4 NVIDIA GeForce 8800 Grafikkarten im Test

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Installation & Alltagsbetrieb: Leistungsaufnahme, Übertakten und Taktfrequenzen



  • I. LeistungsaufnahmeBereits bei unserer ersten Begegnung mit der GeForce 8800 GTX schlucktenwir nicht schlecht, als unser Watt-Messgerät nach mehreren Runden3D-Mark einen Maximalverbrauch des Gesamtsytems von 301 Watt auf demDisplay anzeigte. Der fast unglaubliche Sprung von 278 MillionenTransistoren beim G71 auf 681 Millionen beim G80 bei gleich bleibendemFertigungsprozess von 90 nm ist eben auch an der Leistungsaufnahme nichtunbemerkt vorbeigezogen.

    Modell Last Idle
    GeForce 8800 GTX 301 Watt 190 Watt
    GeForce 8800 GTS 260 Watt 181 Watt
    GeForce 7900 GTX 235 Watt 156 Watt
    Radeon X1950 XTX 270 Watt 150 Watt
    Die GeForce 8800 GTS gibt sich bei einem maximalen Stromverbrauch von260 Watt (Gesamtsystem) deutlich sparsamer. Die Gründe liegen wohlvorwiegend in der Deaktivierung von immerhin 25% derUnified-Shader-Recheneinheiten in Kombination mit einem geringeren Takt.Damit liegt der maximale Verbrauch sogar rund 10 Watt unterhalb derRadeon X1950 XTX.

    NVIDIAs Empfehlungen zu einem 450 Watt (GeForce 8800 GTX) bzw. 400 Watt (GeForce 8800 GTS) sind also durchaus Ernst zu nehmen. Zumal die Watt-Zahl alleine noch keinerlei Aufschluss über die Beanspruchung der einzelnen Leitungen gibt.

    Weniger interessant für die Wahl des Netzteils, aber umso interessanter für die Stromrechnung sind die Idle-Werte der Karte. Im Sinne eines ergonomischen Betriebes, verfügen aktuelle Grafikkarten eigentlich grundsätzliche über unterschiedliche Takteinstellungen für 2D- und 3D-Betrieb. Interessanterweise ist dies jedoch bei allen Karten auf Basis des G80 nicht der Fall, wodurch die Karten bisher im 2D-Betrieb unnötig hohen Taktraten fahren. Wir vermuten an dieser Stelle ein Treiberproblem der noch jungen Treiber der GeForce-8800-Reihe.

    Und dementsprechend schießt NVIDIA mit 181 Watt bei der GeForce 8800 GTS und sogar 190 Watt im Falle der GTX-Variante in neue Regionen bei den Idle-Werten. Der Abstand der GeForce 8800 GTX auf ATIs derzeitiges Flaggschiff beträgt hierbei stolze 40 Watt, und selbst bei der GeForce 8800 GTS sind es immer noch 30 Watt Unterschied.

    Da bleibt wirklich nur zu hoffen, dass unsere eben ausgesprochene Vermutung, es könnte an noch zu jungen Treibern liegen, den Tatsachen entspricht. Denn wenn nicht, würden sich die G80-Grafikkarten als derbe Energieschleudern entpuppen.

  • II. Overclocking & TaktfrequenzenFür unsere Übertaktungsversuche verwendeten wir den RivaTuner, der seit Version 2.0 RC16. 2 auch die GeForce-8800-Reihe unterstützt. Zuerst wollen wir jedoch ins Gedächtnis rufen, dass der G80 mit zwei verschiedenen Taktdomänen arbeitet. Zum einen wäre dies der normale Chip-Takt (im Rivatuner: ROP-Domain) und der Shader-Takt (Shader-Domain).

    Beiden Taktraten liegt eine Basisfrequenz von 27 MHz zu Grunde, die mit einem ganzzahligen Multiplikator bzw. Divisor multipliziert den Gesamttakt ergibt. Aus diesem Grund ist auch ein Übertakten nur Sprungweise möglich. In den meisten Fällen stimmt aufgrund dessen auch der manuell eingestellt Takt nicht mit dem tatsächlichen Takt überein. Der Treiber entscheidet sich in solchen Fällen für den naheliegendsten, herstellbaren Wert. Zur Veranschaulichung ein paar anzutreffende MHz-Werte mit den dazugehörigen Multiplikatoren.

    Chip-Takt: 27 MHz x 23 = 621 MHz

    Chip-Takt: 27 MHz x (68 / 3) = 27 MHz x 22,67 = 612 MHz

    Chip-Takt: 27 MHz x 22 = 594 MHz

    Chip-Takt: 27 MHz x (64 / 3) = 27 MHz x 21,33 = 576 MHz

    Chip-Takt: 27 MHz x 21 = 567 MHz

    Shader-Takt: 27 MHz x 54 = 1458 MHz

    Shader-Takt: 27 MHz x 52 = 1404 MHz

    Shader-Takt: 27 MHz x 50 = 1350 MHz

    Leider ist ein separates Übertakten der einzelnen Taktdomänen derzeit nicht möglich, es kann lediglich eine Veränderung des Chip-Taktes (ROP-Domain) vorgenommen werden. Der Treiber versucht hierbei ein Verhältnis von in etwa 2,3 zu 1 zwischen Shader- und Chiptakt aufrecht zu erhalten. Erhöht man also den Chip-Takt nur geringfügig und der Quotient der beiden Taktraten liegt noch in einem gewissen Toleranzfenster, so bleibt der Shader-Takt unverändert. Droht dieses Verhältnis allerdings zu stark von dem vorgegebenen Wert abzuweichen, kommt es zu einer Erhöhung der Shader-Taktrate.

    Nach einer Rücksprache mit RivaTuner-Autor Alexey Nicolaychuk ergab sich, dass diese Limitation allein durch den Treiber bedingt ist und keiner Hardware-technischen Problematik unterliegt. Letztendlich liegt es also bei NVIDIA ob zukünftig eine separate Einstellung des Shader-Takt unabhängig vom Chip-Takt möglich sein wird. Bleiben wir in der Gegenwart, so ist dies bis dato eben nicht der Fall.

    Nach diesem kleinen Exkurs stürzen wir uns nun auf die Übertaktungsergebnisse der einzelnen Testkandidaten. Hierbei gilt es noch zu erwähnen, dass die XFX GeForce 8800 GTX in diesem Punkt leider nicht mit den Wettstreitern konkurrieren durfte. Wie bereits erwähnt, musste die XFX-Karte unsere Redaktion vorzeitig verlassen. Da zu diesem Zeitpunkt weder eine RivaTuner-Version für den G80 existierte noch nTune auf unserem System zum Laufen zu bringen war, konnten wir die XFX GeForce 8800 GTX leider nicht auf deren Übertaktbarkeit prüfen.

    Karte Chip-Takt Werk Chip-Takt OC Shader-Takt Werk Shader-Takt OC Speicher Werk Speicher OC
    ASUS EN8800GTX 576 MHz 594 MHz 1350 MHz 1404 MHz 900 MHz 1026 MHz
    MSI NX8800GTX 576 MHz 594 MHz 1350 MHz 1404 MHz 900 MHz 1026 MHZ
    MSI NX8800GTS 513 MHz 621 MHz 1188 MHz 1458 MHz 792 MHz 918 MHZ
    Mit den Taktraten von 575 MHz (Chip) bzw. 1350 MHz (Shader) scheint der G80 auf den GTX-Boards bereits relativ nahe am Limit zu laufen. Sowohl die ASUS EN8800GTX als auch die MSI NX8800GTX erreichtenlediglich GPU-Taktraten von 594/1404 MHz (Chip-/Shader-Takt). Der freudige Übertakter sollte sich bei diesen Modellen also keine rekordverdächtigen Ergebnisse erhoffen, auch wenn die Ergebnisse natürlich von Exemplar zu Exemplar variieren können.

    Die ebenfalls auf dem G80-basierende NX8800GTS hat aufgrund des werksseitig niedrigeren Taktes deutlich mehr Spielraum und kann in Punkto Overclocking sogar die MSI NX8800GTX und ASUS EN8800GTX überflügeln. Mit 621/1458 erreichte die NX8800GTS den nächst höher einstellbaren Wert (27 MHz Taktunterschied), welcher mit den GTX-Karten nicht mehr ohne Grafikfehler möglich war. Aber auch hier gilt: Diese Werte sollten bestenfalls als Einzelergebnisse gesehen werden und sind nicht repräsentativ.

    Beim Speicher macht sich der schnellere Speicher der GeForce 8800 GTX bemerkbar. Während GTX-Versionen – wiederum beide gleichauf – einen maximalen Takt von 1026 MHz verkrafteten, war der NX8800GTS mit 918 MHz eine Grenze gesetzt. Die nachfolgenden Benchmarks (F.E.A.R – Timedemo) zeigen exemplarisch den Leistungszuwachs, der durch das Übertakten erreicht wurde.

    Modell FEAR – Ohne OC FEAR – Mit OC FEAR – Unterschied in %
    GeForce 8800 GTX 78 FPS 80 FPS 2,6 %
    GeForce 8800 GTS 56 FPS 66 FPS 17,9%


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