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Preisgelder verleiten zum Träumen

Der Traum vom eSport-Profi scheitert oftmals an Zeit oder Hardware

Spiele | HT4U.net
Jugendliche haben das Zocken inzwischen wieder für sich entdeckt. Aber auch ältere Semester daddeln gerne eine Runde vor dem Rechner. Während dies zumeist als Hobby oder Zeitvertreib angesehen wird, wollen inzwischen zahlreiche Jugendliche den Beruf des eSport-Profis ausüben. Angesichts der hohen Preisgelder, die in Games wie League of Legends, DOTA 2, Counter Strike: Global Offensive oder Fortnite* ausgeschüttet werden, ist dies kein Wunder. Die Fortnite Meisterschaft zeigte uns, dass auch 16-jährige durch das Spielen am Computer zu Reichtum gelangen können. Der Sieger des Einzelwettbewerbes steht noch nicht einmal mitten im Leben, erhielt durch den Triumpf jedoch bereits über drei Millionen US-Dollar Preisgeld.

Doch damit nicht genug. Auf Streaming-Plattformen wie Twitch.tv oder YouTube können die jungen Spieler eine weitere Einnahmequelle erschaffen, indem sie sich dem breiten Publikum präsentieren und dieses bei ihrer Zockerei zusehen lassen. Durch Spenden und Abo-Mitgliedschaften erhält der Spieler auch hier die Chance, sich verdammt viel Geld beiseiteschaffen zu können.

Dies zu erreichen klingt im ersten Moment wie ein Traum und tatsächlich scheitern die meisten jungen Spieler bereits, bevor sie überhaupt richtig begonnen haben. Vielleicht liegt ihnen ein Game einfach nicht oder sie haben durch die Schule und Freunde zu wenig Zeit, um dauerhaft spielen zu können, damit sie mit der Elite mithalten könnten. Oftmals ist es jedoch auch die Hardware, die nicht ausreichend ist, sodass die Latenz oder Grafik in einem Game nicht ausreicht, um ganz oben mitmischen zu können.

Der Traum geht für viele jungen Spieler in Erfüllung

Schaut man sich das Teilnehmerfeld der Fortnite Meisterschaft an, fällt sofort ins Auge, dass sogar 13-jährige die Qualifikation gemeistert haben und so am Turnier teilnehmen können. Dies wird bereits mit einem Preisgeld belohnt, mit dem man in einem solch jungen Alter oftmals nichts anzufangen weiß. Nach den Kosten für die Anreise und neuer Hardware bleibt immer noch ausreichend Preisgeld übrig, um sich einen Neuwagen leisten zu können.

Auch in England zeigt sich, dass immer mehr Jugendliche dem Traum des eSport-Profis nachgehen. In den Medien wurde zuletzt heiß darüber diskutiert, dass eine Mutter ihren 15-jährigen Sohn aus der Schule abmeldete, damit dieser sich zum eSport-Profi weiterentwickeln kann.

Um überhaupt professioneller Zocker werden zu können, bedarf es natürlich Talent und einiges an Zeit, um die teilweise komplexen Spielabläufe einstudieren zu können, damit die eigene Taktik zum Erfolg führt.

Benjy Fish ist in der Fortnite-Community bekannt unter seinem Spielernamen „Benjyfishy“. Auch er erreichte die Fortnite Meisterschaft, sodass seine Mutter und er dies zum Grund nahmen, ihn von der Schule abzumelden. Dass sich dieser Schritt zumindest finanziell vorerst lohnt, zeigte sich bereits bei vorherigen Turnieren ab. Insgesamt konnte Benjy bereits 25.000 Pfund vor der Qualifikation zur Fortnite Meisterschaft erspielen. Dadurch das er als Teilnehmer gelistet ist, kommen weitere 50.000 Pfund hinzu. Sowohl die Mutter, als auch der Sohn stellten daraufhin die Bildung hinten an und entschlossen sich dazu, dass der junge Engländer von nun an als Profispieler im Internet agieren solle.

Auch die Daily Mail berichtete über dieses Vorgehen und sorgte so in England für Aufsehen, welches zahlreiche Mütter und Kinder nun als Antrieb für eine eSport-Profikarriere nahmen. Inzwischen ließt man immer öfter in den Medien, dass die Eltern ihre Kinder nicht mehr zu Fußballstars mit einem Bildungsabschluss bringen möchten, sondern ihn deutlich mehr an den Computer lassen, damit er seine Skills verbessern kann, um möglichst viel Preisgelder einfahren zu können.

Oftmals scheitert es nicht am Talent

Nicht immer gelingt es besonders talentierten Spielern, einen Profivertrag bei einem Team zu erhalten. Oftmals ist das Talent vorhanden, jedoch fehlt die nötige Zeit und die Hardware, sodass man nicht auf dem höchsten Niveau mithalten kann.

Schaut man sich die Gaming-PCs heutzutage an, erhalten diese viel Schnick-Schnack, den es vor Jahrzehnten noch gar nicht in diesem Umfang gab. Inzwischen zahlen Profispieler für einen Rechner bis zu 10.000 Euro, um das Spiel möglichst flüssig und ohne eine hohe Latenz spielen zu können.

Wer einen haushaltsüblichen Computer zuhause besitzt, kämpft oftmals mit Abbrüchen und Co. Auch die Internetverbindung will oft nicht so, wie es der Nutzer will, sodass es zu längeren Wartezeiten kommt.

Für viele talentierte Jugendliche reicht ein normaler Rechner einfach nicht mehr aus, um auf allerhöchstem Niveau mithalten zu können. Durch das Ruckeln im Spiel vergeht wertvolle Zeit, die dem Gegner oftmals einen Vorteil verschafft. Viele Eltern sind nicht bereit, ihrem Nachwuchs einen Gaming-PC oder Laptop bereitzustellen, damit dieser seine Freizeit am PC verbringt.

Durch Sponsoring-Verträge und Preisgelder können die jungen Spieler eine Menge Geld verdienen

Nicht nur die Preisgelder sind ausschlaggebend für die Einnahmen eines Spielers. Wie bereits erwähnt, streamen die meisten Gamer auch auf bekannten Streaming-Portalen, um durch die Spenden und Abonnements ebenfalls an Reichtum gelangen zu können.

Aber auch Hard- oder Software-Hersteller riechen eine Chance, bei einem eSport-Profi ihre Zielgruppe genaustens ansprechen zu können. Besonders Gaming-Mäuse*, Gaming-Tastaturen* und Headsets* sind sehr beliebt und bringen den Herstellern durch ein Sponsoring Mehrverkäufe.

Damit nicht genug! Selbst Wettportale, die es auf www.sportwetten.net zu finden gibt, werben inzwischen mit ihren eSport-Wetten. Bei großen Turnieren sind immer wieder Quoten eingeblendet die anzeigen, welches Team derzeit als Favorit gehandelt wird. Natürlich achtet die Gambling-Branche hierbei darauf, dass nur volljährige Wettfreunde auch eine Wette auf den beliebten eSport abgeben können. Dennoch sehen auch immer mehr Jugendliche die Werbung und versuchen die Altersbegrenzung mithilfe von Bekannten oder der Familie zu umgehen.

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