Athlon 64 mit 90nm Venice- und Toledo-Kern

Praxis: Kompatibilität

  I. Prozessor und Mainboard

Positiv nahmen wir den Umstand auf, dass die Dual-Kern Prozessoren, aber auch Venice und SanDiego bereits in einem Motherboard eingesetzt werden können, welches noch kein spezielles BIOS installiert hatte. Voraussetzung für einen Bootbildschirm scheint zu sein, dass bereits ein BIOS eingespielt ist, welches bereits den bisherigen 90nm Winchester-Kern unterstützt.

Allerdings bedeutet dies damit noch nicht, dass volle Funktionstüchtigkeit gegeben ist. Ohne eine entsprechende BIOS Version und einen aktuellen AMD-Prozessor-Treiber ist ein Cool'n'Quiet Betrieb beispielsweise nicht möglich. Der letzte AMD Prozessortreiber stammt beispielsweise noch von Dezember 2004.

Auf unseren Testmotherboards MSI K8N Neo2 war in Ermangelung eines entsprechenden BIOS für diese 90nm Kerne noch kein Cool'n'Quiet Betrieb möglich, der Dual-Kern-Prozessor wurde lediglich mit einem Kern erkannt und integriert. ABITs AV8 und AX8 konnte bereits auf neue BIOS Versionen für E-Prozessoren (Venice und SanDiego) zurückblicken, aber irgendwie entstand bei uns der Eindruck, dass die Platinen noch nicht richtig rundliefen.

AMDs Favorit zur Präsentation der X2 Prozessoren, das ASUS A8N-SLI, verfügte bereits über eine Beta-Version, welche den zweiten Prozessor-Kern erkannte und Windows dazu veranlasste mit zwei Prozessoren zu arbeiten - die erste Beta-Version jedoch noch nicht CnQ-fähig. Die zuletzt erhaltene Beta-Version 1010.001 machte dann zumindest Anzeichen einer CnQ-Funktionalität, wenngleich noch nicht alles funktionieren wollte.


Athlon 64 mit 90nm Venice- und Toledo-Kern


Die niedrigste Taktstufe des X2-Prozessors wurde nicht angesetzt. Wir tippen darauf, dass dieser Umstand eher auf das BIOS, als auf den Prozessortreiber zurückzuführen ist.

  II. Speicher

Nun war an einigen Stellen zu lesen, dass der Speichercontroller der neuen 90nm Prozessoren soweit verbessert worden sei, dass es nun endlich möglich sein sollte, vier intern zweiseitige Speichermodule (fast alle 512 MB Module sind intern zweiseitig arrangiert) mit DDR400 Takt zu betreiben. Allerdings gibt es diesbezüglich noch nichts bei AMD zu lesen und AMD Deutschland konnte uns die Frage bis zum Redaktionsschluss nicht beantworten.

In der Praxis erlebten wir dann einige Überraschungen. Das MSI K8N Neo2 wollte mit vier identischen double-sided Speichern nicht bei DDR400 booten. Auf dem ABIT AV8, dem bislang einzigen Kandidaten im Hause, welcher schon mit 130nm Prozessoren stabil bei DDR400 und 2T Command-Rate arbeiten wollte, sorgte das neue BIOS für Überraschungen. Plötzlich war es nicht mehr möglich mit dem Winchester-basierenden Prozessor auf der beschriebenen Taktung zu arbeiten und unter Verwendung eines Venice-basierenden Prozessors zeigte sich das System dann zwar arbeitswillig, produzierte im Memtest dann nach knapp 15 Minuten allerdings schon Fehler.

Also hofften wir auf das ASUS A8N-SLI, welches ja bereits über aktuelle BIOS Versionen verfügte - allerdings war die SPD-Erkennung derart schlecht umgesetzt, dass wir nur raten konnten, was nun Absicht oder Spezifikation ist. Grundsätzlich wurden die Speicherlatenzen falsch erkannt und gesetzt. Mit den ersten Beta-Versionen wurden bei sämtlichen Prozessoren (auch Winchester) DDR400 Module im DDR400 Takt erkannt, die Command Rate allerdings immer mit 2 Takten gesetzt - selbst wenn nur zwei 512 Module im Einsatz waren. Mit der letzten BIOS-Version erkannte das A8N-SLI dann vier doppelseitige DDR400 Speicher nicht mehr mit DDR400-Frequenz, sondern als DDR333 mit 2T Command Rate.

Zumindest war es uns möglich auf dem A8N-SLI bei manueller Wahl DDR400 mit 2 Takten DRAM Command Rate zu erzwingen - und damit auch stabil zu arbeiten, doch wer weiß was die nächste BIOS-Version bringt.


Athlon 64 mit 90nm Venice- und Toledo-Kern
A8N-SLI mit vier double-sided Speichern bei DDR400 und 1T Command Rate


Somit bleibt diese, wie wir meinen wichtige Frage im Hinblick auf Aufrüstmöglichkeiten, weiterhin ungeklärt.



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