

  • Schriften – GIMP greift auf die im System hinterlegten Fonts zurück. So können natürlich auch neue Schriften hinzufügt werden.

Das sind natürlich nur die Basisfunktionen des Programms, dessen Umfang durchaus an den von Photoshop und anderen Profi-Programmen erinnert. Bei einigen Aufgaben muss bei GIMP etwas getrickst werden. So ist das Abspeichern der gefertigten Dateien im jpg-Format grundsätzlich nur in RGB möglich. Wer nun jedoch eine Druckerei beauftragen will, benötigt für das Bild oft CMYK. Dies gelingt wiederum mit einem Plug-in, das es online kostenlos in diversen Foren gibt. Aber auch dieser Umweg ist oft nicht mehr notwendig: Seit Druckereien vermehrt mit Aufträgen von Bastlern und "Laien" arbeiten, haben sie ihre eigenen Wege gefunden und kommen mit den in GIMP und anderen kostenlosen Programmen erstellten Vorlagen mühelos zurecht.

Weitere interessante Bildbearbeitungs-Software

Gibt es noch weitere Alternativen? Natürlich. Und wieder gilt, dass jeder für sich entscheiden muss, welche Funktionen wichtig sind. Bei den kostenlosen Alternativen empfiehlt es sich übrigens, direkt mehrere Programme herunterzuladen und zu installieren. Ob ein Bastler mit einem Programm zurechtkommt, zeigt sich fast immer erst in der Benutzung. Dabei sollte sich übrigens niemand von Profis verunsichern lassen: Selbst Profidesigner benutzen bei der alltäglichen Arbeit nur einen Bruchteil des Programmumfangs. Wer also aus dem Schnappschuss des Kindes eine Einladungskarte gestalten will, der braucht selten eine Software, die mit zig Ebenen, Effekten und Werkzeugen wirbt. Für viele Bastler dürften also auch einige dieser Alternativen ausreichen:
  • XnView – Das Programm dient eigentlich dem Verwalten und Bearbeiten von Fotos, hat aber auch praktische Werkzeuge an Bord. Es bietet das Freistellen von Elementen, das Ausschneiden von Bereichen, aber auch das Verändern von Kontrast, Helligkeit, Größe und Formen an. Kostenlos nutzbar ist die Software jedoch nur für private Zwecke, gemeinnützige Organisationen und Bildungseinrichtungen.

  • PhotoFiltre – Dieses Programm stammt aus Frankreich und bietet diverse Werkzeuge, Filter und Effekte. Um weitere Funktionen hinzuzufügen, gibt es diverse Plug-ins. Die aktuellste Version der Software ist kostenpflichtig und im Rahmen einer 30-Tage-Shareware verfügbar. Frühere Versionen sind für private Zwecke, gemeinnützige Organisationen und Bildungseinrichtungen gratis.

  • DigiFoto – Das Programm dient eher der Bildbearbeitung, ist aber für alle ideal, die sich nicht einarbeiten möchten. Rote Augen lassen sich mit der Software mühelos entfernen, auch gibt es den Zauberstab zum Freistellen von Elementen. Besonders praktisch: Die Photoshop-Plug-ins, die online kostenlos erhältlich sind, funktionieren in DigiFoto.

  • Paint.NET – Dieses Programm hat nichts mit dem mit Windows mitgelieferten Paint zu tun. Das hier ist ein Bildbearbeitungsprogramm, welches an GIMP herankommt und ebenfalls Ebenen, Filter, Werkzeuge und Zusatz-Plug-ins bietet.

  • Canva – Dieses Programm unterstützt dabei, Bilder und Designs mit wenig Aufwand zu erstellen. Nahezu im Handumdrehen lassen sich Collagen bilden, Effekte, Tools und Hilfen runden die Software ab. Canva ist das Programm für Hobbybastler, die schnell ein schickes Bild erstellen möchten, ohne aber erst mit vielen Ebenen zu arbeiten. Nachteilig ist, dass die Software nur auf Englisch verfügbar ist und offenbar nicht Windows 10 unterstützt.

Grundsätzlich sollten sich Interessierte ein Wochenende lang Zeit nehmen und gemütlich die einzelnen Programme testen. Dabei empfiehlt es sich, auch auf die Handhabung zu achten und im Netz zu schauen, ob es für die einzelnen Softwares Tutorials oder Hilfsseiten gibt. In der Regel helfen andere Nutzer gern weiter, doch dafür müssen solche Hilfsforen oder Gruppen in sozialen Netzwerken vorhanden sein. Es macht übrigens nichts, sich auf zwei Programme festzulegen. Viele Designer haben zusätzlich zur Haupt-Software ein weiteres Programm, mit dem zwischendurch schnell Werke erstellt werden können.

Es muss nicht teuer sein

Gute Bildbearbeitungsprogramme dürfen auch kostenlos sein, denn die Alternativen zu Photoshop haben teils einen sehr ähnlichen oder den gleichen Funktionsumfang. Welches Tool für einen selbst das Richtige ist, muss nach dem Motto "Versuch macht klug" getestet werden. Eines ist jedoch gewiss: Obgleich die Alternativen zu Photoshop kostenlos sind, kosten sie ebenso viel Zeit wie das Erlernen von Photoshop an sich. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber es gibt wohl niemanden, der GIMP und Co auf Anhieb bis ins Detail beherrscht.
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