Athlon 64 Tuning

No Execution (NX) Feature

Wir möchten diesen Punkt hier noch kurz anschneiden. Was es näher mit diesem Punkt auf sich hat, das haben wir hier erklärt. Ansprechen wollen wir den Punkt aber, weil die Funktion bei Athlon 64 Prozessoren automatisch aktiviert ist (entsprechendes Betriebssystem vorausgesetzt) und nicht per BIOS Eingriff (wie z.B. bei Intel-Plattformen) deaktiviert werden kann. In dem einen oder anderen Fall kann diese eigentlich sehr nützliche Option in Verbindung mit manchem Programm zu Problemen führen. Wir durften z.B. bei unserem Unreal Tournament 2003 feststellen, dass mit aktivierter Option das Game beim Verlassen mit Blue Screen abstürzte.

Die Schuld dürfte hier vorrangig beim Softwarehersteller zu suchen sein. In aller Regel liefern die Softwarehersteller auch Updates, welche solche Probleme dann beseitigen, doch sollte es sich um eine ältere Software handeln, bei welcher unter Umständen der Support bereits eingestellt wurde, so mag es eventuell ganz hilfreich sein, wenn der Anwender den Schalter zur Deaktivierung des NX-Feature findet.


Athlon 64 Tuning


Am einfachsten geht dies, wenn man die Datei "boot.ini" editiert, welche sich im Rootverzeichnis der Festplatte befindet, auf welcher das Betriebssystem installiert wurde. In aller Regel dürfte dies die als "C" bezeichnete Festplatte sein. Mittels eines Rechtsklick auf die Datei und dem Befehl "Öffnen" zeigt sich vorstehendes Bild. Ersetzt man die Erweiterung "optin" durch "alwaysoff", ist NX nach einem Neustart deaktiviert.


Speicherbestückung

Kommen wir zu einem "schwarzen Fleck" bei den Athlon 64 Prozessoren. Schon bei den Sockel 754 CPUs gab es hier deutliche Einschränkungen, was die mögliche Speicheraufrüstung betrifft. Doch wirklich wesentlich besser wurde dies nach der Einführung der Sockel 939 Prozessoren nicht.

Bei den Sockel 939 CPUs handelt es sich um Prozessoren, welche ein Zwei-Kanal-Speicherinterface ermöglichen. Im Prozessor finden sich hier zwei Speichercontroller an welche jeweils zwei Speicherslots angebunden sind. Wird jeweils einer dieser Slots mit einem identischen Speicherriegel bestückt (gleiche Kapazität, gleiche Chipdichte), so arbeitet das System im Zwei-Kanal Modus, was einen gewissen Leistungszuwachs verspricht.

Mussten wir anlässlich unserer Tests zum letzten Athlon 64 Mainboard-Roundup uns durch interne AMD Dokumente kämpfen, ohne wirklich Klarheit zu erhalten, welche Konstellationen möglich sind, fanden wir die Wahrheit dann leider doch erst ein wenig später, anlässlich des Tests zum Athlon 64 4000+.


Channel 1 Channel 2 Timing
Slot 1 Slot 2 Slot 3 Slot 4 1T 2T
Single Channel
Single Sided N/A N/A N/A DDR400 DDR400
Double Sided N/A N/A N/A DDR400 DDR400
N/A N/A Single Sided N/A DDR400 DDR400
N/A N/A Double Sided N/A DDR400 DDR400
Single Sided N/A Single Sided N/A DDR333 DDR400
Single Sided N/A Double Sided N/A DDR200 DDR400
Double Sided N/A Single Sided N/A DDR200 DDR400
Double Sided N/A Double Sided N/A DDR200 DDR333
Double Channel
Single Sided Single Sided N/A N/A DDR400 DDR400
Double Sided Double Sided N/A N/A DDR400 DDR400
N/A N/A Single Sided Single Sided DDR400 DDR400
N/A N/A Double Sided Double Sided DDR400 DDR400
Single Sided Single Sided Single Sided Single Sided DDR333 DDR400
Single Sided Single Sided Double Sided Double Sided DDR200 DDR400
Double Sided Double Sided Single Sided Single Sided DDR200 DDR400
Double Sided Double Sided Double Sided Double Sided DDR200 DDR333


Nach dieser Tabelle ist es leider nicht möglich, die vier Speicher-Slots eines Athlon 64 Sockel 939 Mainboards mit vier intern zweiseitig bestückten Speichern (Double-Sidern) zu betreiben.

Was bedeutet dies in der Praxis? Nun, geht man davon aus, dass mehr oder minder weiterhin alle 512 MB Speichermodule intern zweiseitig bestückt sind (derzeit wenige Ausnahmen), so hat man mit zwei solcher Module bereits die maximal schnellste Konfiguration erreicht. Denn selbst wenn man lediglich noch zwei 256 MB intern einseitig bestückte Module dazu betreiben möchte, ist laut AMD Tabelle zwar noch ein DDR400 Takt möglich, allerdings muss die Controller Latenz DRAM Command Rate auf 2 Takte zurück gefahren werden. Was dies in der Praxis an Leistungsverlust bedeutet, dazu kommen wir ein wenig später.

Der Wunsch allerdings, mit vier 512 MB Modulen - intern zweiseitig bestückt - zu arbeiten, würde jedoch nicht nur zu einer DRAM Command Rate von 2 Takten führen, dazu muss die Speicherfrequenz auf DDR333 Takt zurückgefahren werden. Auch solche Auswirkungen werden wir uns im Verlauf des Tests noch ansehen. Die optimale Konfiguration bei den derzeitigen Sockel 939 Prozessoren bleibt also: maximal zwei intern zweiseitig bestückte Module.



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