Nachrichten

OverWatch-Report 2019

Cyberkriminalität steigt weiter an

Internet | HT4U.net
Der neue OverWatch-Report zeigt wieder auf, wie es um die Cyberkriminalität bestellt ist. Es zeigt sich, dass die Kriminalität weiter auf dem Vormarsch ist, ein Fakt, der kaum verwundert. Denn wenn immer mehr Geschäfte und Handlungen online ablaufen, so ziehen sich Kriminelle natürlich ebenfalls an den Ort des Geschehens zurück. Aber welche kriminellen Trends gibt es und was können Endnutzer dagegen unternehmen? Wie könnte sich das Geschehen in der Zukunft entwickeln?

Welche Trends zeigen sich aktuell?

Ein wenig hat sich das Vorgehen der Kriminellen schon geändert. Standen in der Vergangenheit eher Einzelpersonen im Fokus oder gingen die Angriffe von Einzelnen aus, so sind heute auf beiden Seiten Netzwerke zu finden. Cyberkriminelle greifen mittlerweile gezielt den Einzelhandel an. Die Trends im Überblick:

E-Crime

– das sind finanziell motivierte Angriffe. Im Endverbraucherbereich würden hier die Erpressungssoftwares der letzten Jahre mit hineinfallen. Im Einzelhandel werden ebenfalls Ransomwares genutzt, meist in der Hinsicht, ein Unternehmen zu einer Handlung zu bewegen, da sonst alle Daten verloren gehen würden. In der Vergangenheit streuten die Hacker ihre Angriffe breit, heute suchen sie sich gezielt lohnende größere Ziele aus.

Einzelhandel

– er rückt ins Visier der Hacker. Spielte der Einzelhandel vormals kaum eine Rolle in den Statistiken, so wurde er allein im ersten Halbjah mehrfach angegriffen. Auch hier spielt Ransomware eine tragende Rolle. Besonders betroffen sind die Branchen Telekommunikation, Finanzen und Technologie.

China

– von hier kommen nach wie vor der meisten Angreifer. Fast alle Branchen leiden unter Angriffen aus China, darunter Chemie, Gesundheit, Industrie, Gaming und Telekommunikation.

Die Angriffspunkte gehen zumeist von nicht geschützten mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets aus. Herkömmliche Schutzmechanismen greifen angesichts der erhöhten Kriminalitätsrate nicht mehr. Die Bedrohungen werden immer raffinierter, die kaum noch etwas mit einfacher Malware oder ZETA zu tun haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Nutzer empfindliche Daten über Clouds abrufen – unter anderem natürlich auch die Führungsebene eines Unternehmens. Kann ein mobiles Endgerät eines Managers gehackt werden und greift er nun auf die gesicherte Cloud zu, hat natürlich auch der Hacker die so wichtigen Daten – und kann die Erpressung starten.

Doch auch Endnutzer sind weiterhin im Fokus der Verbrecher:

    Phishing

    – die Qualität dieser Maßnahme hat definitiv zugenommen. Weder Phishingmails noch Phishing-Webseiten sind heute mühelos vom Nutzer zu erkennen.

    Trojaner

    – auch sie sind weiterhin aktiv, mitunter auf dem Smartphone. Besonders perfide sind die Trojaner, die Webcams und Mikrofone unter Kontrolle bringen. Die Betrüger können bei einem im Schlafzimmer stehenden Computer mit Webcam sämtliche Aktionen aufnehmen – und mitunter ins Netz stellen.

    Datenabgriffe

    – Betrüger nutzen hierfür gerne Spiele oder andere Angebote, die über soziale Netzwerke verbreitet werden. Meldet sich der Nutzer nun mit seinem Facebook-Account an, erhält der Betrüger sämtliche Zugriffe auf den Account.


Was können Endnutzer dagegen unternehmen?

Die im OverWatch-Report genannten Probleme tangieren Endnutzer in der Regel nur peripher. Dennoch können Endnutzer unbewusst das Sicherheitsrisiko eines Unternehmens darstellen, beispielsweise, wenn sie über einen ungesicherten Zugang und über ein infiltriertes Endgerät auf den Firmenserver zugreifen. Da immer mehr Programme und Softwares cloudbasiert laufen, ist es unheimlich wichtig, dass der Endnutzer auch sein privates Gerät sichert, sofern er dieses zum Arbeiten benutzt. Ansonsten gilt:

    VPN

    – ein VPN ist die beste Lösung, um weder nachverfolgbar noch auslesbar zu sein. Unternehmen kann nur geraten werden, den Firmenserver auf ein VPN zu legen und auch den Zugang darauf nur via VPN zu erlauben. Doch auch Privatpersonen können die virtuellen privaten Netzwerke für sich nutzen.

    Keine Hotspots

    – öffentliche WLAN-Netze sind betrügerfreundlich. Da sie ungesichert sind, kann sich jeder versierte Hacker in der Nähe des Netzes postieren und die Daten abfangen. Besonders die Nutzung des Onlinebankings ist an diesen Orten gefährlich.

    Schutzsoftware

    – mobile Endgeräte sollten so geschützt werden, wie der heimische PC. Eine Virenschutzsoftware und Internetsicherheit ist bei Android- und Windowsgeräten nahezu Pflicht. Hinzu kommt, dass das Betriebssystem immer auf dem neuesten Stand gehalten werden muss.

    Apps

    – Apps sollten vor der Installation auf Herz und Nieren geprüft werden. Dies trifft insbesondere auf Apps zu, die nicht über den Store geladen werden.

Das sind natürlich nur die reinen Vorsichtsmaßnahmen, die quasi nebenbei gelten. Hinzu müssen Endverbraucher wirklich darauf achten, welche Links sie anklicken und ob die aufgerufene Seite tatsächlich echt ist.

Wie könnte die Entwicklung in der Zukunft aussehen?

Es wäre Wunschdenken, wenn behauptet würde, dass die Cyberkriminalität in der Zukunft abnimmt. Seit Anbeginn der Menschheit gibt es kriminelle Taten, dass diese sich nun teilweise auf das Internet verlegen, ist nur logisch. Doch gehen davon große Gefahren aus:

Großangriff

– ein großer Hackerangriff auf wichtige Institutionen würden das öffentliche Leben lahmlegen. Es muss nicht einmal viel geschehen, doch würden Hacker mehrere Stromverteilzentren lahmlegen, liefe im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr.

Internetverlagerung

– das Internet wird für alle Betriebe, selbst für das Handwerk, zunehmend wichtiger. Je mehr auf das Internet ausgelagert wird, desto mehr Angriffspunkte gibt es.

Letztendlich haben Kriminelle alle Möglichkeiten, sofern sie über das notwendige Know-how verfügen. Umso wichtiger ist es, dass sich Unternehmen, aber auch staatliche Einrichtungen und Endverbraucher ausreichend absichern. Und gerade in diesem Punkt muss eingesehen werden, dass die einmalige Absicherung nicht ausreicht. Fahrzeuge mit elektronischen Türschlössern galten einst als unknackbar – heute ist bekannt, dass die Schlösser mit recht einfachen Mitteln geknackt werden können.

Fazit – die Kriminalität wird weiter steigen

Das mag nach einem dystopischen Gedanken klingen, doch ist er einfach logisch. Umso mehr Aspekte des alltäglichen Lebens aus Gesellschaft, Industrie und Handel sich ins Internet verlagern, desto größer ist der Anreiz, das kriminelle Geschehen ebenfalls ins Netz zu verlagern. Betriebe, aber auch Endnutzer können hier nur auf eine verbesserte Absicherung achten. So sollten Betriebe tatsächlich verbieten, dass ihre Angestellten mit privaten Geräten auf das Firmennetzwerk zugreifen – die Gefahr, dass ein ungesichertes Smartphone dabei ist, ist einfach zu hoch. Und Endnutzer müssen sich darüber bewusstwerden, dass jedes Smartphone, jedes Tablet nur eine Form eines Computers darstellt. Und heute surft wohl kaum noch jemand ohne Internetsecurity vom Computer aus, nicht wahr?
[]







Stichworte zur Meldung: 2019 Overwatch-report Steigt