Intel Core i7 "Nehalem" im Test - des Kaisers neue Kleider

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Core i7-Technik: Turbo-Mode / Dynamic Speed Technology



Doch neben der Überwachung kümmert sich die eben erwähnte PCU auch um das Übertakten, das die CPU selbständig machen kann und ebenfalls aus den Mobilprozessoren stammt. So lange sich die CPU unterhalb der spezifizierten Thermal Design Power (TDP) befindet, kann die CPU den Prozessortakt steigern. Im Gegensatz zu den Mobilprozessoren der Penryn-Generation allerdings nicht nur für einen Kern, sondern für alle aktiven Rechenwerke. Dabei ist eine Steigerung um bis zu zwei Speed-Bins – Taktstufen also – möglich, unabhängig von der Kernzahl, nur die TDP entscheidet.

Diese Form des Übertaktens nennt man bei Intel Dynamic Speed Technology (DST) oder schlicht Turbo-Mode. Von der Bezeichnung her könnte man fast schon meinen, dass Intel hier den Mainboard-Herstellern hinterher eifert, welche nun schon seit Jahren die BIOS-Versionen diverser Mainboards mit automatischen Übertaktungsmodis "unsicher" machen. Und ein solches Vorgehen passt prinzipiell erst einmal nicht zum normalerweise konservativen CPU-Hersteller.

Plausibel wird der Schritt allerdings durchaus, wenn man sich die gesamte Architektur betrachtet und Intels Aussage, dass man mit Vier-Kern-Prozessoren durchaus auch weiterhin auf Applikationen trifft, welche nur zwei, oder gar einen Kern fordern. In diesem Falle kann Dynamic Speed Technology dafür Sorge tragen, dass lediglich ein oder zwei Kerne auf höhere Taktungen schalten, während die beiden anderen Kerne nicht belastet werden und man macht damit einen solchen Vier-Kern-Prozessor durchaus attraktiver für den Endkunden.

Bild: Intel Core i7

Bild: Intel Core i7

Damit stellt die TDP neuerdings auch das Stellwerk für Übertakter dar, zumindest was die aktuellen Core i7-Produkte betrifft. Bei regulären Intel-Desktop-Prozessoren bleibt es bei Intel hier bei zwei Taktstufen, die das System zulässt und im BIOS pauschal angewählt werden können. Die TDP lässt sich dort – zumindest auf der Intel-eigenen Variante X58SO – nicht ändern.

Bild: Intel Core i7

Bei Extreme-Prozessoren erlaubt Intel hier deutlich mehr. In den BIOS-Versionen der Mainboards ist der Wert der Taktstufen frei zugänglich und muss nach oben korrigiert werden, um zu übertakten. Tritt hier ein Ende der Übertaktung in der Praxis ein, was sich durch nicht Erreichen der Taktstufen, bzw. dem Heruntertakten des Systems von den vorgewählten Taktstufen äußern kann, kann der Anwender dann an den TDP-Voreinstellungen Änderungen vornehmen.

Bild: Intel Core i7

Somit stellt die TDP hier das ultimative Entscheidungskriterium der PCU dar, ab wann die CPU-Throtteling-Maßnahmen eingeleitet werden. Mehr dazu aber etwas später im Kapitel Overclocking.

Was wir aber schon im nächsten Kapitel klären wollen, ist die Frage, wie sich der Turbo-Mode in der Leistung auswirkt.

 

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