Intel Core i7 - Prescott reloaded?

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Alles halb so wild – es liegt am Speichercontroller?



Nun lassen wir uns das erst einmal alles auf der Zunge zergehen. Ein Core i7 mit 3,2 GHz ist bei seiner Default-Spannung, inkl. Hyper-Threading, jedoch ohne Turbo-Mode in der Lage real 123 Watt – fast seine TDP-Nennung also – zu erreichen.

Erst einmal sehen wir einen Core 2 Quad Extreme 9770 mit real vermessenen 84 Watt Leistungsaufnahme. Dagegen sehen wir einen Core i7 965, welcher offenbar real ca. 123 Watt schluckt. Wir sprechen hier von 38 Watt Unterschied.

Diese 38 Watt sind jedoch nie und nimmer auf den Wechsel des Speichercontrollers in den Prozessor zu erklären. Im Prinzip hätte jedes Mainboard zuvor 38 Watt alleine durch diesen Unterschied an Leistung mehr aufgenommen. Natürlich, einen Taktgeber – nun in der CPU – gab es zuvor auch auf jedem Mainboard und die Logikeinheiten für Speichercontroller sind ebenfalls gewechselt.

Doch gab es zuvor keinen Level-3-Cache, welcher, nun eingebunden, auch seinen Anteil an der Leistung fordert. Und auch andere Änderungen gilt es zu Berücksichtigen. War beispielsweise der maximale Strom eines Speichercontrollers im X48-Chipsatz mit runden 4 Ampere genannt, so findet man im Datenblatt des Core i7 gleich 6 Ampere. Auch wenn der Taktgeber wohl einer der geringen Verbraucher mit angegebenen 1,1 Ampere darstellt, war dessen Leistungsaufnahme in einem X48-Chipsatz mit maximal 0,2 Ampere genannt.

Bild: Intel Core i7 - Prescott reloaded?

Welchen Anteil das DMI-Interface im X48-Chipsatz exakt an Strom für sich beansprucht, lässt sich genau sowenig herausfinden, wie die Information dazu, welchen Anteil das QPI-Interface am Stromverbrauch des Core i7 besitzt. In beiden Fällen werden diese Daten kombiniert mit anderen Verbrauchern genannt. Stellen wir aber die Daten einmal komplett gegenüber, sehen wir beim Core i7 summiert die genannten, maximalen 35 Ampere für den UnCore-Bereich einem maximal genannten Wert von runden 12 Ampere beim X48-Chipsatz gegenüber.

Und irgendwo sagt uns hier die Logik, dass diese Differenz nicht durch einen L3-Cache alleine hervorgerufen werden kann. Was letztlich hier den ungewöhnlich hohen Stromverbrauch ausmacht, können wir derzeit final noch nicht sagen.