AMD Athlon X2 7750 und 7550 - Familienzuwachs mit "Kuma"

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Fazit



Der Familienzuwachs ist da. AMD blickt nun auf eine vollständige Liste an Prozessoren von 2000er- bis 9000er-Modellen. Es fehlte in dieser Liste eben nur noch die Klasse 7000, welche heute mit den sogenannten "Kuma-Cores" vervollständigt wird. Dabei ist der Kuma keine Besonderheit. Der Athlon X2 7000 stellt lediglich einen Phenom X2 dar, welchem man diesen "klangvollen" Namen nicht geben wollte.

Ein neuer Stern am Himmel der Otto-Normal-Verbraucher? Jein. Eigentlich wäre es schlüssig, dass AMD über kurz oder lang die Fertigung auf eine CPU-Generation umstellt, doch AMD ist schon wieder im Wandel. Da drängen die 45-nm-gefertigten Prozessoren und wollen – aber dürfen noch nicht – die Tür einbrechen. Und erst mit diesen Modellen wird sich dann über kurz oder lang AMD mit ihren K8-Modellen in 65 nm vom Markt verabschieden. Was aber hat es denn nun mit Kuma auf sich? Das haben wir versucht anhand des Artikels zu erklären. Zwei Möglichkeiten dieses Schrittes gibt es. Zum einen könnte AMD einen solch schlechten Produktionsausstoß haben, dass zuviele der gefertigten Dice Fehler aufweisen und es damit profitabel erscheint diese Modelle als eigenen CPU-Version mit zwei abgeschalteten Kernen zu vermarkten.

Das scheint aber eher unwahrscheinlich, so wie sich die AMD-Produktion in den vergangenen Jahren zeigte. Damit bleibt Möglichkeit zwei. Im Laufe der Fertigung verbessert sich der Prozess weiter und der Austoß an DIEs vergrößert sich. Aber der Absatz fehlt und damit ist man gezwungen die Produktion zu verkaufen... irgendwie. Und vermutlich liegt dort der Ursprung des Kuma, des Athlon X2 7750 und des 7550.

Bild: AMD Athlon X2 7750 und 7550 - Familienzuwachs mit "Kuma"

Lassen wir die Spekulationen über das Warum und Wieso. AMD verkauft ab sofort den Athlon X2 in der 7000-Familie. AMD nannte uns den Preis für die X2 7750-CPU mit 79 US-Dollar Großhandelspreis. Damit haben wir auf Grund des aktuellen Dollar-Kurses und der fehlenden Steuern schon fast den 1:1 Preis für den deutschen Markt. Mit ca. 70 bis 75 Euro sollte sich der Athlon X2 7750 in den Preislisten einpendeln. Erste Listungen vor dem offiziellen Launch bestätigen unseren Verdacht. Und wenn der Druck noch ein wenig steigt, werden sich die Preise abermals um ein paar Euronen ändern.

Was bekommt der Käufer dann für sein Geld? Nach unserem Testbericht sieht man mit dem aktuellen Athlon X2 7750 mit 2,7 GHz Takt (Black Edition, versteht sich) eine CPU, die sich durchaus mit den Top-Modellen der 5000- und 6000-Familie messen kann. In einigen Benchmarks gibt man sich dem ausrangierten Top-Modell Athlon 64 X2 6400+ geschlagen, doch sieht man dort 3,2 GHz Takt. Die Vorteile des Kuma liegen bei geringerem Takt natürlich in der K10-Architektur. Die Nachteile sind – wie gezeigt – in der Leistungsaufnahme zu finden und da beziehen wir uns auf die Idle-Werte, denn unter Last schlägt man sich durchaus besser.

Im allgemeinen Betrachtungsbild der Leistung bleibt man Intel im gleichen Taktverhältnis weiterhin unterlegen. Doch dafür verkauft man dann natürlich die eigenen Vier-Kern-Prozessoren unter Wert nur zu Preisen von Zwei-Kern-Modellen. Bei ca. 75 Euro Straßenpreis unterbietet man alles, was Intel aktuell zu bieten hat. Core-2-Modelle starten aktuell knapp unter 100 Euro.

Man verkauft aber eben auch unter eigenem Wert. Ein Phenom X3 mit 2,3 GHz Takt startet aktuell um die 110 Euro, ein Phenom X4 mit 2,4 GHz kostet aktuell ab etwa 145 Euro. Die 2,7 GHz des gelabelten Phenom – äh – Athlon X2 7750 sind mit zu erwartenden 75 Euro damit traumhaft günstig.

Die Fangemeinde wartet also nach wie vor auf Jubelschreie – diese könnten möglicherweise bald erfolgen. Der 45-nm-Deneb steht ins Haus.


[dk] & [pg], 15.12.2008

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