AMD AM2-Prozessorroundup

Übertakten


AMD AM2-Prozessorroundup


Wir kommen zu einem „nicht allgemeinen Kapitel“. Es gibt ausreichend Anwender, welche sich informieren möchten um ihr System nach ihren Wünschen konfigurieren zu können, aber mit tweaken, tunen und Übertaktung nichts am Hut haben. Dennoch stellte sich für uns schon die Frage, in wieweit die neuen AM2-Prozessoren, seien es nun die EE-Modelle, die 65nm-Modelle oder gar die Topmodelle Potential zur Übertaktung mit sich bringen. Wir haben darum einige der hier befindlichen CPUs diesen Tests unterzogen.

Bei den notwenigen Übertaktungsvorkehrungen bleibt es in vielen oder gar allen Fällen, bei bisherigen Empfehlungen oder Notwendigkeiten, welche schon beim Sockel 939 galten:

  • Deaktivieren des Cool’n’Quiet-Features im BIOS
  • Herabsetzen des Speichertaktes
  • Herabsetzen der Speicherlatenzen
  • Herabsetzen der Hypertransportlinks auf 800 oder gar 600 MHz
  • Herabsetzen des CPU-Multiplikators
  • Hochschrauben des Referenztaktes
  • Ggf. Anheben der Prozessor- und Speicherspannung

    Dies ist es in groben Zügen umrissen – ohne auf Details einzugehen – was ein beherzter Übertakter heute tun muss, um den Versuch in die Praxis umzusetzen, das Maximum an CPU-Takt aus seinem Prozessor herauszukitzeln, was die Fertigung noch zugelassen hat.

    Und das kann mal mehr und eben mal weniger sein, wie unsere folgenden Resultate zeigen.


    AMD AM2-Prozessorroundup


    Wir wollen an dieser Stelle vorwegschicken, dass wir nicht einmal sehr hohe Ansprüche in diesem Test in Richtung Stabilität gestellt hatten. Unsere Stabilitätstests umfassten gerade einmal eine knappe Stunde, mal nur 45 Minuten, Prime-Berechnungen und abschließend einen 3DMark2006-Druchlauf. Allerdings quittierten uns einige dieser Konstellationen schon sehr frühzeitig die Tests.

    Die 65nm Version des Athlon 64 X2 5000+ war erst mit 1,45 V Prozessorspannung dazu zu bewegen mit 220 MHz-Referenztakt stabil zu arbeiten. „Leistungsreserven“ darf man beruhigt als gering bezeichnen. Das galt aber auch für das 90nm-Modell mit gleicher Bezeichnung, welches in unseren Tests zumindest einen etwas größeren Spielraum bei höherer Spannung mit sich brachte. Im Ergebnis ist dies aber durchaus unter „Zufall“ zu verbuchen.

    Leistungsreserven beim Modell 6000+ sind offenbar nicht zu erwarten. Das Modell weigerte sich beim Versuch mit Default-Spannung und 210 MHz Referenz-Takt zu starten. Erst ab 1,5V waren diese Werte zu erzielen. AMD arbeitet bei 3 GHz Takt offenbar wirklich schon hart an der Grenze.

    Der 4200+ EE wollte von Hause aus 1,25V CPU-Spannung – damit kamen wir beim Übertakten aber erwartungsgemäß nicht sehr weit. Mit 1,35V waren dann aber schon 230 MHz Referenztakt und 2530 MHz Prozessortakt möglich. Um 250 MHz Referenztakt erreichen zu können, brauchte es dann aber ebenfalls schon 1,5V Spannung.

    Die von AMD gefahrene Selektion, um Prozessoren ausfindig zu machen, welche mit möglichst wenig Spannung möglichst wenig Leistung bei möglichst hohem Takt verbraten, darf nicht gleichgesetzt werden mit der Illusion, dass es sich hier um besonders übertaktungsfreudige Modelle handelt. In diese Richtung hat der Hersteller nicht selektiert.

    Natürlich, wir hätten noch mehr Spannung auf die CPUs geben können, doch mehr erfahren hätten wir dabei sicher nicht, als dass jeder Prozessor offenbar sein Limit besitzt und alles jenseits der Schmerzgrenze nur zur Lasten der Systemstabilität und Datenintegrität, sowie natürlich der Lebenserwartung der Modelle gehen könnte.



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