HIS Radeon HD2900 Pro Limited Edition

Übertakten

Wie bereits angesprochen kommt die HIS HD2900 Pro mit den beiden separaten Stromanschlüssen der XT-Version daher: einem heute üblichen 6-Pin-Anschluss bei Leistungsfähigen Grafikkarten und einem 8-Pin Stromanschluss, wie er in der kommenden PCI-Express-Spezifikation 2.2 vorgesehen wird. Damit können derzeit kaum Netzteile dienen.

Grund dafür ist AMDs Angabe der Thermal Design Power (TDP) — der maximalen Leistungsaufnahme — von 215 Watt, welche damit nur 10 Watt unter den Möglichkeiten von PCI-Express 2.0 zertifizierten Netzteilen liegt. Danach dürfen 75 Watt Leistung aus dem PCI-Express-Steckplatz gezogen werden und jeweils wieder 75 Watt aus einem separaten PEG-Stromanschluss auf dem Grafikboard.

Dennoch ist es problemlos möglich eine HD2900 XT oder Pro mit einem Netzteil zu betreiben, welches noch nicht über einen 8-Pin PCI-E 2.2-Anschluss verfügt.

HIS Radeon HD2900 Pro Limited Edition


Dabei werden dann einfach zwei 6-Pin-Stromanschlüsse verwendet. Einziger Nachteil: AMD hat in den Treibermenüs dann das Overdrive-Tool zum Übertakten der Grafikkarte mittels des Treibers deaktiviert.

Bei der Pro ist dies ein Stück weit ärgerlich, da sie ja eine TDP von ca. 160 Watt besitzt, damit also noch eine Ecke von der magischen 225 Watt Grenze entfernt ist. Da die Karte sich aber im Treiber nicht entsprechend anders anmeldet, als eine XT-Version, bleibt das Manko.

Jenen, welchen die Beschränkungen in Theorie und Praxis egal sind und welcher auch keine Sorge um die Lebenserwartung der Hardware hat, der kann den ATI-Treiber umgehen, indem er dort VPU-Recover deaktiviert und sich dann eines externen Tools zum Übertakten bedient, wie beispielsweise dem ATITool. Dann bleibt allerdings das Manko, dass die Karte auch im Idle-Mode mit den höheren Taktraten arbeitet und nicht mehr heruntertaktet. Im Ergebnis dreht damit der Lüfter auch hoch.

MSI hat dies bei seiner RX2900 XT recht elegant gelöst und packte einen Adapter von 8-Pin auf 6-Pin bei und schon zeigte sich der ATI-Treiber befriedigt. Ob diese Lösung dauerhaft elegant und technisch einwandfrei ist, darf man dahingestellt lassen. Im Falle von Übertaktungen verliert der Anwender ohnehin gleich jeglichen Garantieanspruch.

Nun ist das Thema des Übertaktens aber doch sicherlich ein höchst interessanter Punkt bei der HD2900 Pro. Bisherige Annahmen gehen davon aus, dass die Chips darum mit niederem Takt abverkauft werden, da sie möglicherweise die Validierungen als 2900 XT nicht bestanden haben.

Gerade bei diesem Testpart staunten wir dann aber nicht schlecht. Wir dürften vorwegschicken, dass wir mit regulären XT-Taktraten (740 MHz GPU- und 840 MHz Speichertakt) einen kompletten Nachtdurchlauf mit der HIS 2900 Pro absolvierten. Dabei lief über 10 Stunden hinweg eine Schleife des 3DMark 2006. Auch am nächsten Tag konnten wir weder Pixelfehler noch Abstürze verzeichnen. Auch das ATITool, welches nach Artefakten sucht, wurde in den Tests nicht fündig.

Im nächsten Schritt ließen wir das ATI-Overdrive-Tool die maximal möglichen Taktraten selbst ermitteln.

HIS Radeon HD2900 Pro Limited Edition




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