VIA EPIA SP13000 als Multimediaserver

Intro

In deutschen Haushalten wächst die Anzahl von PCs. Meistens wird bei der Anschaffung eines neuen Rechners die alte Hardware zu "niederen" Aufgaben verdammt; beispielsweise als File- und/oder Rund-um-die-Uhr-online Server, womit sich zusammen mit Dynamic DNS-Diensten und breitbandigen Internetanschlüssen durchaus eigener Content hosten lässt. Zusammen mit einer Flatrate entsteht hier eine günstige Alternative zu den Angeboten verschiedener Hoster, die entweder Kosten verursachen oder den Traffic begrenzen. Die Rechenleistung der ausgedienten Rechenknechte ist dafür allemal ausreichend.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Leistungsaufnahme eines solchen Systems ist nicht unerheblich, über ein Jahr kommen da schon einmal bis zu 200 Euro zusammen. Meistens verbreiten diese betagten Maschinen auch ein deutlich hörbares Betriebsgeräusch durch Prozessor-, Grafikkarten- und Gehäuselüfter. Dadurch und durch Ihre Größe scheidet damit eine Verwendung als Multimediaserver für MP3-, DVD- und Videowidergabe im Wohnzimmer aus. Neben der relativ teuren Lösung eines Komplett-Barebones mit meist herstellerspezifischen Maßen beim Mainboard wird, wenn es um das Thema "klein-kühl-leise" geht, auch immer wieder VIAs EPIA-Plattform in den Raum gestellt.


VIA EPIA SP13000 als Multimediaserver


Für die auf dem Mini-ITX-Standard basierende Mainboardfamilie gibt es auf dem Markt eine reichhaltige Auswahl an Gehäusen in allen Größen von „Blumenuntersetzer“ bis 19“ HiFi-Format. Außerdem haftet ihnen der Ruf an, günstig zu sein, mit geringer Leistungsaufnahme und dadurch wenig Kühlung leise zu Werke zu gehen. All das zusammen schafft die idealen Grundlagen für - wie der Autor aus eigener Erfahrung bestätigen kann – einen hohen WAF (Women Acceptance Factor), die, wie die Branche mit zusammengekniffenen Zähnen bekennt, höchste Hürde für den Wohnzimmer-PC. Bei der Rechenleistung spricht der Ruf den EPIA-Boards ab, auf Augenhöhe mit der Spitzengruppe heutiger x86-Systeme zu sein.

Wie viel Performance braucht der Mensch also für den wohnzimmertauglichen Heim-Server? Um diese Frage zu beantworten holten wir uns mit dem EPIA SP13000, das nach der Vorstellung letzten Juni nun im Markt verfügbar ist, die aktuelle VIA-Plattform ins Labor und werden anhand von praxistypischen Anwendungen überprüfen, ob die rund 180€ teure Kombination aus Mainboard, integrierter Grafik und C3-Prozessor diesem Anwendungsszenario gewachsen ist. Vielen Dank an VIA Technologies, die uns mit der nötigen Hardware und Support im Rahmen des Tests unterstützt haben.


Der VIA CN400-Chipsatz und VIA C3 Prozessor

Die aktuelle SP-Generation der EPIA-Plattform setzt auf den eigenentwickelten CN400-Chipsatz. Die Northbridge kommuniziert dabei über einen klassischen FSB mit 66, 100, 133 oder 200 MHz mit der CPU. Das Busprotokoll ist identisch mit dem des Pentium III, entsprechend kann neben fest aufgelöteten Enhanced Ball Grid Array (EBGA-)Prozessoren auch ein Sockel 370 verwendet werden. Somit kommen prinzipiell alle aktuellen VIA-Prozessoren als Partner in Frage. In der Praxis beschränkt sich VIA allerdings auf den VIA C3- (in der Version mit 1.3 GHz) als hoch getaktete Alternative oder den Eden ESP (mit 800MHz) Prozessor für passive Kühlung.


VIA EPIA SP13000 als Multimediaserver


Mit dem CN400 hält DDR400 nun auch auf VIAs MiniITX-Mainoards Einzug. Als erster EPIA-Chipsatz ist er, abweichend von Informationen auf der Webseite sowie dem Marketingmaterial, die sich auch noch gegenseitig widersprechen, in der Lage 2 doppelseitige DIMM-Module mit zusammen maximal 4GB als DDR266/333/400 im SingleChannel-Modus anzusteuern, wie uns von VIA auf Nachfrage bestätigt wurde. Angesichts des ohne DDR arbeitenden FSBs reicht ein SingleChannel-Modus ja auch aus, so dass auch noch genug Bandbreite für die integrierte Grafik übrig bleibt, denn die Bandbreiten von FSB und Speicher sehen wie folgt aus:

FSB:
133 MHz * 64 Bit * 1 Datenpaket pro Takt = 8512 Mill. Bit/s = 1064 MB/s
200 MHz * 64 Bit * 1 Datenpakete pro Takt = 12800 Mill. Bit/s = 1600 MB/s

Arbeitsspeicher:
200 MHz * 64 Bit * 2 Datenpakete pro Takt = 25600 Mill. Bit/s = 3200 MB/s



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