Nachrichten

Regionalsperren

EU-Kommission: Untersuchung gegen Steam eingeleitet

Spiele | HT4U.net
Die EU-Kommission hat eine Untersuchung gegen Steam und diverse Spiele-Publisher eingeleitet, die sich um möglicherweise unzulässige Regionalsperren beim Verkauf von Titeln dreht. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, gegen EU-Wettbewerbsregeln zu verstoßen und bestimmte EU-Bürger zu benachteiligen.

Der mit über 150 Millionen Nutzerkonten größte PC-Spiele-Dienst Steam sieht sich mit einer Untersuchung der EU-Kommission konfrontiert. Der Vorwurf: Über Regionalsperren würde der freie Verkauf von Spielen innerhalb der EU künstlich unterbunden. Steam bietet Spiele-Publishern die nötigen technischen Werkzeuge, um ihre Titel und deren Aktivierungs-Codes nur in bestimmten EU-Ländern nutzbar zu machen und andere Länder explizit auszuschließen. Das Ganze funktioniert in der Regel über IP-basierte Mechanismen, bei denen der Dienst also die IP des jeweiligen Nutzers erkennt und darüber den aktuellen Standort der Person ermittelt.

Wer sich also zum Beispiel während des Urlaubs in einem osteuropäischen EU-Mitgliedsstaat sehr günstig ein Spiel als Ladenversion erworben hat und es erst zu Hause in Deutschland per Steam aktivieren möchte, erhält womöglich die Fehlermeldung, dass eine Aktivierung in seinem Land nicht möglich ist. In solchen Fällen helfen nur IP-Tricksereien etwa via VPN-Software, die Steam vorgaukelt, dass man sich samt Endgerät gerade in einem für die Aktivierung erlaubten Land befindet.

Diese künstlichen geografischen Sperren verstoßen nach Meinung der EU-Kommission gegen EU-Wettbewerbsrecht. Erklärtes Ziel sei schließlich ein für alle EU-Bürger einheitlicher und möglichst barrierefreier EU-Binnenmarkt. Die beschuldigten Unternehmen, darunter Bandai Namco, Capcom und ZeniMax (Bethesda), sollen sich nun erst mal ausführlich zu den Vorwürfen äußern. Bis zum 23. März 2020 will die EU-Kommission eine erste Bewertung vornehmen. Käme sie zu dem Schluss, dass die Firmen widerrechtlich handelten, könnte eine Geldstrafe in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden.

Valve, der Betreiber von Steam, hat sich bereits öffentlich geäußert und merkt an, dass nur ein geringer Prozentsatz der Spiele mit Regionalsperren versehen würde und dies in aller Regel gesetzliche oder lizenzrechtliche Gründe hätte. Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor steigenden Spielepreisen in vor allem ärmeren EU-Ländern, sollte die EU-Kommission auf ein Verbot von Regionalsperren beharren. Publisher hätten dann nämlich ein Interesse, Billigimporte zu verhindern.

[]







Stichworte zur Meldung: Antitrust Commission European Geoblock