Intel Core i7 "Nehalem" im Test - des Kaisers neue Kleider

Prozessoren | HT4U.net | Seite 7

Core i7-Technik: Quick Path Interconnect (QPI)



Über die 0-4 QPIs im Bloomfield Core i7 muss man gesondert reflektieren. In erster Linie ersetzen sie den betagten FSB und haben ihre Hauptaufgabe in der Verbindung der einzelnen Prozessoren in Mehrprozessorsystemen. Hier sind schnelle serielle Links von Vorteil, da durch den internen Speichercontroller der Zugriff von einer CPU auf den Speicher, der an einer anderen hängt, somit mit weniger Latenz verläuft als über den Chipsatz. Mit vier QPIs pro CPU kann in Viersockel-Systemen jeder Prozessor mit jedem anderen und dem Chipsatz ohne Umweg kommunizieren.

Bild: Intel Core i7

Das Protokoll ist ähnlich AMDs Hyper Transport und besteht aus jeweils 16 Leitungen in jede Richtung für Daten und vier für Fehlerkorrektur. In der ersten Ausbaustufe stehen bis zu 6,4 GT/s (GigaTransfers) je Leitung und Richtung zur Verfügung, was einer Bandbreite von 12,8 GB/s entspricht. Die parallel verfügbare Bandbreite von 25,6 GB/s ist damit doppelt so hoch wie die des letzten FSB (FSB1600) mit 400 MHz Takt.

Dieses "bis zu 6,4 GT/s" bedeutet allerdings auch, dass es Ausnahmen gibt. So erklärte uns Intel aber in keiner der vorgelegten Dokumentationen zu diesem Launch die Abhängigkeit des Prozessortaktes zur QPI-Bandbreite. In den Konfigurationsdokumenen wurde allerdings darauf hingewiesen, dass man bei der Emulation des Core i7-940 aus dem 965 Extreme die QPI-Bandbreite auf 4,8 GT/s herabsetzen sollte. In diesem Falle würde dann – das gilt auch für den Core i7-920 – die Taktrate des QPI 2400 MHz betragen, statt 3200, wie bei der 965 Extreme-Version.

Bild: Intel Core i7

Wir verzichteten auf das Herabsetzen bei der Emulation und trafen dabei keinerlei Probleme im praktischen Betrieb an.

Aber aus den aufgezeigten Bandbreiten ist schon erkennbar, dass es sich bei QPI – ehemals unter dem Namen Common System Interface (CSI) vorgestellt – eigentlich um ein Workstation/Servermodell handelt, das nun in den Desktop-Markt geschickt wird.

Eigentlich ist für den Desktopmarkt lediglich ein DMI-Interface vorgesehen, wie es schon seit Jahren von Intel zur Verbindung von North- und Southbridge verwendet wird. Es handelt sich dabei mehr oder weniger um eine PCI Express x4-Verbindung, was für die Datenmengen, die im Desktop-System von der Peripherie zum CPU fließen, auch durchaus als ausreichend anzusehen ist, da ja keine Speicherzugriffe der CPU mehr darüber abgewickelt werden.

Und da QPI im Desktop-Segment über kurz oder lang vermutlich wieder verschwinden wird, spätestens mit der Einführung des regulären Mainstream-Produktes P55 und Lynfield, werden wir den heutigen Artikel auch nicht weiter mit Besonderheiten zu diesem "Server-Protokoll" aufblähen.

 

Inhalt dieses Testberichtes