Intel Pentium Extreme Edition 955 (Seite 1)
Intro

Rund 5 Jahre ist es nun her seit Intel mit dem damaligen Willamette die erste Generation der Netburst Microarchitecture auf den Markt brachte. Die neue Architektur brach grundlegend mit dem Konzept der P6-Architektur des damals regierenden Pentium III und war auf das Erreichen hoher Rechenleistungen durch bloße Erhöhung des Prozessortaktes ausgelegt. So konnten die ersten Modelle mit 1.4 GHz Taktfrequenz, noch dazu im Zusammenspiel mit teurem RAMBUS-Speicher noch nicht wirklich beeindrucken, allerdings gelang es Intel zusammen mit der turnusmäßigen Verfeinerung der Lithographie sehr schnell an der Taktschraube zu drehen und die Rechnung ging eine Zeit lang auf, so dass man sich gegen AMDs Athlon XP durchaus zu behaupten wusste. Zwischendurch wurde sogar über Erreichen der 10 GHz in 2006 spekuliert.


Intel Pentium Extreme Edition 955


Doch dann kam es etwas anders. Während AMD mit der K8-Architektur mit hoher Recheneffizienz bei geringen Taktraten und Leistungsaufnahmen glänzen konnte, bekam Intels Pentium 4 aufgrund der hohen Taktraten signifikante Probleme mit dem Stromhunger. Dies gipfelte darin, dass sogar ein 4 GHz-Modell abgekündigt wurde, ebenso wie die Entwicklungen, mit denen die 10 GHz ursprünglich erreicht werden sollten. Das Problem der hohen Leckströme bei den heute üblichen Strukturbreiten war aber industrieweit zu beobachten, so dass die gesamte Branche heute Multi-Core Prozessoren als Mittel der Wahl sieht. Hiermit lassen sich bei parallelisierbaren Aufgaben auch bei niedrigen Taktfrequenzen hohe Rechenleistungen erzielen. Intels erste Dektop Dual-Core Prozessoren wussten noch nicht recht zu überzeugen, sein Nachfolger auf Basis des Die-Shrink Presler-Cores will es heute besser machen.

Dem Vernehmen nach stellt dieses Modell zusammen mit dem einkernigen „Cedar Mill“ auch den Abgesang auf zwiespältige Netburst-Architektur dar, bevor im 2. Halbjahr „Conroe“ auf Basis der Mobilprozessoren auf den Markt kommt. Doch das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart heißt Pentium Extreme Editon 955, und auf eben diesen wollen wir heute einen etwas genaueren Blick werfen.