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Turing ohne RTX im Preisbereich von 150 US-Dollar

NVIDIA stellt die GeForce GTX 1650 für Mainstream-Gaming vor

Grafik | HT4U.net
NVIDIAs neues Einstiegsmodell in die aktuelle Turing-Generation heißt jetzt GeForce GTX 1650 und kommt zu Preisen ab 149 US-Dollar in die Läden. In Europa werden derzeit 180 bis 225 Euro aufgerufen, was die Karten ziemlich unattraktiv macht: Ab 235 Euro bekommt man eine GeForce GTX 1660 und AMDs Radeon RX 570 findet man schon unter 120 Euro.

Wenig Speicher, schmales Interface

Wie erste Tests zeigen, ist die GeForce GTX 1650 entgegen erster Gerüchte kein Herausforderer für AMDs Radeon RX 580* (im Handel ab 165 Euro zu haben), sondern muss sich sogar hinter der Radeon RX 570 einordnen – es scheint, als hätte NVIDIA noch Platz für eine GeForce GTX 1650 Ti gelassen. Doch AMDs GPU punktet nicht nur mit 60 Euro Preisvorteil und mehr Grafikleistung, sondern ist auch mit 8 GiB GDDR5-Grafikspeicher zu haben. Den bekommt man bei NVIDIA weder für Geld noch gute Worte, denn die GeForce GTX 1650 ist immer mit 4 GiB GDDR5-Speicher ausgestattet. Ein weiterer Trumpf der Radeon RX 570 ist die 256 Bit breite Speicheranbindung, über die bei einem Speichertakt von 1,5 GHz 192 GB/s fließen. NVIDIA prügelt die Speicherchips der GeForce GTX 1650 zwar auf 2,0 GHz, doch aufgrund der nur 128 Bit schmalen Schnittstelle kommen hier maximal 128 GB/s durch.

Auch die GPU wurde deutlich beschnitten

Dass die Leistung der GeForce GTX 1650 recht mäßig ausfällt, liegt aber nicht nur am Speicher: NVIDIA hat die GPU auf 896 CUDA-Kerne gestutzt, die mit 1.485 bis 1.665 MHz takten. Zum Vergleich: Eine GeForce GTX 1660 hat 1.408 Recheneinheiten, also 57,14 Prozent mehr, und lässt diese mit 1.530 bis 1.785 MHz zudem schneller laufen. Mit 640 (2 GiB-Version) bzw. 768 CUDA-Kernen (3 GiB-Variante) ist der direkte Vorgänger GeForce GTX 1050 allerdings noch schwächer aufgestellt, dazu kommen geringere Taktraten von 1.354 bis 1.455 MHz (2 GiB-Version) bzw. 1.392 bis 1.518 MHz (3 GiB-Variante). NVIDIAs Referenzmodell der GeForce GTX 1650 ist mit einer Länge von nur 129,5 mm sehr kompakt und mit einer Leistungsaufnahme von 75 Watt auch sehr genügsam. Die Kehrseite der Medaille ist der fehlende Stromanschluss, der die Übertaktbarkeit dieser Grafikkarten einschränkt.

Fazit

NVIDIAs GeForce GTX 1650 ist eine kompakte und sparsame Grafikkarte, die nicht nur ihre direkten Vorgänger, sondern auch die GeForce GTX 1050 Ti überflügelt. Der Abstand zur GeForce GTX 1660 ist allerdings gewaltig und spiegelt sich nicht in den derzeit aufgerufenen Preisen wider. Doch selbst für 150 Euro hätte die schwächste Turing-Karte einen schweren Stand, da NVIDIA nicht über den Tellerrand geblickt hat. Dort findet sich nämlich AMDs Radeon RX 570*, deren 4-GiB-Variante man schon für weniger als 120 Euro kaufen kann. Zugegeben: Mit 150 Watt verbraucht AMDs Karte doppelt so viel Strom, doch sie ist auch klar schneller und letztendlich das bessere Angebot.

Abschließend sei noch zu erwähnen, dass NVIDIA zum gestrigen Vorstellungstag die Presse weder mit Mustern, noch mit fertigen Treibern unterstützte. Die Muster mussten über die Partner bezogen werden. Einen Beta-Treiber, wie zu sonstigen Vorstellungen, bot man hingegen nicht an. Die Kollegen mussten warten, bis NVIDIA den offiziellen Treiber schließlich veröffentlichte.

Autor: mid
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