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Zugang zu Datenbanken verweigert

E-Mail-Service Startmail in Russland gesperrt

Internet | HT4U.net
Wie StartMail unterrichtet, habe der russische Geheimdienst FSB das Unternehmen darüber in Kenntnis gesetzt, dass seit dem 23. Januar 2020 in der Russischen Föderation der Zugriff zum StartMail-Service einschränkt wurde. Die angegebene Begründung: "Das russische Segment des Internets vor der Verbreitung ungenauer, sozial bedeutsamer Informationen zu schützen, die unter dem Deckmantel zuverlässiger Nachrichten verbreitet werden."

In diesem speziellen Fall wird behauptet, es wären tausende von Bedrohungen durch falsche Bombendrohungen von StartMail-Accounts gesendet worden. Zwei Tage zuvor, am Montag den 21. Januar 2020, hatte StartMail einen eingeschriebenen Brief vom russischen Kommunikationswächter Roskomnadzor erhalten, in dem StartMail mehrere Vestöße gegen das russische Bundesgesetz vorgeworfen wurden.

Die Digital Rights Organisation Roskomvoboda teilte StartMail darüber hinaus mit, dass Startmail.com am 27. Dezember 2019 ohne Wissen oder Zustimmung von StartMail in ein russisches Register der Informationsverteilungsorganisatoren aufgenommen wurde. Dieses Register ist Teil einer neuen russischen Initiative, die ausländische Internetanbieter dazu zwingt, den russischen Behörden alle Daten russischer Staatsbürger und alle Schlüssel zur Datenverschlüsselung zugänglich zu machen.

Wie das Unternehmen klar stellt, habe man sich nie in diesem Register registriert, noch die russischen Behörden in irgendeiner Weise kontaktiert und ihnen niemals Informationen über StartMail-User zur Verfügung gestellt. StartMail geht davon aus, dass die IP-Adressen der E-Mail-Server von StartMail gesperrt und die Website StartMail.com damit in Russland nicht mehr verfügbar ist.

Man halte sich streng an die Gesetze der EU und der Niederlande beim Umgang mit kriminellem Verhalten. Legitime Anfragen von Behörden würden über die eigenen Anwälte geprüft werden und sollten diese rechtskräftig sein, folge man der Aufforderung. Aufgrund der strengen Gesetze, die das Recht auf Privatsphäre in Europa schützen, können europäische Regierungen Serviceanbieter wie StartMail rechtlich nicht dazu zwingen, ein umfassendes Spionageprogramm für ihre Benutzer zu implementieren.

Sollte es einen legitimen Rechtsstreit mit bestimmten StartMail-Accounts geben, ermutigt das Unternehmen die russische Regierung, ihre Position zu überdenken und geltendes internationales Recht und Rechtsverfahren zu befolgen, anstatt den Zugriff zu sperren und russischen Bürgern den Zugang zu besserer E-Mail-Sicherheit und Privatsphäre zu verweigern.
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Stichworte zur Meldung: Startmail E-mail-service Sperrung Russland