Intel Core i7 "Nehalem" im Test - des Kaisers neue Kleider

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Core i7-Praxis: Performance des Speichercontroller – es muss nicht immer Triple-Channel sein (Fortsetzung)



Performance Nehalem Speichercontroller (Multimedia)
TMPEG Xpress 4.5.2.255
Windows Media Encoder 9
Lame 3.98.2
Premiere Elements 2.0
Core i7-965 3 GB DDR3-1333 Triple-Channel
168,0
41,0
121,0
73,0
Core i7-965 3 GB DDR3-1066 Triple Channel
172,0
40,0
121,0
72,0
Core i7-965 2 GB DDR3-1333 Dual-Channel
172,0
41,0
121,0
73,0
Core i7-965 4 GB DDR3-1333 Dual-Channel
176,0
42,0
121,0
72,0
Core i7-965 2 GB DDR3-1066 Dual-Channel
182,0
42,0
122,0
73,0
Core i7-965 2 GB DDR3-1066 Single-Channel
196,0
42,0
122,0
77,0
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)


Nur eine Applikation sieht für das System mit DDR3-1333 Vorteile gegenüber dem System mit DDR3-1066, eine reagiert überhaupt nicht und zwei zeigen – im Rahmen von Messungenauigkeit – gar auch Nachteile. Es zeichnet sich Ernüchterung ab für all jene, die erwartet haben, dass der Core i7 unter Verwendung von schnellen DDR3-Modulen erst voll aufblüht.

Im Vergleich Ein-Kanal zu Zwei-Kanal zeigt sich erneut, dass nur wenig Vorteile vorliegen. Einzig Lame sieht fünf Prozentpunkte Vorsprung für den Zwei-Kanal-Betrieb – alle anderen Programme sehen einen Gleichstand.

Dual- zu Triple-Channel zeigt dann allerdings wieder einen gewissen Zuwachs für den Mehr-Kanal-Betrieb. Die Vorteile liegen allerdings auch nur zwischen 1 und 5 %.


Performance Nehalem Speichercontroller (Spiele)
FarCry 2 800 x 600 Optimal
Company of Heroes 800 x 600
Prey 800 x 600
Crysis 800 x 600 LQ
Unreal Tournament 3 800 x 600 LQ
Core i7-965 2 GB DDR3-1066 Single-Channel
99,5
134,6
295,2
128,7
337,1
Core i7-965 2 GB DDR3-1066 Dual-Channel
107,3
134,3
302,2
129,8
345,1
Core i7-965 3 GB DDR3-1066 Triple Channel
108,7
133,7
298,4
126,0
332,7
Core i7-965 2 GB DDR3-1333 Dual-Channel
110,6
133,1
306,8
134,4
350,4
Core i7-965 3 GB DDR3-1333 Triple-Channel
112,8
132,3
309,6
132,5
351,2
Core i7-965 4 GB DDR3-1333 Dual-Channel
113,7
137,1
303,6
134,8
337,8
Frames per Second (FPS)


Erstmals gibt es einen Bereich, wo die Bandbreitensteigerung durch DDR3-1333 offenbar einen gewissen Vorteil gegenüber DDR3-1066 mit sich bringt. Allerdings eben hier unter Low-Quality-Spiele-Benchmarks.

Und in diesen Benchmarks zeigt sich auch etwas mehr Abstand zwischen Ein- und Zwei-Kanal-Speicherbetrieb, im besten Fall bis zu 8 %.

Die größte Überraschung ist dann allerdings, dass der Drei-Kanal-Speicher-Betrieb hier Nachteile gegenüber dem Zwei-Kanal-Betrieb zu besitzen scheint. Abgesehen von Far Cry 2 und Company of Heroes, brechen die drei anderen Games in den Messungen auf bis zu 4 Prozent im Drei-Kanal-Betrieb ein. Ist vielleicht der Verwaltungsaufwand zu hoch?

Performance Nehalem Speichercontroller (Spiele)
FarCry 2 1680 x 1050 Ultra 4xAA
Company of Heroes 1680 x 1050 HQ 4xAA
Prey 1680 x 1050 HQ 4xAA
Crysis 1680 x 1050 Ultra 4xAA / 16xAF
Unreal Tournament 3 1680 x 1050 HQ 4xAA/16xAF
Core i7-965 2 GB DDR3-1066 Single-Channel
45,0
77,1
175,7
20,2
126,8
Core i7-965 2 GB DDR3-1066 Dual-Channel
45,4
76,1
176,2
20,1
127,0
Core i7-965 2 GB DDR3-1333 Dual-Channel
45,7
76,4
177,9
20,2
127,3
Core i7-965 3 GB DDR3-1066 Triple Channel
45,8
76,5
177,5
20,2
127,6
Core i7-965 3 GB DDR3-1333 Triple-Channel
46,0
76,7
177,3
20,2
127,4
Core i7-965 4 GB DDR3-1333 Dual-Channel
46,1
76,7
177,9
20,2
127,4
Frames per Second (FPS)


Unter den hohen Auflösungen und bei Grafikkartenlimitierung erkennen wir praktisch keine Unterschiede im Bereich Ein-Kanal- zu Zwei-Kanal-Betrieb, und maximal 1 % Vorteil für den Drei-Kanal-Betrieb.

Wie zu erwarten, finden sich unter diesen Settings auch keine nachweisbaren Vorteile für die höhere Speicherbandbreite der DDR3-1333-Konstellation.

Wer sich aktuell die Frage stellt, warum die hohe Speicherbandbreite, die der Core i7 in Verbindung mit DDR3-1333 bereitstellt, in all den Applikationen so verpufft, der sollte sich vor Augen halten, dass sich ähnliche Beobachtungen bereits unter dem Core 2 zeigten. Die augeklügelten CPU-Mechanismen, vorausschauendes Lesen und Laden von Daten, große Caches und möglichst viele offene Seiten vorzuhalten, sorgen im Falle von vielen kleinen Dateien eben dafür, dass diese dem System sofort parat stehen. Transfer großer Files – wie sie auch in synthetischen Speicherbenchmarks emuliert werden und von hoher Speicherbandbreite profitieren – kommen auf dem heutigen Desktop-Betrieb nur selten vor.

So dürften all die Ankündigungen der Speicherhersteller zu ihren Modulen mit Taktraten von bis zu DDR3-2000 in der Praxis vom Core i7 ignoriert werden.

Im Workstation- und Server-Bereich, wo durchaus ganz andere Applikationen Forderungen stellen, dürften sich Bandbreiten, gefördert von Drei-Kanal-Speicher und hohen Taktraten durchaus vorteilhafter präsentieren. Abermals ein Indiz, wohin der LGA1366 und dieser Bloomfield Core i7 ausgerichtet ist.

 

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