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Radeon RX 5700 in 7nm-Fertigung

AMDs Radeon-Grafikkarten der Navi-Generation starten am 7. Juli 2019

Grafik | HT4U.net
Zum 50. Geburtstag schenkt sich AMD eine neue Grafikkartenarchitektur namens "RDNA", deren erster Chips auf die Bezeichnung "Navi 10" hört. Auf diesem basieren die Grafikkarten Radeon RX 5700 XT und Radeon RX 5700, welche am 7. Juli 2019 zu Preisen zwischen 379 und 499 US-Dollar in den Handel kommen werden. Geboten werden Strukturgrößen von 7 nm, PCI-Express 4.0 und 8 GiB schneller GDDR6-Speicher.

Die architektonischen Neuerungen

RDNA löst als Architektur "Graphics Core Next" (GCN) ab und bietet laut AMD 25 Prozent mehr Leistung je MHz sowie 50 Prozent mehr Leistung je Watt. Hierzu wurden neue Recheneinheiten (Compute Units) entworfen und die Strukturgröße von 12 auf 7 nm geschrumpft. Wie üblich lässt AMD seine Grafikchips von TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) fertigen. Eine mehrstufige Cache-Hierarchie soll die Latenzen verkürzen und der Wechsel zu GDDR6-Speicher verspricht einen wesentlich höheren Datendurchsatz von 448 GB/s (14 Gbps über 256 Bit) im Vergleich zu den aktuellen GDDR5-Modellen (Radeon RX 590: 256 GB/s; 8 Gbps über 256 Bit). PCI-Express 4.0 verdoppelt den Datendurchsatz der Schnittstelle zwar auf 32 GiB/s, dürfte in der Praxis aber vergleichsweise geringe Auswirkungen haben.

Modellvarianten und Leistung

Bild: AMDs Radeon-Grafikkarten der Navi-Generation starten am 7. Juli 2019
AMD hat zwei Modellvarianten, Radeon RX 5700 XT und Radeon RX 5700, angekündigt. Dazu gesellt sich eine Jubiläumsedition der Radeon RX 5700 XT, welche zum 50. Geburtstag von AMD mit einem Mehrtakt von 3,9 bis 4,7 Prozent sowie einer Unterschrift von Firmenchefin Lisa Su aufwartet:
  • Radeon RX 5700 XT 50th Anniversary Edition (40 Compute Units; 2.560 Stream Processors; 1,680 bis 1,980 GHz; bis zu 10,14 TFlops; 8 GiB GDDR6; 225 W TDP): 499 US-Dollar
  • Radeon RX 5700 XT (40 Compute Units; 2.560 Stream Processors; 1,605 bis 1,905 GHz; bis zu 9,75 TFlops; 8 GiB GDDR6; 225 W TDP): 449 US-Dollar
  • Radeon RX 5700 (36 Compute Units; 2.304 Stream Processors; 1,465 bis 1,725 GHz; bis zu 7,95 TFlops; 8 GiB GDDR6; 180 W TDP): 379 US-Dollar

Mit einer Rechenleistung von 7,95 TFlops übertrifft schon die Radeon RX 5700 eine Radeon RX 590 (7,1 TFlops) und NVIDIAs GeForce RTX 2070 (7,465 TFlops). Die Radeon RX 5700 XT 50th Anniversary Edition zieht mit 10,14 TFlops derweil sogar an der GeForce RTX 2080 (10,068 TFlops) vorbei. Inwieweit sich diese Leistung auf Spiele übertragen lässt, muss die Zukunft zeigen.

Hohe Auflösungen und Bildwiederholraten

Zum Anschluss der Bildschirme empfiehlt sich der DisplayPort 1.4 mit "Display Stream Compression" (DSC), denn Monitore, welche diese Datenkomprimierung beherrschen, können 4K inklusive HDR mit 144 Hz über ein einzelnes Kabel empfangen. Die 8K-Auflösung kann flackerfrei mit 60 Hz gefahren werden. Als Alternative zum DisplayPort 1.4 wird HDMI 2.0 geboten, hier sind 4K mit 60 Hz möglich. Natürlich unterstützen die Grafikkarten auch FreeSync-Bildschirme mit variabler Bildwiederholrate sowie den Nachfolger FreeSync 2 HDR. Was Spiele betrifft, sieht AMD die Stärken seiner neuen Grafikkarten weniger bei 4K als bei QHD (2.560 x 1.440 Pixel). Höhere Auflösungen in Spielen sollen somit weiterhin die bekannten Vega-Modelle bedienen, denen Navi allerdings sehr dicht auf die Pelle rückt – auch preislich.

Bild: AMDs Radeon-Grafikkarten der Navi-Generation starten am 7. Juli 2019
Neuerungen auf der Software-Seite

Mit "Radeon Image Sharpening" (RIS) hat AMD eine neue Technologie angekündigt, die von Nachbearbeitungsfiltern weichgezeichnete Bildelemente nach-nachträglich wieder schärfen soll. RIS lässt sich mit GPU-Upscaling kombinieren und unterstützt DirectX 9 und 12 sowie Vulkan. Entwickler, die in ihren Spielen Nachbearbeitungsfilter einsetzen möchten, können dies schon bald mit dem quelloffenen FidelityFX-Toolkit realisieren. Beispielsweise kann FidelityFX kontrastarme Passagen über "Contrast-Adaptive Sharpening" (CAS) nachschärfen, ohne dass hierbei hässliche Artefakte entstehen. Und dann wäre da noch "Radeon Anti-Lag" für den eSports-Einsatz, welches die Zeit zwischen Eingabe und Bildausgabe um bis zu 31 Prozent verkürzen soll.

Die Leistung in der Praxis bleibt abzuwarten und anhand folgender, unabhängiger Benchmarks zu bewerten. Derzeit sieht es aber so aus, als wenn AMD eine passende Antwort auf NVIDIAs GeForce RtX 2070 und RTX 2060 gefunden habe. Dumm ist nur, dass sich seit Tagen die Gerüchte darum ranken, dass NVIDIA in Kürze seine Modelle neu auflegen wird, diese dann in der "Super"-Reihe mit anderen Taktraten und / oder höherer Anzahl an Rechenwerken antreten werden. Mit Sicherheit die Antwort auf AMDs Navi-Generation.

Autor: mid
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