Nachrichten

Crytek gibt Denkanstöße

Braucht es wirklich Raytracing-Einheiten in Grafikkarten?

Grafik | HT4U.net
NVIDIAs aktuelle Grafikkarten-Serie – zumindest die hochpreisigen Modelle – hören nicht mehr auf die Bezeichnung GTX, sondern auf die Bezeichnung RTX, wobei das "R" im Namen den Hinweis auf vorhandene Rechenwerke zur Umsetzung von Raytracing gibt. Um den Nutzen im Alltag tatsächlich unter Beweis zu stellen, hatte man zwei Spielentwickler dazu bewegen können, in ihren Spielen Raytracing zu integrieren, welche die Vorteile der NVIDIA-Hardware darstellen können. Nun zeigt Crytek eine Raytracing-Demo unter der jüngsten hauseigenen Engine, welche eben nicht auf spezielle Raytracing-Hardware zurückgreift. Die Diskussionen zu Vor- und Nachteilen sind entbrannt.

NVIDIA sieht seinen Schritt mit der Integration von RT-Cores – also Hardwarebasierende Einheiten für Raytracing – für zukunftsweisend. In der Gegenwart hat dies aber zur Folge, dass die in der RTX-Grafikkartenreihe integrierten Hardwareeinheiten die Chipfläche vergrößern und automatisch zu höheren Kosten in der Produktion führen. Die Preise für NVIDIA-RTX-Grafikkarten starten aktuell bei 360 Euro* und sehen dabei eben lediglich den Einsteigerbereich in diese Technik vor. Mit Metro Exodus* und Battlefield V* hatte man es geschafft, zwei Spieleentwickler zur Integration dieser Möglichkeiten in zwei Spielen zu bewegen. AMD konnte derzeit mit seinen Grafikkarten hier nichts identisches oder gleichwertiges entgegensetzen. Doch ist dies überhaupt derzeit notwendig. Fakt bleibt erst einmal, dass NVIDIAs RT-Technik noch am Anfang steht, Fakt ist ebenfalls, dass bis zum Ende des Jahres wohl nicht sehr viel auf diesem Bereich geschehen wird.

Überraschend tritt nun Crytek auf den Plan und präsentiert seine Neon Noir Techdemo mittels der eigenen Cryengine, welche vollständig auf spezielle Raytracing-Hardware verzichtet und damit auf Grafikkarten beider Hersteller flüssig läuft. Natürlich bleiben auch hier Mankos was Details der Darstellungsqualität betrifft und natürlich bleiben Fragen offen, wie sich eine Techdemo dann in einem Spiel in der realen Praxis darstellen wird. Crytek will diese Umsetzung allerdings mit der kommenden Cryengine 5.5 in die Praxis übernehmen und stellt damit den Spieleentwicklern, welche auf dieses Modell zurückgreifen, Optionen optische Verbesserungen zu berücksichtigen, welche nicht nur mit der einen oder anderen Grafikkarte möglich sind, sondern sich auch in Richtung Konsolen bewegen könnte – damit einen Massenmarkt, der Anklang finden dürfte.

NVIDIA hingegen muss weiterhin Überzeugungsarbeit bei den Spieleherstellern liefern, dass Titel speziell mit solchen Optionen für ihre Hardwareeinheiten entwickelt werden. Diese wiederum könnten Gefahr laufen, dass AMD bei einem möglichen Konter mit anderen Ansätzen aufwartet – damit die Spieleentwickler wieder vor zwei Lager stellt und einen gehörigen Mehraufwand bedeuten könnte. Darüber hinaus muss Grafikkarten-Hersteller NVIDIA für die nächste Generation der Grafikkarten dann weiter an diesem Punkt ausbauen, was abermals mehr Chipfläche und wieder höhere Kosten bedeuten wird, eben auch für den Endkunden.

Mittel- und langfristig bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in diesem Segment entwickelt. Die Erfahrung hat bislang gelehrt, dass die Spielehersteller den kostengünstigeren Weg für den Massenmarkt beschreiten.


[]







Stichworte zur Meldung: Crytek Nvidia Raytracing Grafikkarten Notwendig Demo