Intel Core i7 "Nehalem" im Test - des Kaisers neue Kleider

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Core i7-Praxis: Overclocking – Back to the roots



Na ganz neu sind wir in der Szene ja nicht und wenn denn eben der tolle Turbo-Mode nicht will, so sollte es doch zumindest möglich sein, dass man über den "FSB" – heißt jetzt auch hier Referenztakt – die CPU darüber ans Limit zu bringen.

Und in der Tat, mit dem Core i7-965 Extreme gelang es uns dann auch, dass wir Taktraten von 3700 MHz erreichten...

Bild: Intel Core i7


... wobei wir hier die CPU-Spannung auf 1,3 Volt anheben mussten. Doch nach 35 Minuten Lasttest war dann Ende. Das System quittierte mit einem Blue-Screen. Stabil können wir dann aktuell den Referenztakt von 150 MHz mit Multiplikator 24 attestieren, was 3,6 GHz entsprach. CoreTemp war bei der Übertaktung über den FSB auch nicht mehr der Meinung, dass wir uns nun in einem 144 Watt-Bereich bewegen würden, sondern nur noch im Bereich von 130 Watt – trotz Spannungserhöhung.

Ehrlich gesagt wissen wir nicht, was CoreTemp hier ausliest. Ehrlich gesagt ist es uns ja erst einmal auch "wurscht", doch irgend ein Zusammenhang besteht zwischen dieser Auslesung (woher auch immer sie rührt) und dem Heruntertakten des Systems unter Last. Natürlich, es werden sich heute viele Screenshots von über 4 GHz einfinden, die wir uns absichtlich verkniffen haben, denn ganz offensichtlich ist das momentan nicht wirklich die Realität.

Schlimmer noch zeigten sich unsere Versuche den Core i7-920 zu übertakten. Wir wollten auch hier versuchen ein Ergebnis über den Referenztakt zu erzielen, scheiterten aber noch unter 3 GHz nach stundenlangen Versuchen. Wir beendeten unsere Bestrebungen schließlich, weil wir uns des Eindruckes nicht erwehren konnten, dass wir es hier mit einem BIOS-Fehler zu tun hatten. Dabei hatten wir doch sogar die von Intel empfohlene BIOS-Version 2624 für diese Tests installiert, die man uns für besondere Vorteile beim Übertakten empfahl.

Bild: Intel Core i7

Aktuell können wir wie folgt zusammen fassen: Auf dem Papier ist der Turbo-Mode oder in seiner attraktiveren Bezeichnung Intel Dynamic Speed Technology mindestens so ausgereift, wie die ersten geheimen Automatismen, mit welchen MSI zum Start von D.O.T zu Zeiten vom i865 die Presse hinters Licht führte. Die Idee hinter dem Turbo-Mode – will man sie denn erkennen – Applikationen, welche tatsächlich nur auf Ein- oder Zwei-Kern-Systeme ausgelegt sind, profitieren zu lassen, ist toll. Sie sieht in der Praxis aber wie ein miserabel umgesetzter Automatismus aus, welcher die Spannungen nach oben zieht und für höheren Kühlbedarf und eine höhere Leistungsaufnahme sorgt. Von Spannungserhöhungen war nie die Rede und wir wissen aktuell nicht, ob das seitens Intel so gewollt ist.

Die schon als unbekannt zu bezeichnende Konzentration des Intel-Headquarters darauf, möglichst hohe Übertaktungsergebnisse erzielen zu können und dabei eigens gesetzte Grenzen, die kommuniziert wurden, außer Acht zu lassen, deutet für uns darauf hin, dass man hier aufs falsche Pferd setzte. Vielmehr wären uns handfeste Informationen lieber gewesen als Screenshots von Prozessoren, die mit über 1,4 Volt betrieben wurden und TDP-Kennungen, die auf 300 Watt gesetzt wurden.

Schlimm: Dabei wurde offenbar, wie bei so vielen Mainboard-Herstellern, vergessen, wichtige Umsetzungen – hier bei Prozessoren wie dem gelockten Core i7-920 – zu implementieren, damit auch dort z. B. über den Referenztakt ein Übertaktungspotential ermittelt und gezeigt werden kann. Vielmehr wird man den dummen Eindruck nicht los, dass Intel Grundsätze vergessen hat und bei dem Versuch möglichst gut beim OC auszusehen, bislang nicht gekannte, rudimentäre Fehler im Mainbaord-BIOS einschleichen ließ.

An diesem Punkt können wir damit kein finales Fazit zum Thema Übertakten eines Core i7-Prozessors ziehen und eigentlich war doch das Sinn und Zweck der Intel-Übung?

 

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