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Half-Life: Alyx fordert VR-Hardware

"Half-Life"-Rückkehr bringt Lust und Frust

Spiele | HT4U.net
Nach "Half-Life" (1998) und "Half-Life 2" (2004) hat Valve endlich einen neuen Teil seiner genreprägenden Ego-Shooter-Reihe angekündigt. Im März 2020 soll "Half-Life: Alyx" veröffentlicht werden, doch nach beinahe 16 Jahren Funkstille herrscht bei den Fans nicht nur Vorfreude. Zwar soll "Alyx" ein vollwertiges Spiel sein, zugleich aber als Verkaufsvehikel für Valves VR-Brille "Index" dienen.

Gratis für Besitzer einer Valve Index

Tatsächlich wird man "Half-Life: Alyx" nicht ohne VR-Hardware spielen können, zudem will Valve das Spiel nur für Windows 10 veröffentlichen. Wer bei Valve das "Index VR Kit" aus VR-Headset, Controller und zwei Basisstationen für 1.079 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versandkosten gekauft hat, bekommt das Spiel im März 2020 automatisch und kostenfrei in seine Steam-Bibliothek gelegt.

Theoretisch kann man die VR-Brille auch einzeln zum Preis von 539 Euro erstehen, doch zum Betrieb benötigt man eben auch Basisstationen und Controller sowie einen schnellen PC. Eine CPU, die vier Threads parallel abarbeiten kann, sowie 8 GiB RAM sind heutzutage Standard. Als Grafikkarte empfiehlt Valve eine NVIDIA GeForce 970 bzw. AMD Radeon RX480 oder besser, wobei ein freier DisplayPort benötigt wird. Für die Kameras des Headsets braucht man zudem eine freie USB-3.0-Buchse.

Die VR-Alternativen

Neben dem hauseigenen Modell Index wird "Half-Life: Alyx" auch VR-Hardware von Drittanbietern unterstützen. Aufgeführt werden aktuell die Modelle HTC Vive* (ab ca. 660 Euro), Oculus Rift* (ab ca. 400 Euro) und Quest (ab 450 Euro, benötigt Link-Kabel) sowie VR-Brillen, die zu Windows Mixed Reality (ab ca. 250 Euro) kompatibel sind. Wer solche Gerätschaften nutzt, muss "Half-Life: Alyx" allerdings käuflich erwerben. Einen Einzelpreis nennt Valve zwar noch nicht, doch als Spiel mit "voller Länge" dürfte sich dieser um die Marke von 50 Euro bewegen. Verfügt der heimische PC nicht über VR-Hardware, fehlt Windows 10 oder das Steam-Konto, bleibt man bei "Half-Life: Alyx" außen vor.

Kein "Half-Life 3"!

Wer sein Weihnachtsgeld in die VR-Aufrüstung des heimischen PCs steckt, sollte sich allerdings bewusst machen, dass "Alyx" keinesfalls das seit langem erhoffte "Half-Life 3" sein wird. Auf Gordon Freeman, den Held der ersten beiden Teile, wird man bei "Alyx" verzichten müssen, denn dieses Spiel ist nach Alyx Vance benannt. Bekannt als weiblicher NPC (Non-Player-Character) aus "Half-Life 2", wird Alyx diesmal zum Protagonisten. Dazu wurde die Handlung des neuen Spiels zwischen "Half-Life" und "Half-Life 2" platziert: Nach dem Sieben-Stunden-Krieg halten die Combine die Erde besetzt. Nahe der Combine-Zitadelle leben Alyx Vance und ihr Vater Eli in der Stadt 17 und führen mit ihren geheimen Forschungen den Widerstand gegen die Invasoren an. Die VR-Umsetzung des Spiels soll es dabei ermöglichen, besonders tief ins Geschehen einzutauchen und sich beispielsweise lästige Kopfkrabben vom Gesicht zu reißen.

Erfolg fraglich

Bisher ist die große VR-Revolution ausgeblieben, auch wenn es immer mehr Anbieter für entsprechende Hardware gibt und diese mittlerweile bezahlbar geworden ist. Dennoch sehen wir eine ähnliche Entwicklung wie bei den 3D-Fernsehern: Den meisten Nutzern reicht es aus, Inhalte über den Bildschirm zu konsumieren. Eine zusätzliche Brille wird indes als überflüssig oder gar lästig empfunden. Sicher, das VR-Erlebnis ist wesentlich intensiver als ein 3D-Film, dennoch sind unsere Erwartungen hinsichtlich der Schützenhilfe durch "Half-Life: Alyx" gering. Eventuell wäre "Half-Life 3" ein besseres Zugpferd, doch selbst dann hätten wir keinen Euro auf einen plötzlichen VR-Durchbruch gesetzt.


Autor: mid
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