DDR3-Speicher in Theorie und Praxis

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Super Talent DDR3-1600 (W1600UX2G7)



Dieser DDR3-Speicher stammt nun aus einer der jüngsten Super Talent Serien und sorgt für Schlagzeilen aus dem Übertakter-Lager. Und eben auch nur dort richtet sich dieser Speicher hin, denn es gibt derzeit keine einzige Hauptplatine, auf welcher ein DDR3-1600 Takt problemlos umgesetzt wird. Die aktuellen Intel-Prozessoren auf P35-Mainboards bieten bei einem FSB1333 lediglich die Speicheroption DDR3-1333 und keinen Taktschritt darüber. Um also überhaupt von diesem Speicher profitieren zu können ist es notwendig, dass der Prozessor mittels FSB übertaktet wird und zwar auf einen FSB1600.

Bild: DDR3-Speicher in Theorie und Praxis

Damit ist die Gruppe der Interessenten für diese Speicher (und in Anbetracht der Preisgestaltung) natürlich überschaubar. Super Talent wirbt damit, dass auf diesen Speichermodulen Micron-Chips zum Einsatz kommen.

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Offensichtlich ist Micron derzeit einer der wenigen DDR3-Chip-Produzenten, welcher 128Mx8 Chips produzieren kann – damit lässt sich ein solches Modul mit acht 1024 MBit-Chips bestücken und arbeitet intern als einseitiges Modul. Der Vorteil für den Hersteller der Chips: geringere Kosten. Der Vorteil für den Produzenten des Übertakter-Moduls: geringere Systemlasten für den Speichercontroller. Es befinden sich weniger Chips im System die verwaltet werden müssen und damit natürlich auch weniger Reihen und Spalten, die der Speichercontroller durchforsten müsste.

Ein möglicher Nachteil: die Möglichkeiten des Speichercontrollers mit seinem Maximum an Open Pages eine bessere Performance zu erzielen entfällt, da die maximalen Seiten, die der Controller offen halten kann, auf alle acht Reihen im System bezogen sind. Sind also bei einem Dual-Channel-Kit mit double Sidern vier Reihen belegt, sind in einem System mit single Sidern Dual-Channel-Kit nur zwei Reihen belegt. Ob dies nun wirklich einen Nachteil bedeutet, werden wir später bei den Benchmarks beleuchten.

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Super Talent garantiert bei diesem Speicher einen DDR3-1600 Takt bei 7-7-7 Latenzen, aber auch einer Spannung von 1,8V. Die Validierung der Speicher wurde auf einem ASUS P5K3-Deluxe vorgenommen. Dabei ist allerdings anzumerken, dass wir in einer alten, wie auch in einer neuen BIOS-Version dieses Mainboards, bei ausgewählten 1,8 Volt dann real 1,87 Volt real anlegte und wir uns damit eher der 1,9V-Marke näherten.

Wir haben uns dann an die Super Talent Vorgaben gehalten und wunderten uns, dass wir nach exakt deren Vorgaben auf gleichem Board, nach nicht ganz vier Stunden auf Memtestfehler stießen.

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Nach langen Versuchen stießen wir auf des Rätsels Lösung. Es wurde den Speichern einfach zu warm. Insbesondere wohl auch die sehr heiß werdende Heatpipe des ASUS-Boards sorgte dafür, dass sich die Temperaturen weiter erhöhten. Als wir die Speicher aktiv kühlten, blieben die Probleme aus. Wir konsultierten Super Talent und man teilte uns mit, dass „eine gute Kühlung“ vorausgesetzt würde. So wie wir das verstanden haben erfolgte die Validierung der Speicher entweder ebenfalls mit aktiver Kühlung oder in besonders kühlen Räumen.

Wie auch schon mit dem Super Talent W1333UX2G9 war es uns nicht möglich, den Speicher innerhalb von JEDEC-Spezifikationen mit 1,5 Volt +/- 0,075V zu betreiben. Dazu haben wir einen DDR3-1600 Test mit entspannten Latenzen ebenso versucht, wie einen DDR3-1333-Test mit 7-7-7 Latenzen. Während der Memtest noch der Ansicht war, dass hier keine Probleme vorliegen, war ein stabiler Windows-Betrieb mit abgesenkter Spannung leider nicht möglich.

Positiv für die Enthusiasten: bei DDR3-1333 war es uns möglich den Speicher bei 1,7V mit Timings von 7-6-6 zu betreiben. Das schafften wir mit dem Kingston HyperX-Speicher nicht. Aber die Übertaktungserfolge, welche andererseits zu lesen war, denen sind wir wiederum nicht begegnet.

Wir erreichten bei aktiver Kühlung stabil einen Takt von 840 MHz I/O, was DDR3-1680 entsprechen würde. Auch das Herabsetzen der Latenzen oder das Anheben der Spannung auf 1,9V im BIOS sorgte dabei nicht für Abhilfe. Doch immerhin bleibt festzuhalten, dass Super Talent derzeit der einzige Hersteller ist, welcher solch hohe Taktraten, bei gleichzeitig niedrigen Latenzen verspricht und stellt damit derzeit Anlaufstelle Nr.1 für DDR3-Freaks dar.