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Trotz Lieferengpässen

Intel meldet ein weiteres Rekordquartal

Wirtschaft | HT4U.net
Ist der Diesel nicht so sauber wie versprochen, kauft man halt einen neuen. Und ist der Prozessor nicht so sicher wie versprochen, muss ebenfalls ein neuer her. Nur gibt es bei CPUs bisher noch keine Eintauschprämien. Und warum auch? Dank der eigenen Unzulänglichkeiten boomt Intels Geschäft und sorgt für immer neue Rekordergebnisse.

Rekordumsätze (fast) überall

Die gestern veröffentlichten Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2018 brachten Intel den höchsten Quartalsumsatz seiner Firmengeschichte: 19,163 Milliarden US-Dollar bedeuten eine Steigerung um 18,66 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Und dieses Umsatzplus erstreckt sich über alle Sparten, von der "Client Computing Group" mit 10,234 Milliarden US-Dollar (+15,51%) über die "Data Center Group" mit 6,139 Milliarden US-Dollar (+25,85%), die Non-volatile Memory Solutions Group mit 1,081 Milliarden US-Dollar (+21,32%), die "Internet of Things Group" mit 919 Millionen US-Dollar (+8,24%) bis zur "Programmable Solutions Group" mit 496 Millionen US-Dollar (+5,76%). Mehr noch: Mit Ausnahme der "Programmable Solutions Group" erzielten alle Unternehmensbereiche neue Rekordumsätze.

Operativer Gewinn steigt auf breiter Front

Der operative Gewinn ist um 42,95 Prozent auf 7,349 Milliarden US-Dollar geschossen. 4,532 Milliarden US-Dollar (+25,89%) stammen von der "Client Computing Group" und weitere 3,082 Milliarden US-Dollar (+36,67%) von der "Data Center Group". Deutlich kleinere Brötchen backt die "Internet of Things Group", wobei der Gewinn sich hier mehr als verdoppelt hat. Mit 321 Millionen US-Dollar und einem Plus von 119,96 Prozent ist das Internet der Dinge bei Intel nun ganz klar die Nummer drei. Es folgt die "Non-Volatile Memory Solutions Group", welche im dritten Quartal 2017 noch 52 Millionen US-Dollar Verlust geschrieben hatte. In diesem Jahr gibt es 160 Millionen US-Dollar Gewinn. Einzig bei der "Programmable Solutions Group" ist das operative Ergebnis um 6,19 Prozent auf 106 Millionen US-Dollar eingebrochen.

Deutlich mehr Netto vom Brutto

Intels Nettogewinn ist um 41,67 Prozent auf 6,398 Milliarden US-Dollar geklettert. Dabei half natürlich auch, dass Intel seine Steuerrücklagen trotz des deutlich angewachsenen operativen Ergebnisses beinahe halbieren konnte. Im dritten Quartal 2017 hatten sich diese noch auf 1,414 Milliarden US-Dollar summiert, diesmal waren es lediglich 744 Millionen US-Dollar. Steigende Gewinne, fallende Steuern und Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 8,46 Milliarden US-Dollar katapultierten den Gewinn je Aktie auf 1,38 US-Dollar. Das ist ein Plus von 46,81 Prozent und zugleich ein weiterer Rekord, der Anleger erfreut. Diese dürften auch Dividendenausschüttungen in Höhe von 4,17 Milliarden US-Dollar wohlwollend zur Kenntnis genommen haben.

Ausblick und Reaktion der Börse

Aufgrund der sehr guten Geschäftsentwicklung hat Intel seinen Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr nochmals angehoben. Der Jahresumsatz für 2018 soll sich nun auf 71,2 Milliarden US-Dollar summieren, das sind 6 Milliarden mehr als zu Jahresbeginn prognostiziert und 13,38 Prozent mehr als die Vorgabe des Vorjahres. Für das vierten Quartal erwartet Intel 19,0 Milliarden US-Dollar Umsatz, was einer Steigerung um 11,11 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Mit 1,16 US-Dollar wird der Gewinn je Aktie sequentiell um voraussichtlich 15,94 Prozent fallen. Letzteres hat den Investoren weniger gefallen: Trotz Rekordergebnis kletterte Intels Papier im nachbörslichen Handel nur um 0,77 Prozent und hat inzwischen um 0,32 Prozent auf 44,30 US-Dollar nachgegeben.

Autor: mid
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Stichworte zur Meldung: Intel Quartalszahlen 2018