Highend CPU-Kühler Roundup

Gehäuse & Kühlung | HT4U.net | Seite 43



Fazit



Nach den, über Wochen andauernden, Test kann auf jeden Fall allen Kühlern bescheinigt werden wirklich jedes momentan erhältliche AMD Athlon 64-Modell kühlen zu können. Der Abbruch beim Noctua NH-U9F erfolgte nur auf der langsamste Stufe – nicht verwunderlich bei den geringen Umdrehungen des Lüfters, und dieser niedrigen Geräuschkulisse. Hier sollte Nocuta auf seiner Webseite vielleicht Klarheit schaffen und nennen, für welche Prozessoren der ULNA-Modus freigegeben ist. Allerdings, allgemein betrachtet, könnte es im Sommer für einige Modelle knapp werden, die schon dicht an der 70°C Marke kratzten denn dann sind keine 22°C Raumtemperatur vorhanden und da könnte so manches Modell in arge Bedrängnis kommen – immer vorausgesetzt, es steckt ein High-End, oder übertakteter Prozessor mit Spannungszugabe im System.

Sehr erfreulich: es gab mit keinem Kühler Passprobleme im Testsystem was die Umgebung mit RAM, Spannungswandlern und den umliegenden Spulen betrifft. Es ließen sich alle Modelle problemlos montieren, ohne dass ein Kontakt zu anderen Elementen verursacht wurde oder sogar etwas verbogen werden musste. Diese Aussage können wir aber letztlich nur auf das Testmainboard beziehen und nicht auf alle am Markt erhältlichen Mainboards umlegen. Die riesigen Modelle von Scythe, Noctua und Thermalright gingen auch problemlos über die verbauten Speicherriegel hinaus. Hier haben die Hersteller vorausschauend darauf geachtet die Lamellen erst in einer Höhe anzulöten, in der diese nicht mehr mit darunter liegenden Bauteilen kollidieren können. Allerdings übertreiben einige Hersteller mit der Höhe ihrer Boliden. Auf der einen Seite geht dann das Gehäuse nicht mehr zu schließen, zum anderen erhöht sich mit steigender Höhe auch die Hebelwirkung auf den CPU Sockel. Allerdings – all diese Punkte sind in einem solchen Roundup schon fast wieder zu vernachlässigen, da das Gros der heutigen Modelle nicht in OEM-Rechner wandern will, sondern eben in jene der Enthusiasten.


High-End Cooler-Roundup 2007



Auch gab es aber Modelle die so ziemlich aus der Reihe tanzten, was die sonstige Konkurrenz angeht, insbesondere wenn man sich das Modell von Titan und Apack ansieht. Sei es Technik oder Design selbst im doch schon ewig etablierten Bereich der CPU Kühlung gibt es doch immer wieder eine Überraschung. Ob der Weg, den Titan dort beschreitet, aber der richtige ist, wagen wir zu bezweifeln, auch wenn die Kühlergebnisse für sich sprechen. Eine weitere Belastung des Gesamtsystems von 50 Watt, nur um die CPU zu kühlen, kann nicht der richtige Weg sein. Das was die CPU Hersteller versuchen an Leistungsaufnahme zu optimieren verfliegt wieder, weil der Kühler umso mehr verbraucht. Peltier scheint irgendwie weiterhin ein Fremdkörper im Endkundenmarkt zu bleiben.

Die aus unserer Sicht hervorzuhebenden Enthusiasten-Modelle dieses Tests sind wohl die beiden Scythe Vertreter Ninja Plus und Infinity, als auch der Zalman CNPS 9700. Die Kühlleistung dieser Kandidaten, verbunden mit der anliegenden Geräuschkulisse, sowie Montagefreundlichkeit, sind insgesamt betrachtet, im derzeitigen Test nicht zu überbieten. Im Hinblick auf die Lautstärke muss man beim Zalman allerdings anmerken, dass wir hier vom 5V-Betrieb, also auf kleinster, manueller Regelstufe sprechen. Ungeregelt ist der Zalman zwar in der Kühlung noch besser, allerdings als Radaubruder zu bezeichnen. Im Vergleich zu den beiden Scythe-Modellen schlägt der Zalman mit ca. 44 Euro Anschaffungspreis deutlich teuerer zu Buche. Ninja und Infinity sind hier in Regionen zwischen 32 und 35 Euro erhältlich.

Der Noctua NH-U12F gefiel uns im Bereich Lautstärke auf der LNA-Stufe ebenfalls recht gut, allerdings liegt er in Kühlleistung und Montagefreundlichkeit hinter den vorgenannten Kandidaten zurück und ist zudem mit ca. 53 Euro als teuer zu bezeichnen. Hervorragende Kühlleistung zeigte auch Thermalright in Verbindung mit den beiden gewählten 120 mm Lüftern, dabei lag er in der Lautstärke dann auch etwas höher. Die Tatsache, dass Thermalrights Preis von ca. 44 Euro erst einmal ohne Lüfter im Raum steht, macht ihn teuerer und auch die Montage hätten wir uns ohne Wechseln des Retention Moduls gewünscht. Zudem bleibt es hier am Anwender, welchen Lüfter er letztlich zum Thermalright wählt, ohne dass er weiß, ob die Kombination seinen Ohren und seinem Monitoring-Tool gefällt.

Muss es nicht eben die beste Kühlleistung und Lautstärke sein und soll es möglichst günstig sein, so bietet sich Gigabytes G-Power Lite auf geregelter Stufe an, der Aerocool X-Fire, aber auch der Cooltek Auras. Letzterer bietet eine gute Kühlung, ist aus unserer Sicht aber recht laut. Diese drei Kandidaten liegen im kleineren Preissegment, zwischen 18 (Cooltek), 25 (Aerocool) und 27 (Gigabyte) Euro. Natürlich bleibt in diesem Kosten-Segment der günstige Artic Cooling Freezer 64 Pro mit seinen ca. 13 Euro Anschaffungspreis, nach wie vor der Benchmarkgeber.

Da wir in heutigen Test – mit diesen Vertretern – kein Augenmerk auf Einhaltung von Spezifikationen im Bereich Motherboard oder Prozessor-Vorgaben legten, sondern versierteren Anwendern, Geräuschfanatikern und Enthusiasten einen Überblick verschaffen wollten, geht die HT4U Empfehlung an den Scythe Ninja Plus und den Infinity, sowie an Zalmans CNPS 9700 in Form unseres Editor’s Choice Award.


High-End Cooler-Roundup 2007



Doch schlussendlich, bei all den subjektiven Dingen, welche im Kühlerbereich zu Entscheidungen beitragen, muss jeder User selbst entscheiden wie viel Geld er in die Kühlung seiner CPU investieren möchte oder wie laut sein System sein darf und wir können diese Entscheidung niemanden vorschreiben oder abnehmen. Wir hoffen aber einen guten Überblick geschaffen zu haben um die Entscheidung doch etwas einfacher zu machen.

[dg] & [pg], 18.02.2007

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