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Spiele-Bundle soll mit ins Weihnachtsgeschäft einwirken

AMD Radeon RX 590 ist da und zeigt vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis

Grafik | HT4U.net
Die Spatzen pfiffen es seit Wochen von den Dächern: eine "neue Grafikkarte" noch im November 2018. AMD hat diesen Gerüchten gestern Rechnung getragen und die Radeon RX 590 offiziell vorgestellt, allerdings nur über Partnergrafikkarten – ein Referenzmodell wird es im Handel nicht geben. Die Radeon RX 590 wird zudem mit einem Spiele-Bundle rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft gestartet und will unter anderem über diese noch nicht erschienene Top-Spiele-Titel punkten.

Der Refresh des Refresh

Chipbasis der neuen Grafikkarte bleibt prinzipiell die gleiche wie bei der Radeon RX 480, welche bereits ein paar Tage auf dem Buckel hat. Diesen "Polaris 10" getauften Chip löste "Polaris 20" in Form der Radeon RX 580 ab. Beide Modelle wurden im 14-nm-Verfahren gefertigt und Polaris 20 konnte eigentlich nur über teils größeren Hauptspeicher und höhere Taktraten punkten. Den Chipnamen der nun vorgestellten Radeon RX 590 hat AMD mit Polaris 30 vorgestellt – dieses Mal allerdings eher verdient, denn der Chip der neuen Grafikkarte wird nun im kleineren 12-nm-Fertigungsverfahren hergestellt. Diese Grafikkarte will nun noch einmal Wind in das gehobene Mittelsegment und den Gaming-Markt bis 1440p bringen. Die Eckdaten sind dafür stimmig.

Eckdaten der Radeon RX 590

Da sich prinzipiell nur die Fertigungstechnik geändert hat, bickt die Radeon RX 590 auf die gleichen Hardware-Eckdaten wie die Radeon RX 480 und die Radeon RX 580. Wir sprechen also von 36 Compute Units mit 2.304 Shader-Einheiten, 144 Texturierungs-Einheiten und 32 Rops. Das 256-bit-Speicherinterface spricht GDDR5-Speicher in gelicher Taktfrequenz an, wie die beiden Vorgänger. Dort gab es aber 4- und 8-GByte-Modelle. Bei der RX 590 gibt es hingegen nur 8 GByte GDDR5-Grafikspeicher.

Eine Taktratensteigerung gab es unterdessen wieder beim GPU-Takt. Taktete die Radeon RX 480 noch mit 1.120 MHz Basis- und 1.266 MHz Boost-Takt, sollte eine reguläre RX 580 mit 1.257 MHz Basis- und 1.340 MHz Boost-Takt arbeiten. Den Referenz-Takt der RX 590 hat AMD deutlich angehoben und zwar auf 1.469 MHz Basis- und 1.545 MHz Boost-Takt. Damit schafft es die neue Grafikkarte sich mit rund 10 Prozent Performance-Unterschied von der Radeon RX 580 mit 8 GByte Hauptspeicher abzusetzen.

Einziger Wermutstropfen bleibt die Angabe zur Board-Power: diese stieg abermals von 150 Watt, über 185 Watt auf nun 225 Watt. Das hatte man im Vorfeld durch die geschrumpfte Fertigungstechnik vielleicht nicht erwartet – AMD hat allerdings alles daran gesetzt, das letzte Quentchen Performance aus der RX 590 zu quetschen.

Attraktiver durch Spiele-Bundle

AMD gelingt es durch das Vorgehen NVIDIAs GeForce GTX 1060 als Referenzmodell / Founders Edition zu schlagen, unterliegt aber natürlich beim Vergleich der Leistungsaufnahme. Die Startpreise für die Grafikkarten, welche ausschließlich über Partner-Angebote umgesetzt werden, nennt AMD mit 250 Euro – etwas 50 Euro höher als die aktuellen Startpreise der Radeon RX 580*. Übertaktete Partnerkarten schlagen natürlich teurer zu Buche. Damit der Plan, zum Weihnachtsgeschäft noch punkten zu können gelingt, pakt AMD drei Top-Spiele oben drauf – solange bei an der Aktion teilnehmenden Händlern gekauft wird. Die Rede ist von Devil may Cry 5, Resident Evil 2 und Tom Clancy's The Division 2 – Titel welche im Zeitraum vom Ende Januar 2019 bis Mitte März 2019 erst offiziell erscheinen werden. Das macht den Preis der AMD Radeon RX 590* durchaus attraktiv.

Doch die Antwort des Mitbewerbers wird sicher nicht lange auf sich warten lassen, sollte AMDs Rechnung hier aufgehen. Gemunkelt wird schon von einer weiteren NVIDIA GeForce GTX 1060*, welche als deutlich beschnittener GP104-Chip an den Start gehen wird. Aber Spiele-Bundles sind NVIDIA natürlich ebenfalls nicht fremd.
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