Plextor PX-716A

Überprüfen der Brennqualität

Zunächst einmal ein Beispiel für ein Bild, welches eine gute Brennqualität veranschaulicht, in diesem Falle von einer im LG GSA-4120B gebrannten DVD-R von Taiyo Yuden (wir wollen nicht hier schon Ergebnisse vorwegnehmen!):


Plextor PX-716A


Ein wichtiges Kriterium für Brennqualität ist die Frage, wie viel Arbeit die Fehlerkorrektur eines Lesegerätes leisten muss, um eine gebrannte DVD wieder einlesen zu können: Je weniger sie leisten muss, desto mehr "Reserve" hat man für Fingerabdrücke, Staub, Kratzer, Schäden durch UV-Einwirkung oder ähnliches.

DVDs verfügen über 2 Stufen von Fehlerkorrektur, und zwar "Inner Parity" und "Outer Parity". Fehler, die in der ersten Stufe auftreten, nennt man dann "PIE" (Parity Inner Error). Mit dem Plextor PX-712A und dem Plextor PX-716A läßt sich ermitteln, wie viele Fehler in diesen Stufen auftreten. Je kleiner die Werte sind, desto weniger muss die Fehlerkorrektur arbeiten, also desto besser. Kann die erste Stufe einen Fehler nicht korrigieren, so spricht man von einem "PIF" (Parity Inner Failure). Tritt ein PIF auf, so müssen die entsprechenden Fehler mit Hilfe der zweiten Korrekturstufe behoben werden.

Kann die zweite Stufe einen Fehler nicht korrigieren, z.B. auf grund einer zu hohen Anzahl an PIFs, so spricht man von einem POF ("Parity Outer Failure"), was nichts anderes als ein Datenfehler ist. Eine DVD, auf der POFs auftreten, ist also unbrauchbar und kann gleich in den Müll wandern.

Eine kleine Gesamtanzahl an Fehlern nützt allerdings nichts, wenn diese alle am Ende der DVD konzentriert sind. Daher ist auch eine gleichmäßige Verteilung der Fehler über die DVD, mit wenigen "Spitzen" wichtig. Also sollte nicht nur die Gesamtanzahl an Fehlern möglichst klein, sondern auch der maximale Wert möglichst gering sein. Oft sind Zonenwechsel in einem solchen Bild deutlich zu erkennen, so auch in dem oben gezeigten.

Weitere Kriterien sind Jitter und Asymmetrie. Unter "Jitter" versteht man die Abweichung der Länge der gebrannten Strukturen von den Soll-Werten, unter Asymmetrie versteht man die Balance zwischen Pits und Lands. Jitter sollte möglichst niedrig sein, die Asymmetrie sollte möglichst Nahe bei 0 liegen und keine starken Sprünge zeigen. Die hier verwendete Version von PxView verwendet noch die gleiche Skala wie die Version 2.17 der PlexTools (die Werte werden in Version 2.19a verzehnfacht), folglich sind die zulässigen Grenzen für die Asymmetrie -0.005 und +0.015. Lediglich die zuletzt getesteten Ritek DVD-R werden schon mit der neuen Skala dargestellt.

Das obige Bild zeigt in diesen Punkten auch ein gutes Ergebnis. Die "Skala" für die Jitter-Werte ist leider nicht in Prozent-Werte umrechenbar. Vielmehr handelt es sich nur um die Zahlenwerte, die der Plextor-Brenner beim Jitter-Test liefert. Dabei ist der Jitter, den das Laufwerk beim Scannen sieht, um so geringer, je größer diese Zahlenwerte sind.

Unser DVD-ROM von Toshiba reagiert besonders schlecht auf starke Sprünge in der Asymmetrie. Wie man deutlich sehen kann, gibt es einen starken Einbruch in der Lesekurve genau an der Stelle, an der die Asymmetrie mehrmals kurz hintereinander springt:


Plextor PX-716A


Die Fehlerrate dieser DVD sind absolut in Ordnung, nur ein einziger Spike im PIF-Scan ist zu sehen, und kein anderes unserer Laufwerke zeigt dieses Verhalten in einem solchen Ausmaß. Das DVD-ROM von Toshiba ist also besonders "anfällig" für mehrere dicht aufeinanderfolgende Sprünge in der Asymmetrie. Was man daran aber deutlich sehen kann, ist dass die Jagd nach Fehlerraten nicht alles ist, was zählt. Sie sind zwar wichtig, aber wenn eine DVD auf manchen Laufwerken gut funktioniert, auf anderen weniger gut, dann ist auch der Asymmetrie-Scan eine Hilfe bei der Fehlersuche.



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