BIOS: Das Geheimnis des Erfolges

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Spannungs-Optionen



Eines der heikelsten Themen im BIOS, gerade wenn es um das Übertakten geht, sind die Spannungseinstellungen. Eine falsche Einstellung kann schnell zum plötzlichen Ableben von Speicher, Prozessor oder einem anderen Bauteil führen. Gerade deswegen ist hier eine gute Kenntnis die Grundlage um erfolgreich das Optimum aus seiner Hardware herauszuholen.

Bild: BIOS: Das Geheimnis des Erfolges

VTT – Spannungen:

Die VTT-Spannung ist die Spannung, mit der die Terminierung eines Busses (z.B FSB oder MCH<->RAM) betrieben wird. Diese Busabschlusswiderstände sollen die Signalqualität und damit die Übertragungssicherheit auf dem Bus garantieren indem sie Störungen wie z.B. Reflektionen oder stehende Wellen am Leitungsende unterdrücken. Würden die Störungen nicht gedämpft, so würde es zu Übertragungsfehlern und Aussetzern kommen, was dann zu Abstürzen oder Einfrieren führen würde.

Wenn man einen Core 2 Quad übertakten möchte, kann diese Spannung sehr viel bringen, da bei einem Quad die beiden DIEs per FSB miteinander kommunizieren.

Die Situation der Abschlusswiderstände kann man mit einem Spiel vergleichen, das wohl jeder von uns mal in seiner Kindheit gespielt hat: „Stille Post“! Je schneller die Worte von A nach B gelangen, desto deutlicher müssen diese ausgesprochen werden, damit am Ende nicht nur Kauderwelsch herauskommt.

GTL–Spannungen:

Bei dieser Option handelt es sich um die „Gun Transceiver Logic“ – Spannung. Die „Gun Transceiver Logic“ ist eine Signalisierungstechnik welche bei Bussen eingesetzt wird und letztendlich für die korrekte Datenübertragung verantwortlich ist. Die Einstellmöglichkeiten für die GTL-Spannungen variieren je nach Board. Grundsätzlich gibt es sie aber immer für CPU, für Speichercontroller und für den RAM.

Die GTL-Spannungen, welche vom Mainboard generiert werden, entsprechen den Referenzwerten die von der CPU (oder MCH oder RAM) genutzt werden, um herauszufinden, ob die Spannung am Bus (für Daten oder Adressen) eine logische 1 oder eine 0 darstellt.

Die GTL-Spannungen werden normalerweise mit Hilfe von Spannungsteilern aus der zugehörigen VTT generiert und es gibt je eine für Datenübertragungen und Kontrollbefehle (wie z.B Adressen).

Bei den Prozessoren gibt es noch eine kleine Besonderheit. Für jeden DIE gibt es eine GTL Spannungen, also bei den Core2Quad Prozessoren 2 GTL Spannungen während bei den Core2Duos nur eine GTL Spannung vorhanden ist.

CPU PLL:

Damit kann man die Spannung für den „Takterzeuger“ der CPU einstellen. Bei dem „Takterzeuger“ handelt es sich um die PLL (Phase Locked Loop) oder auf Deutsch phasengekoppelten Oszillator.

Clock Drive:

Diese Option erlaubt es die Amplitudenhöhe des Taktsignales festzulegen.

Clock Skew:

Mit dieser Option kann man den zeitlichen Abstand von zwei Taktsignalen verändern, was sich zu einer besseren Synchronisierung der einzelnen Taktsignale nutzen lässt.

Loadline Calibration:

In Foren liest man immer wieder die Antwort: "Schalte doch die Loadline ab" wenn es um den berüchtigten VDroop geht und in aller Regel wissen die Beteiligten gar nicht, was denn der VDroop eigentlich ist, sondern sehen nur seine Wirkung, nämlich ein Absinken der Kernspannung unter Last.

Doch genau dieses Verhalten ist von Intel gewünscht und wird auch als Derating bezeichnet. Ein früherer Artikel auf HT4U befasst sich ausführlich mit diesem Thema.

Schaltet man nun diese Loadline ab, denn genau dafür ist diese Option gedacht, so hat dies erstmal den angenehmen Effekt, dass die VCore unter Last nicht mehr abgesenkt wird (ein gutes Mainboard vorausgesetzt). Doch was passiert sonst noch so? Den Übertakten ist dies oft reichlich egal, doch die Nebenwirkungen können schlimmer sein, als viele vermuten.

Das Absinken der Spannung unter Last verhindert auch, dass die durch Lastwechsel auftretenden Spannungsspitzen über ein gewisses Niveau hinausgehen. Eliminiert man den Droop, so treten die Spitzen dennoch auf, liegen nun aber einige mV höher. Diese Spannungsspitzen können durchaus 200 mV und mehr über den normalen Level liegen, was dann schnell mal zu einer VCore von über 1,6 Volt führen kann. Die liegt dann zwar nur kurzfristig an, dennoch kann sie natürlich fatale Wirkungen mit sich bringen.